Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 1. Berlin, 1956.

Bild:
<< vorherige Seite

Comme vous aves noirci le livre de Rousseau aussi que ses
ennemis ont noirci sa vie: je vous prie de ne le remettre que dans
mes poches, qui vous reporteront en peu de tems quelques de
vos livres.

Ich habe die Ehre mit grosser Hochachtung zu sein5

Euer Hochehrwürden
gehors. Diener
Richter
253. An Aktuar Vogel in Schwarzenbach.[273]
[Kopie]10

Ich sol die herumlaufenden Bücher wieder in den Stal iagen...
Es ist daher nicht so wol meine als seine Bitte.

254. An Buchhändler Beckmann in Gera.
[Kopie]

Warlich diese Bitte ist angenehmer zu erfüllen als zu thun.15



255. An A. G. von Spangenberg in Venzka.
[Kopie]

Der Vorhang der Kinderkomödie ist zugefallen und ich habe die
Ehescheidung und den fünften Akt gemacht. Er versprach mir ausser
100iährigem Stilschweigen noch halbiährige verliebte Verstellung20
und er wil alle Tage einen Finger weniger nehmen... Der Gewitter-
ableiter dieser Sache, nämlich ich, ist selbst dabei zerschmolzen. -- die
Ohren in spionirende Hörrohre verkehren -- Ihre 2 sächsischen
Gäste täuschen uns wie der Frühling mit zögernder Ankunft..

256. An Christian von Oerthel in Töpen.25
[Kopie]

Und wer bist du, daß du meine vielen Thränen über dich mit den
bittersten beschliessest, die du 2 Stunden weit aus meinem gequälten
Herzen quetschest. Aber deine elende Liebe reisset der Athem der
kleinsten Verläumdung, eines Zufals um?30

17*

Comme vous avés noirci le livre de Rousseau aussi que ses
ennemis ont noirci sa vie: je vous prie de ne le remettre que dans
mes poches, qui vous reporteront en peu de tems quelques de
vos livres.

Ich habe die Ehre mit groſſer Hochachtung zu ſein5

Euer Hochehrwürden
gehorſ. Diener
Richter
253. An Aktuar Vogel in Schwarzenbach.[273]
[Kopie]10

Ich ſol die herumlaufenden Bücher wieder in den Stal iagen…
Es iſt daher nicht ſo wol meine als ſeine Bitte.

254. An Buchhändler Beckmann in Gera.
[Kopie]

Warlich dieſe Bitte iſt angenehmer zu erfüllen als zu thun.15



255. An A. G. von Spangenberg in Venzka.
[Kopie]

Der Vorhang der Kinderkomödie iſt zugefallen und ich habe die
Eheſcheidung und den fünften Akt gemacht. Er verſprach mir auſſer
100iährigem Stilſchweigen noch halbiährige verliebte Verſtellung20
und er wil alle Tage einen Finger weniger nehmen... Der Gewitter-
ableiter dieſer Sache, nämlich ich, iſt ſelbſt dabei zerſchmolzen. — die
Ohren in ſpionirende Hörrohre verkehren — Ihre 2 ſächſiſchen
Gäſte täuſchen uns wie der Frühling mit zögernder Ankunft..

256. An Chriſtian von Oerthel in Töpen.25
[Kopie]

Und wer biſt du, daß du meine vielen Thränen über dich mit den
bitterſten beſchlieſſeſt, die du 2 Stunden weit aus meinem gequälten
Herzen quetſcheſt. Aber deine elende Liebe reiſſet der Athem der
kleinſten Verläumdung, eines Zufals um?30

