Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, Nr. 63, 21. April 1741.

Bild:
<< vorherige Seite
letzte Seite
[Spaltenumbruch]


Von neuen merkwürdigen
gelehrten Sachen.
Halle.

Jn der Rengerischen Handlung siehet
man: Programma de Necessitate Methodi scientificae
& genuino usu Juris Naturae ac Gentium, quo lectio-
nes suas in Fridericiana in posterum habendas in-
timat Christianus Wolfius, Fridericianae Vice-Can-
cellarius, Potentissimi Regis Borussiae Consiliarius
intimus, Prof Jur. Nat. & Gent atque Math. &
Prof. Metropol. honorar. Academ. Reg. Scientiar.
Paris. Societatumque Regiar. Brittann. ac Boruss.
Membrum.
Die überzeugende Lehrart ist unstreitig
das beste Mittel, die Wahrheit ausser allen Zweifel zu
setzen. Man kann dieselbe in keiner Wissenschaft ent-
behren, man müste denn einen ungebesserten Trieb ha-
ben, nach dunklen Begriffen zu streben. Der Herr
Vice-Canzler Wolf, unser Weltweiser, dem wir Deut-
schen mit fremden Völkern wegen der ausgebreiteten
Wahrheit allerdings Dank schuldig sind, zeigt in die-
ser Einladungs-Schrift das Unentbehrliche der über-
zeugenden Lehrart in allen Wissenschaften. Das Gu-
te, welches Männer von Einsicht zu Stande bringen,
verliehrt in der Nachahmung bey andern vieles von
seiner Schönheit, deswegen hat die überzeugende
Lehrart bis anher unerwartete Feinde gefunden, weil
sich viele bey der Nachahmung nur der Ueberschriften,
als: Lehrsatz, Erfahrung, Lehnsatz, Anmerkung u. d. g.
bedienet haben. Wir bemerken dieß in vielen Schrif-
ten, deren Verfasser nichtsweniger als eine gegrün-
dete Einsicht in den Zusammenhang der Wahrhei-
ten besitzen. Die äusserliche Gestalt dieses Lehrgebäu-
des gefiel ihnen, und sie glaubten, wenn sie ihre Ge-
danken nur damit schmückten, würden sie alle Aufmerk-
samkeit der Leser erhalten. Der Mißbrauch hebt ja
das wesentliche Gute einer Sache nicht auf. Es bleibt
schön und unverbesserlich, so lange es uns Männer
von einer geübten Fertigkeit zeigen, hingegen ver-
liehrt es seinen Glanz, so bald sich Ungeübte damit
schmücken wollen. Non omnes, schreibt der Herr
Vice-Canzler, methodo scientifica utuntur qui ci-
tationibus, & definitionum, axiomatum, theore-
matum, problematum &c. titulis ludunt. Exigit
vera methodus istiusmodi definitiones, per quas
definitum ita determinatur, ut cetera, quae eidem
necessario conveniunt, ex iis demonstrari possunt,
tanquam ex assumtis. Exigit demonstrationes quae
legitimorum ratiociniorum continua concatena-
tione ex iis, quae de subjecto sumuntur, tan-
dem colligit praedicatum, nec admittit praemissas
[Spaltenumbruch] ingredi ratiocinia, nisi in anterioribus evictas,
ideo inde citandas.
Wenn dieses bey der Ausführung
der Sätze beobachtet wird, so findet man weder etwas
mageres, noch trockenes, noch unnöthiges, wie die
Feinde der überzeugenden Lehrart vorgeben. Die-
se Einladungs-Schrift ist zu haben bey Herold im
Dohm.

Hamburg.

