Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Stats- u. Gelehrte Zeitung des Hollsteinischen Correspondenten. Nr. 66, Hamburg, 25. April 1725.

Bild:
<< vorherige Seite
[Spaltenumbruch]

Die Herren Staaten von Holland und West-Frieß-
land haben am Mittwochen ihre Versamlung wieder
eröffnet, und seithero fortgesetzet; So sind auch die
mehresten unserer Herren Generals anjetzo hieselbst zu-
gegen; daß also die Conferentzien zwischen denenselben
und dem Staats-Raht ehestens werden angefangen
werden. Das Gerüchte von einem bald bevorstehenden
Kriege zwischen Franckreich und Spanien breitet sich
je länger je mehr aus, und ist zu Paris würcklich
von Seiten Spanien die Declaration geschehen, daß
diese Cron alle Alliantzen mit Franckreich abbräche,
auch der König Philippus die Frantzösische Media-
tion nicht mehr erkennen wolte, um die mit dem
Käyser und Könige von Sardinien obschwebende
Differentzien zum Ende zu bringen, sondern allein
die Mediation von Engelland desfals anzunehmen
gedencke; und wolte man von dem Käyserl. Engli-
schen und Turinischen Hofe abwarten, daß sie mit
dem zu Madrit sich über einen andern Ort des Con-
gresses, anstatt Cammerich, zu ernennen vergleichen,
und den Frieden zwischen Jhro Käyserl. Majestät
und dem Könige von Spanien zu treffen suchen wür-
den. Jmmittelst sind so wol der Käyser als Engel-
land dahin bedacht, die Ruptur wo möglich zu ver-
hüten, und durch gütliche Vorschläge die erhitzte
Gemühter zu versöhnen, wiewol die Spanische Mi-
nistri sich präpariren von Cammerich ehestens abzu-
reisen. Sonsten soll der neue Frantzösische Ambas-
sadeur, Marquis de Fenelon, in einigen mit unserm
Groß-Pensionario gehaltenen Conferentzen, eine ge-
nauere Alliantz, als bishero zwischen seinem Könige
und denen General-Staaten subsistiret, zum Präju-
ditz einer mit selbigen gräntzenden Puissance propo-
niret haben; weil aber diese letztern einmahl fest da-
bey bleiben, mit niemand, ohne die gröste Noht,
sich in Weitläufftigkeit einzulassen, so scheinet dieser
Minister desfals übel zufrieden zu seyn, gleichwie er
denn, als der Herr Raht Pensionarius ihn über die
Affaire wegen der Ostendischen Compagnie sondiret,
gar kaltsinnig geantwortet haben soll, wie er desfals
nicht instruiret sey. Des Admirals Sommelsdick,
welcher unsere Escadre gegen die Africanische See-
Rauber vor dieses Jahr commandiren soll, seine
letztere Jnstructiones gehen dahin, nicht allein de-
sensive, sondern offensive, gegen solche See-Räuber
zu agiren, welche Resolution auch der Spanische
Hoff gefasset. Es soll immittelst auch unser an der
Ottomanischen Pforte residirender Minister anhero
berichtet haben, daß ihm von dem Groß-Vezier die
[Spaltenumbruch] Declaration über diesen Punct also geschehen: daß,
dieser Corsaires halber, die Republique auf die Si-
cherheit ihres Handels quovis modo meliori bedacht
seyn müste, denn die Pforte hierbey kein zulängli-
ches Mittel, die Africanischen Republiques mit
Gewalt zum Frieden mit diesem Staat zu bringen,
finden könte, seitdem Jhro Hochmögenden die Her-
ren General-Staaten ihre See-Macht gegen die
Corsaires mit der Spanischen combiniret und con-
jungiret worden. Man hätte auch sonsten vermey-
net, Engelland würde en Faveur dieses Staats mit
der Republiq Tunis und Tripoli annoch ein Medi-
um, mit diesen beyden zum Vergleich zu kommen,
gefunden haben; dieses aber hat sich auch zu keinem
Effect anscheinen wollen; Muß man also abwarten,
ob das vor so langer Zeit schon projectirte Bombar-
dement der Stadt Algiers seinen Fortgang haben
werde? wenigstens incliniren die Spanier hierzu.


Aus der Ukraine hat man, daß die Unterthanen
von jenseit dem Nieper, auf die Pohlnische Seite
starck überlauffen.