17*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="letter" n="1">
        <pb facs="#f0284" n="259"/>
        <p> <hi rendition="#aq">Comme vous avés noirci le livre de Rousseau aussi que ses<lb/>
ennemis ont noirci sa vie: je vous prie de ne le remettre que dans<lb/>
mes poches, qui vous reporteront en peu de tems quelques de<lb/>
vos livres.</hi> </p><lb/>
        <p>Ich habe die Ehre mit gro&#x017F;&#x017F;er Hochachtung zu &#x017F;ein<lb n="5"/>
</p>
        <closer>
          <salute> <hi rendition="#right">Euer Hochehrwürden<lb/>
gehor&#x017F;. Diener<lb/>
Richter</hi> </salute>
        </closer>
      </div><lb/>
      <div type="letter" n="1">
        <head>253. An <hi rendition="#g">Aktuar Vogel in Schwarzenbach.</hi><note place="right"><ref target="1922_Bd#_273">[273]</ref></note></head><lb/>
        <note type="editorial"><metamark>[</metamark>Kopie<metamark>]</metamark></note>
        <dateline> <hi rendition="#right"><metamark>[</metamark>Töpen, 2. (?) April 1789<metamark>]</metamark></hi> </dateline>
        <lb n="10"/>
        <p>Ich &#x017F;ol die herumlaufenden Bücher wieder in den Stal iagen&#x2026;<lb/>
Es i&#x017F;t daher nicht &#x017F;o wol meine als &#x017F;eine Bitte.</p>
      </div><lb/>
      <div type="letter" n="1">
        <head>254. An <hi rendition="#g">Buchhändler Beckmann in Gera.</hi></head><lb/>
        <note type="editorial"><metamark>[</metamark>Kopie<metamark>]</metamark></note>
        <dateline> <hi rendition="#right"><metamark>[</metamark>Töpen, 3. April (?) 1789<metamark>]</metamark></hi> </dateline><lb/>
        <p>Warlich die&#x017F;e Bitte i&#x017F;t angenehmer zu erfüllen als zu thun.<lb n="15"/>
</p>
      </div><lb/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
      <div type="letter" n="1">
        <head>255. An A. G. <hi rendition="#g">von Spangenberg in Venzka.</hi></head><lb/>
        <note type="editorial"><metamark>[</metamark>Kopie<metamark>]</metamark></note>
        <dateline> <hi rendition="#right"><metamark>[</metamark>Hof, April 1789<metamark>]</metamark></hi> </dateline><lb/>
        <p>Der Vorhang der Kinderkomödie i&#x017F;t zugefallen und ich habe die<lb/>
Ehe&#x017F;cheidung und den fünften Akt gemacht. Er ver&#x017F;prach mir au&#x017F;&#x017F;er<lb/>
100iährigem Stil&#x017F;chweigen noch halbiährige verliebte Ver&#x017F;tellung<lb n="20"/>
und er wil alle Tage einen Finger weniger nehmen... Der Gewitter-<lb/>
ableiter die&#x017F;er Sache, nämlich ich, i&#x017F;t &#x017F;elb&#x017F;t dabei zer&#x017F;chmolzen. &#x2014; die<lb/>
Ohren in &#x017F;pionirende Hörrohre verkehren &#x2014; Ihre 2 &#x017F;äch&#x017F;i&#x017F;chen<lb/>&#x017F;te täu&#x017F;chen uns wie der Frühling mit zögernder Ankunft..</p>
      </div><lb/>
      <div type="letter" n="1">
        <head>256. An <hi rendition="#g">Chri&#x017F;tian von Oerthel in Töpen.</hi><lb n="25"/>
</head>
        <note type="editorial"><metamark>[</metamark>Kopie<metamark>]</metamark></note>
        <dateline> <hi rendition="#right"><metamark>[</metamark>Hof, April 1789<metamark>]</metamark></hi> </dateline><lb/>
        <p>Und wer bi&#x017F;t du, daß du meine vielen Thränen über dich mit den<lb/>
bitter&#x017F;ten be&#x017F;chlie&#x017F;&#x017F;e&#x017F;t, die du 2 Stunden weit aus meinem gequälten<lb/>
Herzen quet&#x017F;che&#x017F;t. Aber deine elende Liebe rei&#x017F;&#x017F;et der Athem der<lb/>
klein&#x017F;ten Verläumdung, eines Zufals um?<lb n="30"/>
</p>
      </div><lb/>
      <fw place="bottom" type="sig">17*</fw><lb/>
    </body>
  </text>
</TEI>
[259/0284] Comme vous avés noirci le livre de Rousseau aussi que ses ennemis ont noirci sa vie: je vous prie de ne le remettre que dans mes poches, qui vous reporteront en peu de tems quelques de vos livres. Ich habe die Ehre mit groſſer Hochachtung zu ſein 5 Euer Hochehrwürden gehorſ. Diener Richter 253. An Aktuar Vogel in Schwarzenbach. [Töpen, 2. (?) April 1789] 10 Ich ſol die herumlaufenden Bücher wieder in den Stal iagen… Es iſt daher nicht ſo wol meine als ſeine Bitte. 254. An Buchhändler Beckmann in Gera. [Töpen, 3. April (?) 1789] Warlich dieſe Bitte iſt angenehmer zu erfüllen als zu thun. 15 255. An A. G. von Spangenberg in Venzka. [Hof, April 1789] Der Vorhang der Kinderkomödie iſt zugefallen und ich habe die Eheſcheidung und den fünften Akt gemacht. Er verſprach mir auſſer 100iährigem Stilſchweigen noch halbiährige verliebte Verſtellung 20 und er wil alle Tage einen Finger weniger nehmen... Der Gewitter- ableiter dieſer Sache, nämlich ich, iſt ſelbſt dabei zerſchmolzen. — die Ohren in ſpionirende Hörrohre verkehren — Ihre 2 ſächſiſchen Gäſte täuſchen uns wie der Frühling mit zögernder Ankunft.. 256. An Chriſtian von Oerthel in Töpen. 25 [Hof, April 1789] Und wer biſt du, daß du meine vielen Thränen über dich mit den bitterſten beſchlieſſeſt, die du 2 Stunden weit aus meinem gequälten Herzen quetſcheſt. Aber deine elende Liebe reiſſet der Athem der kleinſten Verläumdung, eines Zufals um? 30 17*