Bey Felginers Witwe und Bohn ist
an das Licht getreten: Pvesbyterologia Austriaca,
oder Historische Nachricht von dem Leben, Schicksa-
len und Schriften der Evangelisch-Lutherischen Pre-
diger, welche in dem Erz-Herzogthum Oesterreich
unter und ob der Ens von Zeit zu Zeit, bis zu der gros-
sen Reformation Anno 1624. und Anno 1627. im
öffentlichen Lehr-Amt gestanden, so viel man dessen
hat in Erfahrung bringen können. Nebst einer klei-
nen Nachlese einiger zum Evangelischen Oesterreich
annoch gehörigen Urkunden und Nachrichten, und
einem chronologischen Register dieser ganzen Kir-
chen-Geschichte, gesammlet und in Ordnung ge-
bracht von [Rei]nhard Raupach, Pred. zu St. Nicolai
in Hamburg, in Quart. Die Bemühungen derer
Prediger verdienen es allerdings, daß wir ihrer ein-
gedenk sind, und es muß würdigen Bekennern des
Evangelischen Glaubens zur Beruhigung gereichen,
wenn sie von der Liebe und Treue verdienter Lehrer
um unsere Kirche wohlgeschriebene Nachrichten lesen.
Die Ueberzeugung und das standhafte Wesen müssen
unzertrennliche Begleiter des Glaubens seyn. Wir
werden dadurch fürnehmlich zum Nachdenken ge-
bracht, wenn wir dieselben an solchen Männern be-
merken, die bey der Verkündigung der Lehre von
dem Welt-Erlöser Verfolgung und Haß ausstehen
müssen. Es ist eine ganz andere Verfassung, dar-
inne dergleichen Lehrer stehen, als wenn man bey
Ruhe, Bequemlichkeit und reichlicher Versorgung
das Wort des HErrn prediget. Wir sind über-
zeugt, der Herr Verfasser werde durch diese gesamm-
leten Nachrichten den Wunsch vieler erfüllen, denen
es zum Vergnügen gereicht, die Schicksale unserer
Kirche und ihrer Lehrer kennen zu lernen. Das
Andenken solcher Männer bleibt allemal im Segen,
und man wird bey ihren vermischten Vorfällen auf
die Güte einer höhern Macht geführet, die Kirche
und Glauben wunderbar zu erhalten und zu schützen
weiß.




Dieser Staats- und Gelehrten Zeitungen werden
wöchentlich 4. Stück gedruckt und verlegt
bey G. C. Grund am Fisch-Markt.
[Ende Spaltensatz]
[Spaltenumbruch]


Von neuen merkwuͤrdigen
gelehrten Sachen.
Halle.

Jn der Rengeriſchen Handlung ſiehet
man: Programma de Neceſſitate Methodi ſcientificæ
& genuino uſu Juris Naturæ ac Gentium, quo lectio-
nes ſuas in Fridericiana in poſterum habendas in-
timat Chriſtianus Wolfius, Fridericianæ Vice-Can-
cellarius, Potentiſſimi Regis Boruſſiæ Conſiliarius
intimus, Prof Jur. Nat. & Gent atque Math. &
Prof. Metropol. honorar. Academ. Reg. Scientiar.
Paris. Societatumque Regiar. Brittann. ac Boruſſ.
Membrum.
Die uͤberzeugende Lehrart iſt unſtreitig
das beſte Mittel, die Wahrheit auſſer allen Zweifel zu
ſetzen. Man kann dieſelbe in keiner Wiſſenſchaft ent-
behren, man muͤſte denn einen ungebeſſerten Trieb ha-
ben, nach dunklen Begriffen zu ſtreben. Der Herr
Vice-Canzler Wolf, unſer Weltweiſer, dem wir Deut-
ſchen mit fremden Voͤlkern wegen der ausgebreiteten
Wahrheit allerdings Dank ſchuldig ſind, zeigt in die-
ſer Einladungs-Schrift das Unentbehrliche der uͤber-
zeugenden Lehrart in allen Wiſſenſchaften. Das Gu-
te, welches Maͤnner von Einſicht zu Stande bringen,
verliehrt in der Nachahmung bey andern vieles von
ſeiner Schoͤnheit, deswegen hat die uͤberzeugende
Lehrart bis anher unerwartete Feinde gefunden, weil
ſich viele bey der Nachahmung nur der Ueberſchriften,
als: Lehrſatz, Erfahrung, Lehnſatz, Anmerkung u. d. g.
