Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 6. Berlin, 1952.

Bild:
<< vorherige Seite
37. An Johann Georg Zimmer in Heidelberg

Ich danke Ihnen, wie für die bezahlten 400 fl., so für die nied-
liche Einrichtung des Buchs.

Grämen Sie sich so wenig über die Druckfehler als ich; aus meinem5
Ergänzungsblatte und der Vorschule sehen Sie, daß es mir bei allen
guten Buchhandlungen gleich schlecht geht. Ein Grund dieser Setzer-
Interpolazion liegt vielleicht mit in meinem Stile, der ihnen nicht wie
bei vielen andern Autoren das Gewöhnlichste zu errathen verstattet.

Schicken Sie mir zu die restierenden Bogen.10

Meine Bitte für Mahlmann vergessen Sie nicht.

H. Hofrath Creuzer werd' ich bei der Rücksendung der Bücher
antworten.

Leben Sie recht froh!

Ihr15
Jean Paul Fr. Richter
38. An Emanuel.

Rechten Dank, Emanuel, für Ihr Noten-Desert! Wie Tugend
im Himmel nur durch Tugend belohnt wird, so belohnen Sie Noten20
mit Noten. -- Für den Misverstand des "es" kann kein Autor;
und doch ärgert mich die Möglichkeit. Ich verlasse mich bei solchen
Unglücksfällen auf den Ton aller meiner Werke, welche ungeachtet
aller Anspielungen nie in solche hineinsinken.

39. An Emanuel.25

Mein guter Emanuel! Diese 5 Kleinigkeiten geben Sie gütig
der umkehrenden Emma wieder mit. Eine ist von Goethe.

40. An Emanuel.
30

Dank für den Dank! Am liebsten zu Ihnen lass' ich meine Kinder;
nur da bin ich ihrer sicherer, zumal da mit den Jahren die Gefahren
wachsen, so daß ich allmählig Max und Emma von ihren Spiel-
kindern trennen muß.

Haben Sie nicht noch 2 Gedichte auf die Herzogin?35

37. An Johann Georg Zimmer in Heidelberg

Ich danke Ihnen, wie für die bezahlten 400 fl., ſo für die nied-
liche Einrichtung des Buchs.

Grämen Sie ſich ſo wenig über die Druckfehler als ich; aus meinem5
Ergänzungsblatte und der Vorſchule ſehen Sie, daß es mir bei allen
guten Buchhandlungen gleich ſchlecht geht. Ein Grund dieſer Setzer-
Interpolazion liegt vielleicht mit in meinem Stile, der ihnen nicht wie
bei vielen andern Autoren das Gewöhnlichſte zu errathen verſtattet.

Schicken Sie mir zu die reſtierenden Bogen.10

Meine Bitte für Mahlmann vergeſſen Sie nicht.

H. Hofrath Creuzer werd’ ich bei der Rückſendung der Bücher
antworten.

Leben Sie recht froh!

Ihr15
Jean Paul Fr. Richter
38. An Emanuel.

Rechten Dank, Emanuel, für Ihr Noten-Deſert! Wie Tugend
im Himmel nur durch Tugend belohnt wird, ſo belohnen Sie Noten20
mit Noten. — Für den Misverſtand des „es“ kann kein Autor;
und doch ärgert mich die Möglichkeit. Ich verlaſſe mich bei ſolchen
Unglücksfällen auf den Ton aller meiner Werke, welche ungeachtet
aller Anſpielungen nie in ſolche hineinſinken.

39. An Emanuel.25

Mein guter Emanuel! Dieſe 5 Kleinigkeiten geben Sie gütig
der umkehrenden Emma wieder mit. Eine iſt von Goethe.

40. An Emanuel.
30

Dank für den Dank! Am liebſten zu Ihnen laſſ’ ich meine Kinder;
nur da bin ich ihrer ſicherer, zumal da mit den Jahren die Gefahren
wachſen, ſo daß ich allmählig Max und Emma von ihren Spiel-
kindern trennen muß.

