Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Heeren, Arnold H. L.: Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Kolonien. Göttingen, 1809.

Bild:
<< vorherige Seite

I. Per. I. Th. Gesch. d. südl. Eur. Staatensyst.
des Meers, -- welche Hoffnung konnte Philipp
noch haben, sie zu unterjochen? Auch schien er sel-
ber davon überzeugt, als er kurz vor seinem Tode
seine Niederlande seiner Tochter Isabella Eugenia
zur Mitgift gab. Dennoch dauerte unter seinem
Nachfolger Philipp III. der Kampf noch bis zum
Jahre 1609 fort, als nach dem Frieden Spaniens
mit Frankreich zu Vervins und nach dem Tode
1603Elisabeth's dem mit Jacob I. die Niederländer
allein ihn fortsetzen mußten; und ward auch dann --
weil sich Spanien nicht zu viel vergeben wollte, --
nicht durch einen Frieden, sondern nur einen 12jäh-
rigen Waffenstillstand
unterbrochen, wodurch
jedoch die Unabhängigkeit der Republik schon still-
schweigend anerkannt war.

Feldzüge des Herzogs von Parma in Frankreich 1590
-- 1592. Sein Tod 2. Dec. 1592. -- Bündniß Heinrich's
IV. mit den Niederländern, und Kriegserklärung gegen
Spanien, Jan. 1595. -- Verlust und Wiedereroberung
von Amiens 1597. Separatfriede zu Vervins, 2. May
1598. Uebergabe der Spanischen Niederlande durch Philipp
II. an seine Tochter Clara Isabella Eugenia, zur
Mitgift bey ihrer Vermählung mit Erzh. Albrecht von
Oestreich 1598. -- Tod von Philipp II., 13. Nov. 1598.
-- Matte Fortsetzung des Landkriegs unter seinem Nachfol-
ger Philipp III. Aber lebhafter Seekrieg, und glückliche
Expedition unter Jacob Heemskerk gegen die Spanische Kü-
ste 1607. -- Erster Anfang von Unterhandlungen 1607,
aufgehalten durch Heinrich's IV. Einmischung, (der seine
Absichten hatte;) durch den Streit über den Religionszu-
stand, und die ostindische Schifffahrt. Abschluß des

12jäh-

I. Per. I. Th. Geſch. d. ſuͤdl. Eur. Staatenſyſt.
des Meers, — welche Hoffnung konnte Philipp
noch haben, ſie zu unterjochen? Auch ſchien er ſel-
ber davon uͤberzeugt, als er kurz vor ſeinem Tode
ſeine Niederlande ſeiner Tochter Iſabella Eugenia
zur Mitgift gab. Dennoch dauerte unter ſeinem
Nachfolger Philipp III. der Kampf noch bis zum
Jahre 1609 fort, als nach dem Frieden Spaniens
mit Frankreich zu Vervins und nach dem Tode
1603Eliſabeth's dem mit Jacob I. die Niederlaͤnder
allein ihn fortſetzen mußten; und ward auch dann
weil ſich Spanien nicht zu viel vergeben wollte, —
nicht durch einen Frieden, ſondern nur einen 12jaͤh-
rigen Waffenſtillſtand
unterbrochen, wodurch
jedoch die Unabhaͤngigkeit der Republik ſchon ſtill-
ſchweigend anerkannt war.