Frantzösische Briefe melden durchgehends von ei-
ner Erhöhung der Müntzen. Man versichert, daß
der König von Sardinien die Völcker, welche ihn
nach Savoyen begleiten sollen, und in 4000 beste-
hen, bereits zusammen kommen lasse, und daß die
Königin mit dahin gehen werde. Jn der Schweitz
läufft ein Gerücht, daß die Catholische Cantons ei-
nige Bewegungen zu machen anfingen.


Am verwichenen Sonnabend arrivirte der Printz
Friderich von Preussen zu Calkar, und wurde allda
des andern Tages von einigen Rähten aus dem hier
seyenden Königl. Collegio bewillkommet. Selbigen
Printzens Reuter-Regiment wird erster Tages in den
Königl. Thier-Garten zusammen kommen, um ge-
munstert und exerciret zu werden; über 8 oder 9
Tagen aber werden Se. Hoh. den Marsch mit selbiges
nach Pommern antreten, von wannen es ferner mit
denen andern Königl. Preußischen Trouppen nach
Pohlen marschiren wird.


Gestern ist der Namens-Tag Sr. Hertzoglichen
Durchl. von Blanckenburg in bester Galla auf dem
Fürstl. Most-Hofe in der Burg celebriret worden, gegen
Abend aber eine Comödie präsentiret; das darauf
verfertigte künstliche Feuer-Werck ist nicht ver-

[Spaltenumbruch]

Die Herren Staaten von Holland und Weſt-Frieß-
land haben am Mittwochen ihre Verſamlung wieder
eroͤffnet, und ſeithero fortgeſetzet; So ſind auch die
mehreſten unſerer Herren Generals anjetzo hieſelbſt zu-
gegen; daß alſo die Conferentzien zwiſchen denenſelben
und dem Staats-Raht eheſtens werden angefangen
werden. Das Geruͤchte von einem bald bevorſtehenden
Kriege zwiſchen Franckreich und Spanien breitet ſich
je laͤnger je mehr aus, und iſt zu Paris wuͤrcklich
von Seiten Spanien die Declaration geſchehen, daß
dieſe Cron alle Alliantzen mit Franckreich abbraͤche,
auch der Koͤnig Philippus die Frantzoͤſiſche Media-
tion nicht mehr erkennen wolte, um die mit dem
Kaͤyſer und Koͤnige von Sardinien obſchwebende
Differentzien zum Ende zu bringen, ſondern allein
die Mediation von Engelland desfals anzunehmen
gedencke; und wolte man von dem Kaͤyſerl. Engli-
ſchen und Turiniſchen Hofe abwarten, daß ſie mit
dem zu Madrit ſich uͤber einen andern Ort des Con-
greſſes, anſtatt Cammerich, zu ernennen vergleichen,
und den Frieden zwiſchen Jhro Kaͤyſerl. Majeſtaͤt
und dem Koͤnige von Spanien zu treffen ſuchen wuͤr-
den. Jmmittelſt ſind ſo wol der Kaͤyſer als Engel-
land dahin bedacht, die Ruptur wo moͤglich zu ver-
huͤten, und durch guͤtliche Vorſchlaͤge die erhitzte
Gemuͤhter zu verſoͤhnen, wiewol die Spaniſche Mi-
niſtri ſich praͤpariren von Cammerich eheſtens abzu-
reiſen. Sonſten ſoll der neue Frantzoͤſiſche Ambaſ-
ſadeur, Marquis de Fenelon, in einigen mit unſerm
Groß-Penſionario gehaltenen Conferentzen, eine ge-
nauere Alliantz, als bishero zwiſchen ſeinem Koͤnige
und denen General-Staaten ſubſiſtiret, zum Praͤju-
ditz einer mit ſelbigen graͤntzenden Puiſſance propo-
niret haben; weil aber dieſe letztern einmahl feſt da-
bey bleiben, mit niemand, ohne die groͤſte Noht,
ſich in Weitlaͤufftigkeit einzulaſſen, ſo ſcheinet dieſer
Miniſter desfals uͤbel zufrieden zu ſeyn, gleichwie er
denn, als der Herr Raht Penſionarius ihn uͤber die
Affaire wegen der Oſtendiſchen Compagnie ſondiret,
gar kaltſinnig geantwortet haben ſoll, wie er desfals
nicht inſtruiret ſey. Des Admirals Sommelsdick,
welcher unſere Eſcadre gegen die Africaniſche See-
Rauber vor dieſes Jahr commandiren ſoll, ſeine
letztere Jnſtructiones gehen dahin, nicht allein de-
ſenſive, ſondern offenſive, gegen ſolche See-Raͤuber
zu agiren, welche Reſolution auch der Spaniſche
Hoff gefaſſet. Es ſoll immittelſt auch unſer an der
Ottomaniſchen Pforte reſidirender Miniſter anhero
berichtet haben, daß ihm von dem Groß-Vezier die
[Spaltenumbruch] Declaration uͤber dieſen Punct alſo geſchehen: daß,
dieſer Corſaires halber, die Republique auf die Si-
cherheit ihres Handels quovis modo meliori bedacht
ſeyn muͤſte, denn die Pforte hierbey kein zulaͤngli-
ches Mittel, die Africaniſchen Republiques mit
Gewalt zum Frieden mit dieſem Staat zu bringen,
finden koͤnte, ſeitdem Jhro Hochmoͤgenden die Her-
ren General-Staaten ihre See-Macht gegen die
Corſaires mit der Spaniſchen combiniret und con-
jungiret worden. Man haͤtte auch ſonſten vermey-
net, Engelland wuͤrde en Faveur dieſes Staats mit
der Republiq Tunis und Tripoli annoch ein Medi-
um, mit dieſen beyden zum Vergleich zu kommen,
gefunden haben; dieſes aber hat ſich auch zu keinem
Effect anſcheinen wollen; Muß man alſo abwarten,
ob das vor ſo langer Zeit ſchon projectirte Bombar-
dement der Stadt Algiers ſeinen Fortgang haben
werde? wenigſtens incliniren die Spanier hierzu.


