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Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, Nr. 80, 19. Mai 1736.

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[Spaltenumbruch] zwischen habe derselbe doch nach allen Districten
Adhortatoria und Befehle er gehen lassen, sich inner-
halb einer gewissen Zeit für ihm zu erklären, widri-
genfalls sie nicht allein ihrer Güter sollen verlustig
seyn, sondern auch das Land raumen. Das grosse
Friedens-Werk zwischen unserm und dem Kayserl.
Hofe verhoffet man allhier noch bald zur gänzlichen
Endschafft zu sehen, für nemlich da man für gewiß
dafür hält, daß die Ratification des Vergleichs, so
den 13ten dieses an unserm Hofe soll gezeichnet wor-
den seyn, schon nach Wien abgesendet worden. Der
Verlust, den der andere Transport der Spanier auf
der See erlitten, soll so stark nicht seyn, wie er bisher
ausgegeben worden, nachdem 11. Schiffe, so man für
verlohren gehalten, nach Roses verschlagen worden.
Dem Herrn Chauvelin, Jntendanten von Amiens,
hat der König eine Pension von 4000. Livres beyge-
leget. Der Jtaliäner, welcher vor einiger Zeit sei-
nen Herrn ermordet, und darauf in Stücken in eine
Tonne gepacket, ist nunmehro aus Preussen, da er
sich attrapiren lassen, allhier eingebracht worden.


Am Dienstage ist die schon gemeldete Strafe an
dem Mörder des Abts Couets vollzogen worden,
nachdem ihm nach verrichteter Busse vor der grossen
Thür der Haupt-Kirche die rechte Hand abgehauen,
und er auf dem Gerichts-Platze gerädert, ins Feuer
geworfen, und die Asche in die Lufft gesprenget wor-
den. Es ist ein Mandat allhier affigiret worden,
vermöge welchem unter Straffe von 3000. Livres
alle geschilderte und Ost-Jndische Leinwand ver-
boten wird. Zwölf Officiers von der Königlichen
Guarde hat der König den Orden von St. Ludewig
geschenckt. Wegen des neuen Vice-Königes auf
der Jnsul Corsica hält man nicht dafür, daß unser
König, der Kayser und Spanien zugeben werden,
daß derselbe sich daselbst vest setze, immassen zu
befürchten stehet, daß er sich mit Tunis wohl verste-
he, und mit der Zeit die Jnsul ein gefährliches Raub-
Nest abgeben möge, so die Schiffahrt daherum un-
sicher mache. Wie man sagt, so soll der Genuesische
Gesandte nachdrückliche Vorstellungen deshalber
an unserem Hofe gethan haben, und deswegen Cou-
riers nach Wien und Spanien abgesandt seyn.


Künftigen Dienstag werden die Herren General-
Staaten wiederum eine Versammlung halten. Ge-
stern war der Portugiesische Minister, Don Louis
d'Acunha, mit unseren Herren in einem Gespräch,
[Spaltenumbruch] darin er das Absterben des Prinzen Don Carlos im
Namen seines hohen Principalen eröffnet. Von
Londen ist ein Courier hier durch nach Gotha paßi-
ret, um die Nachricht von der vollzogenen hohen Ver-
mählung zu überbringen. Der Herr Mauritius,
welcher als Minister dieses Staats im Nieder-Säch-
sischen Crayse zu Hamburg sich aufhält, ist allhier
eingetroffen, und mit unseren Herren von der Regie-
rung schon einmal im Gespräch gewesen.


Man stehet noch in der Hoffnung, daß, wie die Dä-
nischen bereits unser Land verlassen, so auch die Kay-
serlichen bald aufbrechen werden. Zu Aken ist der
Graf Pontatowsky arriviret, um sich des Bades da-
selbst zu gebrauchen. Die Franzosen, welche bis-
her in dem Zweybrückischen gelegen, haben ihren
Marsch nach Saarbrügge, Metz und anderer Orten
hin angetreten. Die Kayserlichen Trouppen, so in
Heydelberg gelegen, sind nach Freyburg gegangen,
und warten daselbst nur auf die übrigen, da sie so-
dann nach Böhmen und Oesterreich ihren Marsch
nehmen werden.