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Historisch-kritische Ausgabe der Werke und Briefe von Jean Paul. Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Bereitstellung der Texttranskription. (2016-11-22T14:52:17Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Markus Bernauer, Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition. (2016-11-22T14:52:17Z)

Weitere Informationen:

Die digitale Edition der Briefe Jean Pauls im Deutschen Textarchiv basiert auf der von Eduard Berend herausgegebenen III. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe mit den Briefen Jean Pauls. Die Bände werden im Faksimile und in getreuer Umschrift ohne Korrekturen vollständig zugänglich gemacht. Nicht aufgenommen, da in der hier gewählten Präsentation kaum nutzbar, sind Berends umfangreiche Register über die III. Abteilung in Band III/9, die in das elektronische Gesamtregister über die Briefe von und an Jean Paul eingegangen sind. Das bedeutet: Aufbewahrungsorte von Handschriften sowie veraltete Literaturverweise blieben ebenso bestehen wie die Nummern der von Jean Paul beantworteten Briefe oder der an ihn gerichteten Antworten, Nummern, die sich auf die Regesten in den digitalisierten Bänden beziehen und nicht auf die neue IV. Abteilung mit den Briefen an Jean Paul (s. dort die Konkordanzen).

Eine andere, briefzentrierte digitale Edition der Briefe Jean Pauls ist derzeit als Gemeinschaftsprojekt der Jean-Paul-Edition und der Initiative TELOTA in Vorbereitung. Die Metadaten dieser Ausgabe sowie veraltete Verweise in den Erläuterungen werden dort so weit als möglich aktualisiert. Die Digitalisierung wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/jeanpaul_briefe01_1956
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/jeanpaul_briefe01_1956/284
Zitationshilfe: Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 1. Berlin, 1956, S. 259. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/jeanpaul_briefe01_1956/284>, abgerufen am 19.09.2020.