Haben Sie nicht noch 2 Gedichte auf die Herzogin?35

<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0023" n="14"/>
      <div type="letter" n="1">
        <head>37. An <hi rendition="#g">Johann Georg Zimmer in Heidelberg</hi></head><lb/>
        <dateline> <hi rendition="#right"><hi rendition="#aq">Bayreuth</hi> d. 27. Feb. 1809</hi> </dateline><lb/>
        <p>Ich danke Ihnen, wie für die bezahlten 400 fl., &#x017F;o für die nied-<lb/>
liche Einrichtung des Buchs.</p><lb/>
        <p>Grämen Sie &#x017F;ich &#x017F;o wenig über die Druckfehler als ich; aus meinem<lb n="5"/>
Ergänzungsblatte und der Vor&#x017F;chule &#x017F;ehen Sie, daß es mir bei allen<lb/>
guten Buchhandlungen gleich &#x017F;chlecht geht. Ein Grund die&#x017F;er Setzer-<lb/>
Interpolazion liegt vielleicht mit in meinem Stile, der ihnen nicht wie<lb/>
bei vielen andern Autoren das Gewöhnlich&#x017F;te zu errathen ver&#x017F;tattet.</p><lb/>
        <p>Schicken Sie mir zu die re&#x017F;tierenden Bogen.<lb n="10"/>
</p>
        <p>Meine Bitte für <hi rendition="#aq">Mahlmann</hi> verge&#x017F;&#x017F;en Sie nicht.</p><lb/>
        <p>H. Hofrath <hi rendition="#aq">Creuzer</hi> werd&#x2019; ich bei der Rück&#x017F;endung der Bücher<lb/>
antworten.</p><lb/>
        <p>Leben Sie recht froh!</p><lb/>
        <closer>
          <salute> <hi rendition="#right">Ihr<lb n="15"/>
Jean Paul Fr. Richter</hi> </salute>
        </closer>
      </div><lb/>
      <div type="letter" n="1">
        <head>38. An <hi rendition="#g">Emanuel.</hi></head><lb/>
        <dateline> <hi rendition="#right">[Bayreuth, 2. März 1809]</hi> </dateline><lb/>
        <p>Rechten Dank, Emanuel, für Ihr Noten-De&#x017F;ert! Wie Tugend<lb/>
im Himmel nur durch Tugend belohnt wird, &#x017F;o belohnen Sie Noten<lb n="20"/>
mit Noten. &#x2014; Für den Misver&#x017F;tand des &#x201E;<hi rendition="#g">es</hi>&#x201C; kann kein Autor;<lb/>
und doch ärgert mich die Möglichkeit. Ich verla&#x017F;&#x017F;e mich bei &#x017F;olchen<lb/>
Unglücksfällen auf den Ton aller meiner Werke, welche ungeachtet<lb/>
aller An&#x017F;pielungen nie in &#x017F;olche hinein&#x017F;inken.</p>
      </div><lb/>
      <div type="letter" n="1">
        <head>39. An <hi rendition="#g">Emanuel.</hi><lb n="25"/>
</head>
        <dateline> <hi rendition="#right">[Bayreuth, 4. März 1809]</hi> </dateline><lb/>
        <p>Mein guter Emanuel! Die&#x017F;e 5 Kleinigkeiten geben Sie gütig<lb/>
der umkehrenden <hi rendition="#aq">Emma</hi> wieder mit. Eine i&#x017F;t von <hi rendition="#aq">Goethe.</hi></p>
      </div><lb/>
      <div type="letter" n="1">
        <head>40. An <hi rendition="#g">Emanuel.</hi></head><lb/>
        <dateline> <hi rendition="#right">[Bayreuth, 5. März 1809]</hi> </dateline>
        <lb n="30"/>
        <p>Dank für den Dank! Am lieb&#x017F;ten zu Ihnen la&#x017F;&#x017F;&#x2019; ich meine Kinder;<lb/>
nur da bin ich ihrer &#x017F;icherer, zumal da mit den Jahren die Gefahren<lb/>
wach&#x017F;en, &#x017F;o daß ich allmählig <hi rendition="#aq">Max</hi> und <hi rendition="#aq">Emma</hi> von ihren Spiel-<lb/>
kindern trennen muß.</p><lb/>
        <p>Haben Sie nicht noch 2 Gedichte auf die Herzogin?<lb n="35"/>
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[14/0023] 37. An Johann Georg Zimmer in Heidelberg Bayreuth d. 27. Feb. 1809 Ich danke Ihnen, wie für die bezahlten 400 fl., ſo für die nied- liche Einrichtung des Buchs. Grämen Sie ſich ſo wenig über die Druckfehler als ich; aus meinem 5 Ergänzungsblatte und der Vorſchule ſehen Sie, daß es mir bei allen guten Buchhandlungen gleich ſchlecht geht. Ein Grund dieſer Setzer- Interpolazion liegt vielleicht mit in meinem Stile, der ihnen nicht wie bei vielen andern Autoren das Gewöhnlichſte zu errathen verſtattet. Schicken Sie mir zu die reſtierenden Bogen. 10 Meine Bitte für Mahlmann vergeſſen Sie nicht. H. Hofrath Creuzer werd’ ich bei der Rückſendung der Bücher antworten. Leben Sie recht froh! Ihr 15 Jean Paul Fr. Richter 38. An Emanuel. [Bayreuth, 2. März 1809] Rechten Dank, Emanuel, für Ihr Noten-Deſert! Wie Tugend im Himmel nur durch Tugend belohnt wird, ſo belohnen Sie Noten 20 mit Noten. — Für den Misverſtand des „es“ kann kein Autor; und doch ärgert mich die Möglichkeit. Ich verlaſſe mich bei ſolchen Unglücksfällen auf den Ton aller meiner Werke, welche ungeachtet aller Anſpielungen nie in ſolche hineinſinken. 39. An Emanuel. 25 [Bayreuth, 4. März 1809] Mein guter Emanuel! Dieſe 5 Kleinigkeiten geben Sie gütig der umkehrenden Emma wieder mit. Eine iſt von Goethe. 40. An Emanuel. [Bayreuth, 5. März 1809] 30 Dank für den Dank! Am liebſten zu Ihnen laſſ’ ich meine Kinder; nur da bin ich ihrer ſicherer, zumal da mit den Jahren die Gefahren wachſen, ſo daß ich allmählig Max und Emma von ihren Spiel- kindern trennen muß. Haben Sie nicht noch 2 Gedichte auf die Herzogin? 35