Aus der Ukraine hat man, daß die Unterthanen
von jenſeit dem Nieper, auf die Pohlniſche Seite
ſtarck uͤberlauffen.


Frantzoͤſiſche Briefe melden durchgehends von ei-
ner Erhoͤhung der Muͤntzen. Man verſichert, daß
der Koͤnig von Sardinien die Voͤlcker, welche ihn
nach Savoyen begleiten ſollen, und in 4000 beſte-
hen, bereits zuſammen kommen laſſe, und daß die
Koͤnigin mit dahin gehen werde. Jn der Schweitz
laͤufft ein Geruͤcht, daß die Catholiſche Cantons ei-
nige Bewegungen zu machen anfingen.


Am verwichenen Sonnabend arrivirte der Printz
Friderich von Preuſſen zu Calkar, und wurde allda
des andern Tages von einigen Raͤhten aus dem hier
ſeyenden Koͤnigl. Collegio bewillkommet. Selbigen
Printzens Reuter-Regiment wird erſter Tages in den
Koͤnigl. Thier-Garten zuſammen kommen, um ge-
munſtert und exerciret zu werden; uͤber 8 oder 9
Tagen aber werden Se. Hoh. den Marſch mit ſelbiges
nach Pommern antreten, von wannen es ferner mit
denen andern Koͤnigl. Preußiſchen Trouppen nach
Pohlen marſchiren wird.


Geſtern iſt der Namens-Tag Sr. Hertzoglichen
Durchl. von Blanckenburg in beſter Galla auf dem
Fuͤrſtl. Moſt-Hofe in der Burg celebriret worden, gegen
Abend aber eine Comoͤdie praͤſentiret; das darauf
verfertigte kuͤnſtliche Feuer-Werck iſt nicht ver-