Feldzuͤge des Herzogs von Parma in Frankreich 1590
— 1592. Sein Tod 2. Dec. 1592. — Buͤndniß Heinrich's
IV. mit den Niederlaͤndern, und Kriegserklaͤrung gegen
Spanien, Jan. 1595. — Verluſt und Wiedereroberung
von Amiens 1597. Separatfriede zu Vervins, 2. May
1598. Uebergabe der Spaniſchen Niederlande durch Philipp
II. an ſeine Tochter Clara Iſabella Eugenia, zur
Mitgift bey ihrer Vermaͤhlung mit Erzh. Albrecht von
Oeſtreich 1598. — Tod von Philipp II., 13. Nov. 1598.
— Matte Fortſetzung des Landkriegs unter ſeinem Nachfol-
ger Philipp III. Aber lebhafter Seekrieg, und gluͤckliche
Expedition unter Jacob Heemskerk gegen die Spaniſche Kuͤ-
ſte 1607. — Erſter Anfang von Unterhandlungen 1607,
aufgehalten durch Heinrich's IV. Einmiſchung, (der ſeine
Abſichten hatte;) durch den Streit uͤber den Religionszu-
ſtand, und die oſtindiſche Schifffahrt. Abſchluß des

12jaͤh-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <p><pb facs="#f0148" n="110"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">I.</hi> Per. <hi rendition="#aq">I.</hi> Th. Ge&#x017F;ch. d. &#x017F;u&#x0364;dl. Eur. Staaten&#x017F;y&#x017F;t.</hi></fw><lb/>
des Meers, &#x2014; welche Hoffnung konnte Philipp<lb/>
noch haben, &#x017F;ie zu unterjochen? Auch &#x017F;chien er &#x017F;el-<lb/>
ber davon u&#x0364;berzeugt, als er kurz vor &#x017F;einem Tode<lb/><hi rendition="#g">&#x017F;eine</hi> Niederlande &#x017F;einer Tochter I&#x017F;abella Eugenia<lb/>
zur Mitgift gab. Dennoch dauerte unter &#x017F;einem<lb/>
Nachfolger <hi rendition="#g">Philipp</hi> <hi rendition="#aq">III.</hi> der Kampf noch bis zum<lb/>
Jahre 1609 fort, als nach dem <hi rendition="#g">Frieden</hi> Spaniens<lb/>
mit Frankreich zu <hi rendition="#g">Vervins</hi> und nach dem <hi rendition="#g">Tode</hi><lb/><note place="left">1603</note><hi rendition="#g">Eli&#x017F;abeth's</hi> dem mit Jacob <hi rendition="#aq">I.</hi> die Niederla&#x0364;nder<lb/>
allein ihn fort&#x017F;etzen mußten; und ward auch <hi rendition="#g">dann</hi> &#x2014;<lb/>
weil &#x017F;ich Spanien nicht zu viel vergeben wollte, &#x2014;<lb/>
nicht durch einen Frieden, &#x017F;ondern nur einen <hi rendition="#g">12ja&#x0364;h-<lb/>
rigen Waffen&#x017F;till&#x017F;tand</hi> unterbrochen, wodurch<lb/>
jedoch die Unabha&#x0364;ngigkeit der Republik &#x017F;chon &#x017F;till-<lb/>
&#x017F;chweigend anerkannt war.</p><lb/>
                <p> <hi rendition="#et">Feldzu&#x0364;ge des Herzogs von Parma in Frankreich 1590<lb/>
&#x2014; 1592. Sein <hi rendition="#g">Tod</hi> 2. Dec. 1592. &#x2014; Bu&#x0364;ndniß Heinrich's<lb/><hi rendition="#aq">IV.</hi> mit den Niederla&#x0364;ndern, und Kriegserkla&#x0364;rung gegen<lb/>
Spanien, Jan. 1595. &#x2014; Verlu&#x017F;t und Wiedereroberung<lb/>
von Amiens 1597. Separatfriede zu <hi rendition="#g">Vervins</hi>, 2. May<lb/>
1598. Uebergabe der Spani&#x017F;chen Niederlande durch Philipp<lb/><hi rendition="#aq">II.</hi> an &#x017F;eine Tochter <hi rendition="#g">Clara I&#x017F;abella Eugenia</hi>, zur<lb/>
Mitgift bey ihrer Verma&#x0364;hlung mit Erzh. <hi rendition="#g">Albrecht</hi> von<lb/>
