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Heeren, Arnold H. L.: Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Kolonien. Göttingen, 1809.

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I. Per. I. Th. Gesch. d. südl. Eur. Staatensyst.
zwar keiner Gesellschaft; aber mußte er bey diesen Beschrän-
kungen nicht dennoch von selbst das Monopol weniger reicher
Häuser werden?

9. Die Herrschaft der Portugiesen in Ostin-
dien dauerte in diesem Zeitraum unter den beyden Kö-
nigen Emanuel dem Großen (+ 1521) und Jo-
hann III. (+ 1557) nicht nur fort, sondern ward noch
vergrößert; noch mehr aber der Umfang ihres Han-
dels. Es war die Politik dieser Fürsten, die Vice-
könige wenigstens alle drey Jahre zu verändern; ob
zum Vortheil oder Schaden ihrer Besitzungen, ist
schwer zu entscheiden. Hätte nur in Indien selber
jemals Friede werden können! Aber dieß war un-
möglich; da die Mongolen (Mohren, Muhame-
daner) sich aus dem Besitz des Indischen Zwischen-
handels durchaus nicht verdrängen lassen wollten.

Festsetzung der Portugiesen auf Ceylon seit 1520, be-
sonders zu Columbo und Point Gales. Monopol des Zimmt-
handels. -- Nur die Küsten der Insel gehörten ihnen aber
wirklich. Einnahme von Diu 1529; Festsetzung in Cam-
boja
; und, von den Molucken aus, Verbreitung nach Su-
matra, Java, Celebes
und Borneo. Waren auch
nicht allenthalben feste Niederlassungen, so besuchten sie doch
die dortigen Märkte.

10. Vorzüglich waren es jedoch die bereits an-
geknüpfte Verbindung mit China, und der eröffnete
Zutritt in Japan, die den Umfang ihres Handels
vergrößerten. Wesentlich trugen dazu die von den Je-

suiten

I. Per. I. Th. Geſch. d. ſuͤdl. Eur. Staatenſyſt.
zwar keiner Geſellſchaft; aber mußte er bey dieſen Beſchraͤn-
kungen nicht dennoch von ſelbſt das Monopol weniger reicher
Haͤuſer werden?

9. Die Herrſchaft der Portugieſen in Oſtin-
dien dauerte in dieſem Zeitraum unter den beyden Koͤ-
nigen Emanuel dem Großen († 1521) und Jo-
hann III. († 1557) nicht nur fort, ſondern ward noch
vergroͤßert; noch mehr aber der Umfang ihres Han-
dels. Es war die Politik dieſer Fuͤrſten, die Vice-
koͤnige wenigſtens alle drey Jahre zu veraͤndern; ob
zum Vortheil oder Schaden ihrer Beſitzungen, iſt
ſchwer zu entſcheiden. Haͤtte nur in Indien ſelber
jemals Friede werden koͤnnen! Aber dieß war un-
moͤglich; da die Mongolen (Mohren, Muhame-
daner) ſich aus dem Beſitz des Indiſchen Zwiſchen-
handels durchaus nicht verdraͤngen laſſen wollten.

Feſtſetzung der Portugieſen auf Ceylon ſeit 1520, be-
ſonders zu Columbo und Point Gales. Monopol des Zimmt-
handels. — Nur die Kuͤſten der Inſel gehoͤrten ihnen aber
wirklich. Einnahme von Diu 1529; Feſtſetzung in Cam-
boja
; und, von den Molucken aus, Verbreitung nach Su-
matra, Java, Celebes
und Borneo. Waren auch
nicht allenthalben feſte Niederlaſſungen, ſo beſuchten ſie doch
die dortigen Maͤrkte.

10. Vorzuͤglich waren es jedoch die bereits an-
geknuͤpfte Verbindung mit China, und der eroͤffnete
Zutritt in Japan, die den Umfang ihres Handels
vergroͤßerten. Weſentlich trugen dazu die von den Je-

ſuiten
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[88/0126] I. Per. I. Th. Geſch. d. ſuͤdl. Eur. Staatenſyſt. zwar keiner Geſellſchaft; aber mußte er bey dieſen Beſchraͤn- kungen nicht dennoch von ſelbſt das Monopol weniger reicher Haͤuſer werden? 9. Die Herrſchaft der Portugieſen in Oſtin- dien dauerte in dieſem Zeitraum unter den beyden Koͤ- nigen Emanuel dem Großen († 1521) und Jo- hann III. († 1557) nicht nur fort, ſondern ward noch vergroͤßert; noch mehr aber der Umfang ihres Han- dels. Es war die Politik dieſer Fuͤrſten, die Vice- koͤnige wenigſtens alle drey Jahre zu veraͤndern; ob zum Vortheil oder Schaden ihrer Beſitzungen, iſt ſchwer zu entſcheiden. Haͤtte nur in Indien ſelber jemals Friede werden koͤnnen! Aber dieß war un- moͤglich; da die Mongolen (Mohren, Muhame- daner) ſich aus dem Beſitz des Indiſchen Zwiſchen- handels durchaus nicht verdraͤngen laſſen wollten. Feſtſetzung der Portugieſen auf Ceylon ſeit 1520, be- ſonders zu Columbo und Point Gales. Monopol des Zimmt- handels. — Nur die Kuͤſten der Inſel gehoͤrten ihnen aber wirklich. Einnahme von Diu 1529; Feſtſetzung in Cam- boja; und, von den Molucken aus, Verbreitung nach Su- matra, Java, Celebes und Borneo. Waren auch nicht allenthalben feſte Niederlaſſungen, ſo beſuchten ſie doch die dortigen Maͤrkte. 10. Vorzuͤglich waren es jedoch die bereits an- geknuͤpfte Verbindung mit China, und der eroͤffnete Zutritt in Japan, die den Umfang ihres Handels vergroͤßerten. Weſentlich trugen dazu die von den Je- ſuiten

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Zitationshilfe: Heeren, Arnold H. L.: Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Kolonien. Göttingen, 1809, S. 88. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/heeren_staatensystem_1809/126>, abgerufen am 18.09.2019.