bedienet haben. Wir bemerken dieß in vielen Schrif-
ten, deren Verfaſſer nichtsweniger als eine gegruͤn-
dete Einſicht in den Zuſammenhang der Wahrhei-
ten beſitzen. Die aͤuſſerliche Geſtalt dieſes Lehrgebaͤu-
des gefiel ihnen, und ſie glaubten, wenn ſie ihre Ge-
danken nur damit ſchmuͤckten, wuͤrdẽ ſie alle Aufmerk-
ſamkeit der Leſer erhalten. Der Mißbrauch hebt ja
das weſentliche Gute einer Sache nicht auf. Es bleibt
ſchoͤn und unverbeſſerlich, ſo lange es uns Maͤnner
von einer geuͤbten Fertigkeit zeigen, hingegen ver-
liehrt es ſeinen Glanz, ſo bald ſich Ungeuͤbte damit
ſchmuͤcken wollen. Non omnes, ſchreibt der Herr
Vice-Canzler, methodo ſcientifica utuntur qui ci-
tationibus, & definitionum, axiomatum, theore-
matum, problematum &c. titulis ludunt. Exigit
vera methodus iſtiuſmodi definitiones, per quas
definitum ita determinatur, ut cetera, quæ eidem
neceſſario conveniunt, ex iis demonſtrari poſſunt,
tanquam ex aſſumtis. Exigit demonſtrationes quæ
legitimorum ratiociniorum continua concatena-
tione ex iis, quæ de ſubjecto ſumuntur, tan-
dem colligit prædicatum, nec admittit præmiſſas
[Spaltenumbruch] ingredi ratiocinia, niſi in anterioribus evictas,
ideo inde citandas.
Wenn dieſes bey der Ausfuͤhrung
der Saͤtze beobachtet wird, ſo findet man weder etwas
mageres, noch trockenes, noch unnoͤthiges, wie die
Feinde der uͤberzeugenden Lehrart vorgeben. Die-
ſe Einladungs-Schrift iſt zu haben bey Herold im
Dohm.

Hamburg.

Bey Felginers Witwe und Bohn iſt
an das Licht getreten: Pvesbyterologia Austriaca,
oder Hiſtoriſche Nachricht von dem Leben, Schickſa-
len und Schriften der Evangeliſch-Lutheriſchen Pre-
diger, welche in dem Erz-Herzogthum Oeſterreich
unter und ob der Ens von Zeit zu Zeit, bis zu der groſ-
ſen Reformation Anno 1624. und Anno 1627. im
oͤffentlichen Lehr-Amt geſtanden, ſo viel man deſſen
hat in Erfahrung bringen koͤnnen. Nebſt einer klei-
nen Nachleſe einiger zum Evangeliſchen Oeſterreich
annoch gehoͤrigen Urkunden und Nachrichten, und
einem chronologiſchen Regiſter dieſer ganzen Kir-
chen-Geſchichte, geſammlet und in Ordnung ge-
bracht von [Rei]nhard Raupach, Pred. zu St. Nicolai
in Hamburg, in Quart. Die Bemuͤhungen derer
Prediger verdienen es allerdings, daß wir ihrer ein-
gedenk ſind, und es muß wuͤrdigen Bekennern des
Evangeliſchen Glaubens zur Beruhigung gereichen,
wenn ſie von der Liebe und Treue verdienter Lehrer
um unſere Kirche wohlgeſchriebene Nachrichten leſen.