Oe&#x017F;treich 1598. &#x2014; Tod von <hi rendition="#g">Philipp</hi> <hi rendition="#aq">II.</hi>, 13. Nov. 1598.<lb/>
&#x2014; Matte Fort&#x017F;etzung des Landkriegs unter &#x017F;einem Nachfol-<lb/>
ger <hi rendition="#g">Philipp</hi> <hi rendition="#aq">III.</hi> Aber lebhafter Seekrieg, und glu&#x0364;ckliche<lb/>
Expedition unter Jacob Heemskerk gegen die Spani&#x017F;che Ku&#x0364;-<lb/>
&#x017F;te 1607. &#x2014; Er&#x017F;ter Anfang von Unterhandlungen 1607,<lb/>
aufgehalten durch <hi rendition="#g">Heinrich's</hi> <hi rendition="#aq">IV.</hi> Einmi&#x017F;chung, (der <hi rendition="#g">&#x017F;eine</hi><lb/>
Ab&#x017F;ichten hatte;) durch den Streit u&#x0364;ber den Religionszu-<lb/>
&#x017F;tand, und die o&#x017F;tindi&#x017F;che Schifffahrt. <hi rendition="#g">Ab&#x017F;chluß des</hi></hi><lb/>
                  <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#g">12ja&#x0364;h-</hi> </fw><lb/>
                </p>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[110/0148] I. Per. I. Th. Geſch. d. ſuͤdl. Eur. Staatenſyſt. des Meers, — welche Hoffnung konnte Philipp noch haben, ſie zu unterjochen? Auch ſchien er ſel- ber davon uͤberzeugt, als er kurz vor ſeinem Tode ſeine Niederlande ſeiner Tochter Iſabella Eugenia zur Mitgift gab. Dennoch dauerte unter ſeinem Nachfolger Philipp III. der Kampf noch bis zum Jahre 1609 fort, als nach dem Frieden Spaniens mit Frankreich zu Vervins und nach dem Tode Eliſabeth's dem mit Jacob I. die Niederlaͤnder allein ihn fortſetzen mußten; und ward auch dann — weil ſich Spanien nicht zu viel vergeben wollte, — nicht durch einen Frieden, ſondern nur einen 12jaͤh- rigen Waffenſtillſtand unterbrochen, wodurch jedoch die Unabhaͤngigkeit der Republik ſchon ſtill- ſchweigend anerkannt war. 1603 Feldzuͤge des Herzogs von Parma in Frankreich 1590 — 1592. Sein Tod 2. Dec. 1592. — Buͤndniß Heinrich's IV. mit den Niederlaͤndern, und Kriegserklaͤrung gegen Spanien, Jan. 1595. — Verluſt und Wiedereroberung von Amiens 1597. Separatfriede zu Vervins, 2. May 1598. Uebergabe der Spaniſchen Niederlande durch Philipp II. an ſeine Tochter Clara Iſabella Eugenia, zur Mitgift bey ihrer Vermaͤhlung mit Erzh. Albrecht von Oeſtreich 1598. — Tod von Philipp II., 13. Nov. 1598. — Matte Fortſetzung des Landkriegs unter ſeinem Nachfol- ger Philipp III. Aber lebhafter Seekrieg, und gluͤckliche Expedition unter Jacob Heemskerk gegen die Spaniſche Kuͤ- ſte 1607. — Erſter Anfang von Unterhandlungen 1607, aufgehalten durch Heinrich's IV. Einmiſchung, (der ſeine Abſichten hatte;) durch den Streit uͤber den Religionszu- ſtand, und die oſtindiſche Schifffahrt. Abſchluß des 12jaͤh-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/heeren_staatensystem_1809
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/heeren_staatensystem_1809/148
Zitationshilfe: Heeren, Arnold H. L.: Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Kolonien. Göttingen, 1809, S. 110. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/heeren_staatensystem_1809/148>, abgerufen am 17.09.2019.