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="jPoliticalNews">
          <div type="jArticle">
            <pb facs="#f0003" n="[3]"/>
            <cb/>
          </div>
          <div type="jArticle">
            <dateline> <hi rendition="#c">Haag, den 20. April.</hi> </dateline><lb/>
            <p>Die Herren Staaten von Holland und We&#x017F;t-Frieß-<lb/>
land haben am                             Mittwochen ihre Ver&#x017F;amlung wieder<lb/>
ero&#x0364;ffnet, und                             &#x017F;eithero fortge&#x017F;etzet; So &#x017F;ind auch                             die<lb/>
mehre&#x017F;ten un&#x017F;erer Herren Generals anjetzo                             hie&#x017F;elb&#x017F;t zu-<lb/>
gegen; daß al&#x017F;o die Conferentzien                             zwi&#x017F;chen denen&#x017F;elben<lb/>
und dem Staats-Raht                             ehe&#x017F;tens werden angefangen<lb/>
werden. Das Geru&#x0364;chte von                             einem bald bevor&#x017F;tehenden<lb/>
Kriege zwi&#x017F;chen Franckreich                             und Spanien breitet &#x017F;ich<lb/>
je la&#x0364;nger je mehr aus, und                             i&#x017F;t zu Paris wu&#x0364;rcklich<lb/>
von Seiten Spanien die                             Declaration ge&#x017F;chehen, daß<lb/>
die&#x017F;e Cron alle Alliantzen                             mit Franckreich abbra&#x0364;che,<lb/>
auch der Ko&#x0364;nig Philippus                             die Frantzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;che Media-<lb/>
tion nicht mehr                             erkennen wolte, um die mit dem<lb/>
Ka&#x0364;y&#x017F;er und                             Ko&#x0364;nige von Sardinien ob&#x017F;chwebende<lb/>
Differentzien zum                             Ende zu bringen, &#x017F;ondern allein<lb/>
die Mediation von Engelland                             desfals anzunehmen<lb/>
gedencke; und wolte man von dem                             Ka&#x0364;y&#x017F;erl. Engli-<lb/>
&#x017F;chen und Turini&#x017F;chen                             Hofe abwarten, daß &#x017F;ie mit<lb/>
dem zu Madrit &#x017F;ich                             u&#x0364;ber einen andern Ort des Con-<lb/>
gre&#x017F;&#x017F;es,                             an&#x017F;tatt Cammerich, zu ernennen vergleichen,<lb/>
und den Frieden                             zwi&#x017F;chen Jhro Ka&#x0364;y&#x017F;erl.                             Maje&#x017F;ta&#x0364;t<lb/>
und dem Ko&#x0364;nige von Spanien zu                             treffen &#x017F;uchen wu&#x0364;r-<lb/>
den. Jmmittel&#x017F;t                             &#x017F;ind &#x017F;o wol der Ka&#x0364;y&#x017F;er als Engel-<lb/>
land                             dahin bedacht, die Ruptur wo mo&#x0364;glich zu ver-<lb/>
hu&#x0364;ten,                             und durch gu&#x0364;tliche Vor&#x017F;chla&#x0364;ge die                             erhitzte<lb/>
Gemu&#x0364;hter zu ver&#x017F;o&#x0364;hnen, wiewol die                             Spani&#x017F;che Mi-<lb/>
ni&#x017F;tri &#x017F;ich pra&#x0364;pariren                             von Cammerich ehe&#x017F;tens abzu-<lb/>
rei&#x017F;en. Son&#x017F;ten                             &#x017F;oll der neue Frantzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;che                             Amba&#x017F;-<lb/>
&#x017F;adeur, Marquis de Fenelon, in einigen mit                             un&#x017F;erm<lb/>
Groß-Pen&#x017F;ionario gehaltenen Conferentzen, eine                             ge-<lb/>
nauere Alliantz, als bishero zwi&#x017F;chen &#x017F;einem                             Ko&#x0364;nige<lb/>
und denen General-Staaten                             &#x017F;ub&#x017F;i&#x017F;tiret, zum Pra&#x0364;ju-<lb/>
ditz einer mit                             &#x017F;elbigen gra&#x0364;ntzenden Pui&#x017F;&#x017F;ance                             propo-<lb/>
niret haben; weil aber die&#x017F;e letztern einmahl                             fe&#x017F;t da-<lb/>