Die Ueberzeugung und das ſtandhafte Weſen muͤſſen
unzertrennliche Begleiter des Glaubens ſeyn. Wir
werden dadurch fuͤrnehmlich zum Nachdenken ge-
bracht, wenn wir dieſelben an ſolchen Maͤnnern be-
merken, die bey der Verkuͤndigung der Lehre von
dem Welt-Erloͤſer Verfolgung und Haß ausſtehen
muͤſſen. Es iſt eine ganz andere Verfaſſung, dar-
inne dergleichen Lehrer ſtehen, als wenn man bey
Ruhe, Bequemlichkeit und reichlicher Verſorgung
das Wort des HErrn prediget. Wir ſind uͤber-
zeugt, der Herr Verfaſſer werde durch dieſe geſam̃-
leten Nachrichten den Wunſch vieler erfuͤllen, denen
es zum Vergnuͤgen gereicht, die Schickſale unſerer
Kirche und ihrer Lehrer kennen zu lernen. Das
Andenken ſolcher Maͤnner bleibt allemal im Segen,
und man wird bey ihren vermiſchten Vorfaͤllen auf
die Guͤte einer hoͤhern Macht gefuͤhret, die Kirche
und Glauben wunderbar zu erhalten und zu ſchuͤtzen
weiß.




Dieſer Staats- und Gelehrten Zeitungen werden
woͤchentlich 4. Stuͤck gedruckt und verlegt
bey G. C. Grund am Fiſch-Markt.
[Ende Spaltensatz]
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="jPoliticalNews">
          <div type="jArticle">
            <pb facs="#f0004" n="[4]"/>
            <cb/>
          </div>
        </div>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div type="jFeuilleton">
          <head> <hi rendition="#fr #c">Von neuen merkwu&#x0364;rdigen<lb/>
gelehrten                     Sachen.</hi> </head><lb/>
          <div type="jArticle">
            <head> <hi rendition="#fr">Halle.</hi> </head>
            <p>Jn der Rengeri&#x017F;chen Handlung &#x017F;iehet<lb/>
man: <hi rendition="#aq">Programma de Nece&#x017F;&#x017F;itate Methodi                             &#x017F;cientificæ<lb/>
&amp; genuino u&#x017F;u Juris                             Naturæ ac Gentium, quo lectio-<lb/>
nes &#x017F;uas in                             Fridericiana in po&#x017F;terum habendas in-<lb/>
timat                             Chri&#x017F;tianus Wolfius, Fridericianæ Vice-Can-<lb/>
cellarius,                             Potenti&#x017F;&#x017F;imi Regis Boru&#x017F;&#x017F;iæ                             Con&#x017F;iliarius<lb/>
intimus, Prof Jur. Nat. &amp; Gent atque Math.                             &amp;<lb/>
Prof. Metropol. honorar. Academ. Reg. Scientiar.<lb/>
Paris.                             Societatumque Regiar. Brittann. ac                             Boru&#x017F;&#x017F;.<lb/>
Membrum.</hi> Die u&#x0364;berzeugende Lehrart                         i&#x017F;t un&#x017F;treitig<lb/>
das be&#x017F;te Mittel, die Wahrheit                         au&#x017F;&#x017F;er allen Zweifel zu<lb/>
&#x017F;etzen. Man kann                         die&#x017F;elbe in keiner Wi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaft ent-<lb/>
behren,                         man mu&#x0364;&#x017F;te denn einen ungebe&#x017F;&#x017F;erten Trieb                         ha-<lb/>
ben, nach dunklen Begriffen zu &#x017F;treben. Der                         Herr<lb/>
Vice-Canzler Wolf, un&#x017F;er Weltwei&#x017F;er, dem wir                         Deut-<lb/>
&#x017F;chen mit fremden Vo&#x0364;lkern wegen der                         ausgebreiteten<lb/>
Wahrheit allerdings Dank &#x017F;chuldig &#x017F;ind,                         zeigt in die-<lb/>
&#x017F;er Einladungs-Schrift das Unentbehrliche der                         u&#x0364;ber-<lb/>