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Historisch-kritische Ausgabe der Werke und Briefe von Jean Paul. Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Bereitstellung der Texttranskription. (2016-11-22T15:17:09Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Markus Bernauer, Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition. (2016-11-22T15:17:09Z)

Weitere Informationen:

Die digitale Edition der Briefe Jean Pauls im Deutschen Textarchiv basiert auf der von Eduard Berend herausgegebenen III. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe mit den Briefen Jean Pauls. Die Bände werden im Faksimile und in getreuer Umschrift ohne Korrekturen vollständig zugänglich gemacht. Nicht aufgenommen, da in der hier gewählten Präsentation kaum nutzbar, sind Berends umfangreiche Register über die III. Abteilung in Band III/9, die in das elektronische Gesamtregister über die Briefe von und an Jean Paul eingegangen sind. Das bedeutet: Aufbewahrungsorte von Handschriften sowie veraltete Literaturverweise blieben ebenso bestehen wie die Nummern der von Jean Paul beantworteten Briefe oder der an ihn gerichteten Antworten, Nummern, die sich auf die Regesten in den digitalisierten Bänden beziehen und nicht auf die neue IV. Abteilung mit den Briefen an Jean Paul (s. dort die Konkordanzen).

Eine andere, briefzentrierte digitale Edition der Briefe Jean Pauls ist derzeit als Gemeinschaftsprojekt der Jean-Paul-Edition und der Initiative TELOTA in Vorbereitung. Die Metadaten dieser Ausgabe sowie veraltete Verweise in den Erläuterungen werden dort so weit als möglich aktualisiert. Die Digitalisierung wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/jeanpaul_briefe06_1962
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/jeanpaul_briefe06_1962/23
Zitationshilfe: Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 6. Berlin, 1952, S. 14. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/jeanpaul_briefe06_1962/23>, abgerufen am 21.08.2019.