Vor einigen Tagen arrtvirte hier ein Expresser
vom Groß-Brittannischen Hofe, wie man will, mit
der Zeitung, daß die beyden See-Puissanzen anjetzo
nicht allzuabgeneigt schienen, den gegenwärtigen
Frieden unter gewissen annoch geheimen Conditio-
nen zu guarantiren, und man hat bemerket, daß der
Groß-Brittannische Minister nach der Ankunft die-
ses Expressen zu verschiedenen malen im Cabinet un-
sers Königs gewesen. Auch wird versichert, daß
unsern Trouppen die stricte Ordre ertheilet worden,
ihren Marsch aus dem Mayländischen Staat, so
viel möglich, zu beschleunigen, um nicht das Anse-
hen haben zu wollen, daß von Seiten Sr. Sardini-
schen Majestät die baldige Bekandtmachung des
Friedens am meisten verhindert würde. Jnzwi-
schen glaubt man, daß unsere Trouppen, der erhal-
tenen Orde ohngeachtet, ihren Marsch nur sehr
langsam werden fortsetzen können, weil die Wege
durch den eine geraume Zeit her gehabten häuffigen
Regen fast unbrauchbar geworden.


Die Cantons Zürch und Bern haben ein Anmah-
nungs-Schreiben an den Abt von St. Galen erge-
hen lassen, die Zwistigkeiten mit den Toggenburgern
in Güte abzuthun, und sich nicht in Weitläufftigkeit
einzulassen.


[Spaltenumbruch] zwiſchen habe derſelbe doch nach allen Diſtricten
Adhortatoria und Befehle er gehen laſſen, ſich inner-
halb einer gewiſſen Zeit fuͤr ihm zu erklaͤren, widri-
genfalls ſie nicht allein ihrer Guͤter ſollen verluſtig
ſeyn, ſondern auch das Land råumen. Das groſſe
Friedens-Werk zwiſchen unſerm und dem Kayſerl.
Hofe verhoffet man allhier noch bald zur gaͤnzlichen
Endſchafft zu ſehen, fuͤr nemlich da man fuͤr gewiß
dafuͤr haͤlt, daß die Ratification des Vergleichs, ſo
den 13ten dieſes an unſerm Hofe ſoll gezeichnet wor-
den ſeyn, ſchon nach Wien abgeſendet worden. Der
Verluſt, den der andere Tranſport der Spanier auf
der See erlitten, ſoll ſo ſtark nicht ſeyn, wie er bisher
ausgegeben worden, nachdem 11. Schiffe, ſo man fuͤr
verlohren gehalten, nach Roſes verſchlagen worden.
Dem Herrn Chauvelin, Jntendanten von Amiens,
hat der Koͤnig eine Penſion von 4000. Livres beyge-
leget. Der Jtaliaͤner, welcher vor einiger Zeit ſei-
nen Herrn ermordet, und darauf in Stuͤcken in eine
Tonne gepacket, iſt nunmehro aus Preuſſen, da er
ſich attrapiren laſſen, allhier eingebracht worden.


Am Dienſtage iſt die ſchon gemeldete Strafe an
dem Moͤrder des Abts Couets vollzogen worden,
nachdem ihm nach verrichteter Buſſe vor der groſſen
Thuͤr der Haupt-Kirche die rechte Hand abgehauen,
und er auf dem Gerichts-Platze geraͤdert, ins Feuer
geworfen, und die Aſche in die Lufft geſprenget wor-
den. Es iſt ein Mandat allhier affigiret worden,
vermoͤge welchem unter Straffe von 3000. Livres
alle geſchilderte und Oſt-Jndiſche Leinwand ver-
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Guarde hat der Koͤnig den Orden von St. Ludewig
geſchenckt. Wegen des neuen Vice-Koͤniges auf
der Jnſul Corſica haͤlt man nicht dafuͤr, daß unſer
Koͤnig, der Kayſer und Spanien zugeben werden,
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befuͤrchten ſtehet, daß er ſich mit Tunis wohl verſte-
he, und mit der Zeit die Jnſul ein gefaͤhrliches Raub-
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ſicher mache. Wie man ſagt, ſo ſoll der Genueſiſche
Geſandte nachdruͤckliche Vorſtellungen deshalber
an unſerem Hofe gethan haben, und deswegen Cou-
riers nach Wien und Spanien abgeſandt ſeyn.


Kuͤnftigen Dienſtag werden die Herren General-
Staaten wiederum eine Verſammlung halten. Ge-
ſtern war der Portugieſiſche Miniſter, Don Louis
d’Acunha, mit unſeren Herren in einem Geſpraͤch,
[Spaltenumbruch] darin er das Abſterben des Prinzen Don Carlos im
Namen ſeines hohen Principalen eroͤffnet. Von
Londen iſt ein Courier hier durch nach Gotha paßi-
ret, um die Nachricht von der vollzogenen hohen Ver-
maͤhlung zu uͤberbringen. Der Herr Mauritius,
welcher als Miniſter dieſes Staats im Nieder-Saͤch-
ſiſchen Crayſe zu Hamburg ſich aufhaͤlt, iſt allhier
eingetroffen, und mit unſeren Herren von der Regie-
rung ſchon einmal im Geſpraͤch geweſen.