zeugenden Lehrart in allen                         Wi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaften. Das Gu-<lb/>
te, welches Ma&#x0364;nner                         von Ein&#x017F;icht zu Stande bringen,<lb/>
verliehrt in der Nachahmung bey                         andern vieles von<lb/>
&#x017F;einer Scho&#x0364;nheit, deswegen hat die                         u&#x0364;berzeugende<lb/>
Lehrart bis anher unerwartete Feinde gefunden,                         weil<lb/>
&#x017F;ich viele bey der Nachahmung nur der                         Ueber&#x017F;chriften,<lb/>
als: Lehr&#x017F;atz, Erfahrung, Lehn&#x017F;atz,                         Anmerkung u. d. g.<lb/>
bedienet haben. Wir bemerken dieß in vielen                         Schrif-<lb/>
ten, deren Verfa&#x017F;&#x017F;er nichtsweniger als eine                         gegru&#x0364;n-<lb/>
dete Ein&#x017F;icht in den Zu&#x017F;ammenhang der                         Wahrhei-<lb/>
ten be&#x017F;itzen. Die a&#x0364;u&#x017F;&#x017F;erliche                         Ge&#x017F;talt die&#x017F;es Lehrgeba&#x0364;u-<lb/>
des gefiel ihnen, und                         &#x017F;ie glaubten, wenn &#x017F;ie ihre Ge-<lb/>
danken nur damit                         &#x017F;chmu&#x0364;ckten, wu&#x0364;rde&#x0303; &#x017F;ie alle                         Aufmerk-<lb/>
&#x017F;amkeit der Le&#x017F;er erhalten. Der Mißbrauch hebt                         ja<lb/>
das we&#x017F;entliche Gute einer Sache nicht auf. Es                         bleibt<lb/>
&#x017F;cho&#x0364;n und unverbe&#x017F;&#x017F;erlich, &#x017F;o                         lange es uns Ma&#x0364;nner<lb/>
von einer geu&#x0364;bten Fertigkeit zeigen,                         hingegen ver-<lb/>
liehrt es &#x017F;einen Glanz, &#x017F;o bald &#x017F;ich                         Ungeu&#x0364;bte damit<lb/>
&#x017F;chmu&#x0364;cken wollen. <hi rendition="#aq">Non omnes,</hi> &#x017F;chreibt der                         Herr<lb/>
Vice-Canzler, <hi rendition="#aq">methodo &#x017F;cientifica                             utuntur qui ci-<lb/>
tationibus, &amp; definitionum, axiomatum,                             theore-<lb/>
matum, problematum &amp;c. titulis ludunt. Exigit<lb/>
vera                             methodus i&#x017F;tiu&#x017F;modi definitiones, per quas<lb/>
definitum                             ita determinatur, ut cetera, quæ                             eidem<lb/>
nece&#x017F;&#x017F;ario conveniunt, ex iis demon&#x017F;trari                             po&#x017F;&#x017F;unt,<lb/>
tanquam ex a&#x017F;&#x017F;umtis. Exigit                             demon&#x017F;trationes quæ<lb/>
legitimorum ratiociniorum continua                             concatena-<lb/>
tione ex iis, quæ de &#x017F;ubjecto                             &#x017F;umuntur, tan-<lb/>
dem colligit prædicatum, nec admittit                             præmi&#x017F;&#x017F;as<lb/><cb/>
ingredi ratiocinia, ni&#x017F;i in anterioribus                             evictas,<lb/>
ideo inde citandas.</hi> Wenn die&#x017F;es bey der                         Ausfu&#x0364;hrung<lb/>
der Sa&#x0364;tze beobachtet wird, &#x017F;o findet                         man weder etwas<lb/>
mageres, noch trockenes, noch unno&#x0364;thiges, wie                         die<lb/>
Feinde der u&#x0364;berzeugenden Lehrart vorgeben.                         Die-<lb/>