bey bleiben, mit niemand, ohne die                             gro&#x0364;&#x017F;te Noht,<lb/>
&#x017F;ich in Weitla&#x0364;ufftigkeit                             einzula&#x017F;&#x017F;en, &#x017F;o &#x017F;cheinet                             die&#x017F;er<lb/>
Mini&#x017F;ter desfals u&#x0364;bel zufrieden zu                             &#x017F;eyn, gleichwie er<lb/>
denn, als der Herr Raht                             Pen&#x017F;ionarius ihn u&#x0364;ber die<lb/>
Affaire wegen der                             O&#x017F;tendi&#x017F;chen Compagnie &#x017F;ondiret,<lb/>
gar                             kalt&#x017F;innig geantwortet haben &#x017F;oll, wie er                             desfals<lb/>
nicht in&#x017F;truiret &#x017F;ey. Des Admirals                             Sommelsdick,<lb/>
welcher un&#x017F;ere E&#x017F;cadre gegen die                             Africani&#x017F;che See-<lb/>
Rauber vor die&#x017F;es Jahr commandiren                             &#x017F;oll, &#x017F;eine<lb/>
letztere Jn&#x017F;tructiones gehen dahin,                             nicht allein de-<lb/>
&#x017F;en&#x017F;ive, &#x017F;ondern                             offen&#x017F;ive, gegen &#x017F;olche See-Ra&#x0364;uber<lb/>
zu agiren,                             welche Re&#x017F;olution auch der Spani&#x017F;che<lb/>
Hoff                             gefa&#x017F;&#x017F;et. Es &#x017F;oll immittel&#x017F;t auch                             un&#x017F;er an der<lb/>
Ottomani&#x017F;chen Pforte re&#x017F;idirender                             Mini&#x017F;ter anhero<lb/>
berichtet haben, daß ihm von dem Groß-Vezier                             die<lb/><cb/>
Declaration u&#x0364;ber die&#x017F;en Punct al&#x017F;o                             ge&#x017F;chehen: daß,<lb/>
die&#x017F;er Cor&#x017F;aires halber, die                             Republique auf die Si-<lb/>
cherheit ihres Handels quovis modo meliori                             bedacht<lb/>
&#x017F;eyn mu&#x0364;&#x017F;te, denn die Pforte hierbey                             kein zula&#x0364;ngli-<lb/>
ches Mittel, die Africani&#x017F;chen                             Republiques mit<lb/>
Gewalt zum Frieden mit die&#x017F;em Staat zu                             bringen,<lb/>
finden ko&#x0364;nte, &#x017F;eitdem Jhro                             Hochmo&#x0364;genden die Her-<lb/>
ren General-Staaten ihre See-Macht                             gegen die<lb/>
Cor&#x017F;aires mit der Spani&#x017F;chen combiniret und                             con-<lb/>
jungiret worden. Man ha&#x0364;tte auch &#x017F;on&#x017F;ten                             vermey-<lb/>
net, Engelland wu&#x0364;rde en Faveur die&#x017F;es Staats                             mit<lb/>
der Republiq Tunis und Tripoli annoch ein Medi-<lb/>
um, mit                             die&#x017F;en beyden zum Vergleich zu kommen,<lb/>
gefunden haben;                             die&#x017F;es aber hat &#x017F;ich auch zu keinem<lb/>
Effect                             an&#x017F;cheinen wollen; Muß man al&#x017F;o abwarten,<lb/>
ob das vor                             &#x017F;o langer Zeit &#x017F;chon projectirte Bombar-<lb/>
dement der                             Stadt Algiers &#x017F;einen Fortgang haben<lb/>
werde? wenig&#x017F;tens                             incliniren die Spanier hierzu.</p>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <dateline> <hi rendition="#c">Zamo&#x017F;c, den 6. April.</hi> </dateline><lb/>
            <p>Aus der Ukraine hat man, daß die Unterthanen<lb/>
von jen&#x017F;eit dem                             Nieper, auf die Pohlni&#x017F;che Seite<lb/>
&#x017F;tarck                             u&#x0364;berlauffen.</p>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <dateline> <hi rendition="#c">Genff, den 8. April.</hi> </dateline><lb/>
            <p>Frantzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;che Briefe melden durchgehends von                             ei-<lb/>