Man ſtehet noch in der Hoffnung, daß, wie die Daͤ-
niſchen bereits unſer Land verlaſſen, ſo auch die Kay-
ſerlichen bald aufbrechen werden. Zu Aken iſt der
Graf Pontatowsky arriviret, um ſich des Bades da-
ſelbſt zu gebrauchen. Die Franzoſen, welche bis-
her in dem Zweybruͤckiſchen gelegen, haben ihren
Marſch nach Saarbruͤgge, Metz und anderer Orten
hin angetreten. Die Kayſerlichen Trouppen, ſo in
Heydelberg gelegen, ſind nach Freyburg gegangen,
und warten daſelbſt nur auf die uͤbrigen, da ſie ſo-
dann nach Boͤhmen und Oeſterreich ihren Marſch
nehmen werden.


Vor einigen Tagen arrtvirte hier ein Expreſſer
vom Groß-Brittanniſchen Hofe, wie man will, mit
der Zeitung, daß die beyden See-Puiſſanzen anjetzo
nicht allzuabgeneigt ſchienen, den gegenwaͤrtigen
Frieden unter gewiſſen annoch geheimen Conditio-
nen zu guarantiren, und man hat bemerket, daß der
Groß-Brittanniſche Miniſter nach der Ankunft die-
ſes Expreſſen zu verſchiedenen malen im Cabinet un-
ſers Koͤnigs geweſen. Auch wird verſichert, daß
unſern Trouppen die ſtricte Ordre ertheilet worden,
ihren Marſch aus dem Maylaͤndiſchen Staat, ſo
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hen haben zu wollen, daß von Seiten Sr. Sardini-
ſchen Majeſtaͤt die baldige Bekandtmachung des
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ſchen glaubt man, daß unſere Trouppen, der erhal-
tenen Orde ohngeachtet, ihren Marſch nur ſehr
langſam werden fortſetzen koͤnnen, weil die Wege
durch den eine geraume Zeit her gehabten haͤuffigen
Regen faſt unbrauchbar geworden.