&#x017F;e Einladungs-Schrift i&#x017F;t zu haben bey Herold                         im<lb/>
Dohm.</p>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <head> <hi rendition="#fr">Hamburg.</hi> </head>
            <p>Bey Felginers Witwe und Bohn i&#x017F;t<lb/>
an das Licht getreten: <hi rendition="#aq">Pvesbyterologia Austriaca,</hi><lb/>
oder                         Hi&#x017F;tori&#x017F;che Nachricht von dem Leben, Schick&#x017F;a-<lb/>
len                         und Schriften der Evangeli&#x017F;ch-Lutheri&#x017F;chen Pre-<lb/>
diger,                         welche in dem Erz-Herzogthum Oe&#x017F;terreich<lb/>
unter und ob der Ens von                         Zeit zu Zeit, bis zu der gro&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en Reformation Anno 1624.                         und Anno 1627. im<lb/>
o&#x0364;ffentlichen Lehr-Amt ge&#x017F;tanden,                         &#x017F;o viel man de&#x017F;&#x017F;en<lb/>
hat in Erfahrung bringen                         ko&#x0364;nnen. Neb&#x017F;t einer klei-<lb/>
nen Nachle&#x017F;e einiger zum                         Evangeli&#x017F;chen Oe&#x017F;terreich<lb/>
annoch geho&#x0364;rigen                         Urkunden und Nachrichten, und<lb/>
einem chronologi&#x017F;chen                         Regi&#x017F;ter die&#x017F;er ganzen Kir-<lb/>
chen-Ge&#x017F;chichte,                         ge&#x017F;ammlet und in Ordnung ge-<lb/>
bracht von <supplied cert="low">Rei</supplied>nhard Raupach, Pred. zu                         St. Nicolai<lb/>
in Hamburg, in Quart. Die Bemu&#x0364;hungen                         derer<lb/>
Prediger verdienen es allerdings, daß wir ihrer ein-<lb/>
gedenk                         &#x017F;ind, und es muß wu&#x0364;rdigen Bekennern                         des<lb/>
Evangeli&#x017F;chen Glaubens zur Beruhigung gereichen,<lb/>
wenn                         &#x017F;ie von der Liebe und Treue verdienter Lehrer<lb/>
um un&#x017F;ere                         Kirche wohlge&#x017F;chriebene Nachrichten le&#x017F;en.<lb/>
Die                         Ueberzeugung und das &#x017F;tandhafte We&#x017F;en                         mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en<lb/>
unzertrennliche Begleiter des Glaubens                         &#x017F;eyn. Wir<lb/>
werden dadurch fu&#x0364;rnehmlich zum Nachdenken                         ge-<lb/>
bracht, wenn wir die&#x017F;elben an &#x017F;olchen Ma&#x0364;nnern                         be-<lb/>
merken, die bey der Verku&#x0364;ndigung der Lehre von<lb/>
dem                         Welt-Erlo&#x0364;&#x017F;er Verfolgung und Haß                         aus&#x017F;tehen<lb/>
mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en. Es i&#x017F;t eine ganz                         andere Verfa&#x017F;&#x017F;ung, dar-<lb/>
inne dergleichen Lehrer                         &#x017F;tehen, als wenn man bey<lb/>
Ruhe, Bequemlichkeit und reichlicher                         Ver&#x017F;orgung<lb/>
das Wort des HErrn prediget. Wir &#x017F;ind                         u&#x0364;ber-<lb/>
zeugt, der Herr Verfa&#x017F;&#x017F;er werde durch                         die&#x017F;e ge&#x017F;am&#x0303;-<lb/>
leten Nachrichten den Wun&#x017F;ch                         vieler erfu&#x0364;llen, denen<lb/>
es zum Vergnu&#x0364;gen gereicht, die                         Schick&#x017F;ale un&#x017F;erer<lb/>
Kirche und ihrer Lehrer kennen zu                         lernen. Das<lb/>