ner Erho&#x0364;hung der Mu&#x0364;ntzen. Man ver&#x017F;ichert,                             daß<lb/>
der Ko&#x0364;nig von Sardinien die Vo&#x0364;lcker, welche                             ihn<lb/>
nach Savoyen begleiten &#x017F;ollen, und in 4000                             be&#x017F;te-<lb/>
hen, bereits zu&#x017F;ammen kommen                             la&#x017F;&#x017F;e, und daß die<lb/>
Ko&#x0364;nigin mit dahin gehen                             werde. Jn der Schweitz<lb/>
la&#x0364;ufft ein Geru&#x0364;cht, daß die                             Catholi&#x017F;che Cantons ei-<lb/>
nige Bewegungen zu machen                             anfingen.</p>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <dateline> <hi rendition="#c">Cleve, den 18. April.</hi> </dateline><lb/>
            <p>Am verwichenen Sonnabend arrivirte der Printz<lb/>
Friderich von                             Preu&#x017F;&#x017F;en zu Calkar, und wurde allda<lb/>
des andern Tages                             von einigen Ra&#x0364;hten aus dem hier<lb/>
&#x017F;eyenden                             Ko&#x0364;nigl. Collegio bewillkommet. Selbigen<lb/>
Printzens                             Reuter-Regiment wird er&#x017F;ter Tages in den<lb/>
Ko&#x0364;nigl.                             Thier-Garten zu&#x017F;ammen kommen, um ge-<lb/>
mun&#x017F;tert und                             exerciret zu werden; u&#x0364;ber 8 oder 9<lb/>
Tagen aber werden Se.                             Hoh. den Mar&#x017F;ch mit &#x017F;elbiges<lb/>
nach Pommern antreten,                             von wannen es ferner mit<lb/>
denen andern Ko&#x0364;nigl.                             Preußi&#x017F;chen Trouppen nach<lb/>
Pohlen mar&#x017F;chiren wird.</p>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <dateline> <hi rendition="#c">Braun&#x017F;chweig, den 18.                             April.</hi> </dateline><lb/>
            <p>Ge&#x017F;tern i&#x017F;t der Namens-Tag Sr. Hertzoglichen<lb/>
Durchl.                             von Blanckenburg in be&#x017F;ter Galla auf                             dem<lb/>
Fu&#x0364;r&#x017F;tl. Mo&#x017F;t-Hofe in der Burg celebriret                             wo<choice><sic>&#xA75B;</sic><corr>r</corr></choice>den, gegen<lb/>
Abend aber eine Como&#x0364;die                             pra&#x0364;&#x017F;entiret; das darauf<lb/>
verfertigte                             ku&#x0364;n&#x017F;tliche Feuer-Werck i&#x017F;t nicht ver-<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[3]/0003] Haag, den 20. April. Die Herren Staaten von Holland und Weſt-Frieß- land haben am Mittwochen ihre Verſamlung wieder eroͤffnet, und ſeithero fortgeſetzet; So ſind auch die mehreſten unſerer Herren Generals anjetzo hieſelbſt zu- gegen; daß alſo die Conferentzien zwiſchen denenſelben und dem Staats-Raht eheſtens werden angefangen werden. Das Geruͤchte von einem bald bevorſtehenden Kriege zwiſchen Franckreich und Spanien breitet ſich je laͤnger je mehr aus, und iſt zu Paris wuͤrcklich von Seiten Spanien die Declaration geſchehen, daß dieſe Cron alle Alliantzen mit Franckreich abbraͤche, auch der Koͤnig Philippus die Frantzoͤſiſche Media- tion nicht mehr erkennen wolte, um die mit dem Kaͤyſer und Koͤnige von Sardinien obſchwebende Differentzien zum Ende zu bringen, ſondern allein die Mediation von Engelland desfals anzunehmen gedencke; und wolte man von dem Kaͤyſerl. Engli- ſchen und Turiniſchen Hofe abwarten, daß ſie mit dem zu Madrit ſich uͤber einen andern Ort des Con- greſſes, anſtatt Cammerich, zu ernennen vergleichen, und den Frieden zwiſchen Jhro Kaͤyſerl. Majeſtaͤt und dem Koͤnige von Spanien zu treffen ſuchen wuͤr- den. Jmmittelſt ſind ſo wol der Kaͤyſer als Engel- land dahin bedacht, die Ruptur wo moͤglich zu ver- huͤten, und durch guͤtliche Vorſchlaͤge die erhitzte Gemuͤhter zu verſoͤhnen, wiewol die Spaniſche Mi- niſtri ſich praͤpariren von Cammerich