Die Cantons Zuͤrch und Bern haben ein Anmah-
nungs-Schreiben an den Abt von St. Galen erge-
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in Guͤte abzuthun, und ſich nicht in Weitlaͤufftigkeit
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[[2]/0002] zwiſchen habe derſelbe doch nach allen Diſtricten Adhortatoria und Befehle er gehen laſſen, ſich inner- halb einer gewiſſen Zeit fuͤr ihm zu erklaͤren, widri- genfalls ſie nicht allein ihrer Guͤter ſollen verluſtig ſeyn, ſondern auch das Land råumen. Das groſſe Friedens-Werk zwiſchen unſerm und dem Kayſerl. Hofe verhoffet man allhier noch bald zur gaͤnzlichen Endſchafft zu ſehen, fuͤr nemlich da man fuͤr gewiß dafuͤr haͤlt, daß die Ratification des Vergleichs, ſo den 13ten dieſes an unſerm Hofe ſoll gezeichnet wor- den ſeyn, ſchon nach Wien abgeſendet worden. Der Verluſt, den der andere Tranſport der Spanier auf der See erlitten, ſoll ſo ſtark nicht ſeyn, wie er bisher ausgegeben worden, nachdem 11. Schiffe, ſo man fuͤr verlohren gehalten, nach Roſes verſchlagen worden. Dem Herrn Chauvelin, Jntendanten von Amiens, hat der Koͤnig eine Penſion von 4000. Livres beyge- leget. Der Jtaliaͤner, welcher vor einiger Zeit ſei- nen Herrn ermordet, und darauf in Stuͤcken in eine Tonne gepacket, iſt nunmehro aus Preuſſen, da er ſich attrapiren laſſen, allhier eingebracht worden. Paris, den 11. May. Am Dienſtage iſt die ſchon gemeldete Strafe an dem Moͤrder des Abts Couets vollzogen worden, nachdem ihm nach verrichteter Buſſe vor der groſſen Thuͤr der Haupt-Kirche die rechte Hand abgehauen, und er auf dem Gerichts-Platze geraͤdert, ins Feuer geworfen, und die Aſche in die Lufft geſprenget wor- den. Es iſt ein Mandat allhier affigiret worden, vermoͤge welchem unter Straffe von 3000. Livres alle geſchilderte und Oſt-Jndiſche Leinwand ver- boten wird. Zwoͤlf Officiers von der Koͤniglichen Guarde hat der Koͤnig den Orden von St. Ludewig geſchenckt. Wegen des neuen Vice-Koͤniges auf der Jnſul Corſica haͤlt man nicht dafuͤr, daß unſer Koͤnig, der Kayſer und Spanien zugeben werden, daß derſelbe ſich daſelbſt veſt ſetze, immaſſen zu befuͤrchten ſtehet, daß er ſich mit Tunis wohl verſte- he, und mit der Zeit die Jnſul ein gefaͤhrliches Raub- Neſt abgeben moͤge, ſo die Schiffahrt daherum un- ſicher mache. Wie man ſagt, ſo ſoll der Genueſiſche Geſandte nachdruͤckliche Vorſtellungen deshalber an unſerem Hofe gethan haben, und deswegen Cou- riers nach Wien und Spanien abgeſandt ſeyn. Haag, den 13 May. Kuͤnftigen Dienſtag werden die Herren General- Staaten wiederum eine Verſammlung halten. Ge- ſtern war der Portugieſiſche Miniſter, Don Louis d’Acunha, mit unſeren Herren in einem Geſpraͤch, darin er das Abſterben des Prinzen Don Carlos im Namen ſeines hohen Principalen eroͤffnet. Von Londen iſt ein Courier hier durch nach Gotha paßi- ret, um die Nachricht von der vollzogenen hohen Ver- maͤhlung zu uͤberbringen. Der Herr Mauritius, welcher als Miniſter dieſes Staats im Nieder-Saͤch- ſiſchen Crayſe zu Hamburg ſich aufhaͤlt, iſt allhier eingetroffen, und mit unſeren Herren von der Regie- rung ſchon einmal im Geſpraͤch geweſen. Luyck, den 8. May. Man ſtehet noch in der Hoffnung, daß, wie die Daͤ- niſchen bereits unſer Land verlaſſen, ſo auch die Kay- ſerlichen bald aufbrechen werden. Zu Aken iſt der Graf Pontatowsky arriviret, um ſich des Bades da- ſelbſt zu gebrauchen. Die Franzoſen, welche bis- her in dem Zweybruͤckiſchen gelegen, haben ihren Marſch nach Saarbruͤgge, Metz und anderer Orten hin angetreten. Die Kayſerlichen Trouppen, ſo in Heydelberg gelegen, ſind nach Freyburg gegangen, und warten daſelbſt nur auf die uͤbrigen, da ſie ſo- dann nach Boͤhmen und Oeſterreich ihren Marſch nehmen werden. Turin, den 2. May. Vor einigen Tagen arrtvirte hier ein Expreſſer vom Groß-Brittanniſchen Hofe, wie man will, mit der Zeitung, daß die beyden See-Puiſſanzen anjetzo nicht allzuabgeneigt ſchienen, den gegenwaͤrtigen Frieden unter gewiſſen annoch geheimen Conditio- nen zu guarantiren, und man hat bemerket, daß der Groß-Brittanniſche Miniſter nach der Ankunft die- ſes Expreſſen zu verſchiedenen malen im Cabinet un- ſers Koͤnigs geweſen. Auch wird verſichert, daß unſern Trouppen die ſtricte Ordre ertheilet worden, ihren Marſch aus dem Maylaͤndiſchen Staat, ſo viel moͤglich, zu beſchleunigen, um nicht das Anſe- hen haben zu wollen, daß von Seiten Sr. Sardini- ſchen Majeſtaͤt die baldige Bekandtmachung des Friedens am meiſten verhindert wuͤrde. Jnzwi- ſchen glaubt man, daß unſere Trouppen, der erhal- tenen Orde ohngeachtet, ihren Marſch nur ſehr langſam werden fortſetzen koͤnnen, weil die Wege durch den eine geraume Zeit her gehabten haͤuffigen Regen faſt unbrauchbar geworden. Schaffshauſen, den 5. May. Die Cantons Zuͤrch und Bern haben ein Anmah- nungs-Schreiben an den Abt von St. Galen erge- hen laſſen, die Zwiſtigkeiten mit den Toggenburgern in Guͤte abzuthun, und ſich nicht in Weitlaͤufftigkeit einzulaſſen.

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Zitationshilfe: Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, Nr. 80, 19. Mai 1736, S. [2]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_801905_1736/2>, abgerufen am 21.08.2019.