Andenken &#x017F;olcher Ma&#x0364;nner bleibt allemal im                         Segen,<lb/>
und man wird bey ihren vermi&#x017F;chten Vorfa&#x0364;llen                         auf<lb/>
die Gu&#x0364;te einer ho&#x0364;hern Macht gefu&#x0364;hret, die                         Kirche<lb/>
und Glauben wunderbar zu erhalten und zu                         &#x017F;chu&#x0364;tzen<lb/>
weiß.</p><lb/>
          </div>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          <trailer>Die&#x017F;er Staats- und Gelehrten Zeitungen                         werden<lb/>
wo&#x0364;chentlich 4. Stu&#x0364;ck gedruckt und verlegt<lb/>
bey                         G. C. Grund am Fi&#x017F;ch-Markt.</trailer>
        </div>
        <cb type="end"/><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[4]/0004] Von neuen merkwuͤrdigen gelehrten Sachen. Halle. Jn der Rengeriſchen Handlung ſiehet man: Programma de Neceſſitate Methodi ſcientificæ & genuino uſu Juris Naturæ ac Gentium, quo lectio- nes ſuas in Fridericiana in poſterum habendas in- timat Chriſtianus Wolfius, Fridericianæ Vice-Can- cellarius, Potentiſſimi Regis Boruſſiæ Conſiliarius intimus, Prof Jur. Nat. & Gent atque Math. & Prof. Metropol. honorar. Academ. Reg. Scientiar. Paris. Societatumque Regiar. Brittann. ac Boruſſ. Membrum. Die uͤberzeugende Lehrart iſt unſtreitig das beſte Mittel, die Wahrheit auſſer allen Zweifel zu ſetzen. Man kann dieſelbe in keiner Wiſſenſchaft ent- behren, man muͤſte denn einen ungebeſſerten Trieb ha- ben, nach dunklen Begriffen zu ſtreben. Der Herr Vice-Canzler Wolf, unſer Weltweiſer, dem wir Deut- ſchen mit fremden Voͤlkern wegen der ausgebreiteten Wahrheit allerdings Dank ſchuldig ſind, zeigt in die- ſer Einladungs-Schrift das Unentbehrliche der uͤber- zeugenden Lehrart in allen Wiſſenſchaften. Das Gu- te, welches Maͤnner von Einſicht zu Stande bringen, verliehrt in der Nachahmung bey andern vieles von ſeiner Schoͤnheit, deswegen hat die uͤberzeugende Lehrart bis anher unerwartete Feinde gefunden, weil ſich viele bey der Nachahmung nur der Ueberſchriften, als: Lehrſatz, Erfahrung, Lehnſatz, Anmerkung u. d. g. bedienet haben. Wir bemerken dieß in vielen Schrif- ten, deren Verfaſſer nichtsweniger als eine gegruͤn- dete Einſicht in den Zuſammenhang der Wahrhei- ten beſitzen. Die aͤuſſerliche Geſtalt dieſes Lehrgebaͤu- des gefiel ihnen, und ſie glaubten, wenn ſie ihre Ge- danken nur damit ſchmuͤckten, wuͤrdẽ ſie alle Aufmerk- ſamkeit der Leſer erhalten. Der Mißbrauch hebt ja das weſentliche Gute einer Sache nicht auf. Es bleibt ſchoͤn und unverbeſſerlich, ſo lange es uns Maͤnner von einer geuͤbten Fertigkeit zeigen, hingegen ver- liehrt es ſeinen Glanz, ſo bald ſich Ungeuͤbte damit ſchmuͤcken wollen. Non omnes, ſchreibt der Herr Vice-Canzler, methodo ſcientifica utuntur qui ci- tationibus, & definitionum, axiomatum, theore- matum, problematum &c. titulis ludunt. Exigit vera methodus iſtiuſmodi definitiones, per quas definitum ita determinatur, ut cetera, quæ eidem neceſſario conveniunt, ex iis demonſtrari poſſunt, tanquam ex aſſumtis. Exigit demonſtrationes quæ legitimorum ratiociniorum continua concatena- tione ex iis, quæ de ſubjecto ſumuntur, tan- dem colligit prædicatum, nec admittit præmiſſas ingredi ratiocinia, niſi in anterioribus evictas, ideo inde citandas. Wenn dieſes bey der Ausfuͤhrung der Saͤtze beobachtet