eheſtens abzu- reiſen. Sonſten ſoll der neue Frantzoͤſiſche Ambaſ- ſadeur, Marquis de Fenelon, in einigen mit unſerm Groß-Penſionario gehaltenen Conferentzen, eine ge- nauere Alliantz, als bishero zwiſchen ſeinem Koͤnige und denen General-Staaten ſubſiſtiret, zum Praͤju- ditz einer mit ſelbigen graͤntzenden Puiſſance propo- niret haben; weil aber dieſe letztern einmahl feſt da- bey bleiben, mit niemand, ohne die groͤſte Noht, ſich in Weitlaͤufftigkeit einzulaſſen, ſo ſcheinet dieſer Miniſter desfals uͤbel zufrieden zu ſeyn, gleichwie er denn, als der Herr Raht Penſionarius ihn uͤber die Affaire wegen der Oſtendiſchen Compagnie ſondiret, gar kaltſinnig geantwortet haben ſoll, wie er desfals nicht inſtruiret ſey. Des Admirals Sommelsdick, welcher unſere Eſcadre gegen die Africaniſche See- Rauber vor dieſes Jahr commandiren ſoll, ſeine letztere Jnſtructiones gehen dahin, nicht allein de- ſenſive, ſondern offenſive, gegen ſolche See-Raͤuber zu agiren, welche Reſolution auch der Spaniſche Hoff gefaſſet. Es ſoll immittelſt auch unſer an der Ottomaniſchen Pforte reſidirender Miniſter anhero berichtet haben, daß ihm von dem Groß-Vezier die Declaration uͤber dieſen Punct alſo geſchehen: daß, dieſer Corſaires halber, die Republique auf die Si- cherheit ihres Handels quovis modo meliori bedacht ſeyn muͤſte, denn die Pforte hierbey kein zulaͤngli- ches Mittel, die Africaniſchen Republiques mit Gewalt zum Frieden mit dieſem Staat zu bringen, finden koͤnte, ſeitdem Jhro Hochmoͤgenden die Her- ren General-Staaten ihre See-Macht gegen die Corſaires mit der Spaniſchen combiniret und con- jungiret worden. Man haͤtte auch ſonſten vermey- net, Engelland wuͤrde en Faveur dieſes Staats mit der Republiq Tunis und Tripoli annoch ein Medi- um, mit dieſen beyden zum Vergleich zu kommen, gefunden haben; dieſes aber hat ſich auch zu keinem Effect anſcheinen wollen; Muß man alſo abwarten, ob das vor ſo langer Zeit ſchon projectirte Bombar- dement der Stadt Algiers ſeinen Fortgang haben werde? wenigſtens incliniren die Spanier hierzu. Zamoſc, den 6. April. Aus der Ukraine hat man, daß die Unterthanen von jenſeit dem Nieper, auf die Pohlniſche Seite ſtarck uͤberlauffen. Genff, den 8. April. Frantzoͤſiſche Briefe melden durchgehends von ei- ner Erhoͤhung der Muͤntzen. Man verſichert, daß der Koͤnig von Sardinien die Voͤlcker, welche ihn nach Savoyen begleiten ſollen, und in 4000 beſte- hen, bereits zuſammen kommen laſſe, und daß die Koͤnigin mit dahin gehen werde. Jn der Schweitz laͤufft ein Geruͤcht, daß die Catholiſche Cantons ei- nige Bewegungen zu machen anfingen. Cleve, den 18. April. Am verwichenen Sonnabend arrivirte der Printz Friderich von Preuſſen zu Calkar, und wurde allda des andern Tages von einigen Raͤhten aus dem hier ſeyenden Koͤnigl. Collegio bewillkommet. Selbigen Printzens Reuter-Regiment wird erſter Tages in den Koͤnigl. Thier-Garten zuſammen kommen, um ge- munſtert und exerciret zu werden; uͤber 8 oder 9 Tagen aber werden Se. Hoh. den Marſch mit ſelbiges nach Pommern antreten, von wannen es ferner mit denen andern Koͤnigl. Preußiſchen Trouppen nach Pohlen marſchiren wird. Braunſchweig, den 18. April. Geſtern iſt der Namens-Tag Sr. Hertzoglichen Durchl. von Blanckenburg in beſter Galla auf dem Fuͤrſtl. Moſt-Hofe in der Burg celebriret worden, gegen Abend aber eine Comoͤdie praͤſentiret; das darauf verfertigte kuͤnſtliche Feuer-Werck iſt nicht ver-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Manuel Wille: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Arnika Lutz: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (doppelt erfasst).




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_662504_1725
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_662504_1725/3
Zitationshilfe: Stats- u. Gelehrte Zeitung des Hollsteinischen Correspondenten. Nr. 66, Hamburg, 25. April 1725, S. [3]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_662504_1725/3>, abgerufen am 17.08.2019.