wird, ſo findet man weder etwas mageres, noch trockenes, noch unnoͤthiges, wie die Feinde der uͤberzeugenden Lehrart vorgeben. Die- ſe Einladungs-Schrift iſt zu haben bey Herold im Dohm. Hamburg. Bey Felginers Witwe und Bohn iſt an das Licht getreten: Pvesbyterologia Austriaca, oder Hiſtoriſche Nachricht von dem Leben, Schickſa- len und Schriften der Evangeliſch-Lutheriſchen Pre- diger, welche in dem Erz-Herzogthum Oeſterreich unter und ob der Ens von Zeit zu Zeit, bis zu der groſ- ſen Reformation Anno 1624. und Anno 1627. im oͤffentlichen Lehr-Amt geſtanden, ſo viel man deſſen hat in Erfahrung bringen koͤnnen. Nebſt einer klei- nen Nachleſe einiger zum Evangeliſchen Oeſterreich annoch gehoͤrigen Urkunden und Nachrichten, und einem chronologiſchen Regiſter dieſer ganzen Kir- chen-Geſchichte, geſammlet und in Ordnung ge- bracht von Reinhard Raupach, Pred. zu St. Nicolai in Hamburg, in Quart. Die Bemuͤhungen derer Prediger verdienen es allerdings, daß wir ihrer ein- gedenk ſind, und es muß wuͤrdigen Bekennern des Evangeliſchen Glaubens zur Beruhigung gereichen, wenn ſie von der Liebe und Treue verdienter Lehrer um unſere Kirche wohlgeſchriebene Nachrichten leſen. Die Ueberzeugung und das ſtandhafte Weſen muͤſſen unzertrennliche Begleiter des Glaubens ſeyn. Wir werden dadurch fuͤrnehmlich zum Nachdenken ge- bracht, wenn wir dieſelben an ſolchen Maͤnnern be- merken, die bey der Verkuͤndigung der Lehre von dem Welt-Erloͤſer Verfolgung und Haß ausſtehen muͤſſen. Es iſt eine ganz andere Verfaſſung, dar- inne dergleichen Lehrer ſtehen, als wenn man bey Ruhe, Bequemlichkeit und reichlicher Verſorgung das Wort des HErrn prediget. Wir ſind uͤber- zeugt, der Herr Verfaſſer werde durch dieſe geſam̃- leten Nachrichten den Wunſch vieler erfuͤllen, denen es zum Vergnuͤgen gereicht, die Schickſale unſerer Kirche und ihrer Lehrer kennen zu lernen. Das Andenken ſolcher Maͤnner bleibt allemal im Segen, und man wird bey ihren vermiſchten Vorfaͤllen auf die Guͤte einer hoͤhern Macht gefuͤhret, die Kirche und Glauben wunderbar zu erhalten und zu ſchuͤtzen weiß. Dieſer Staats- und Gelehrten Zeitungen werden woͤchentlich 4. Stuͤck gedruckt und verlegt bey G. C. Grund am Fiſch-Markt.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster, Manuel Wille, Arnika Lutz: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-28T10:00:34Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (doppelt erfasst).

Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: wie Vorlage; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): wie Vorlage; i/j in Fraktur: wie Vorlage; I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert; Kolumnentitel: keine Angabe; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): wie Vorlage; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (&#xa75b;): wie Vorlage; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: wie Vorlage; u/v bzw. U/V: Lautwert transkribiert; Vokale mit übergest. e: wie Vorlage; Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: wie Vorlage; Zeilenumbrüche markiert: ja;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_632104_1741
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hc_632104_1741/4
Zitationshilfe: Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, Nr. 63, 21. April 1741, S. [4]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_632104_1741/4>, abgerufen am 12.12.2019.