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Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 137, Hamburg, 28. August 1789.

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Mit allergnädigster Kayserlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- tung
des Hamburgischen unpartheyischen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1789.    (Am Freytage, den 28 August.)    
Num. 137.



[Beginn Spaltensatz]

Von Carlskrona wird gemeldet, daß sich der Herzog
von Südermannland fertig mache, mit der Flotte bald
wieder auszulaufen; er hat auch schon eine Division
der Flotte auf eine geheime Expedition ausgesandt.

Die Rußische Flotte hat in dem Treffen vom 26sten
Julii aus 3 Schiffen von 108, 2 von 80, 8 von 76,
9 von 66, und aus 2 Fregatten von 40 Kanonen be-
standen.

Neue Transporte mit dem Leibregimente zu Pferde
und dem Psylanderhielmschen Regimente von Stralsund
sind dieser Tage hier von Stockholm nach Finnland ab-
gegangen, und neue Truppen von den Wärmeländi-
schen und Bohnslehnschen Regimente sind schon wieder
zur neuen Embarquirung angelangt. Alles ist hier in
voller Bewegung.

Der General, Baron Beckfriis, Bruder des Herrn
Reichsrath, hat den Oberbefehl in Schonen erhalten.

Unter Anwesenheit des Herzogs Carl zu Carlscrona
ist auch der Präsident, Graf Munk, einer von den 6
Herren der hiesigen Königl. Regierung, da gewesen, und
hat die hauptsächlichsten und nothwendigsten Veranstal-
tungen zum Dienste des Königs und des Reichs daselbst
gemacht. Der General Toll hat die dortige General-
Jntendantschaft erhalten, dagegen sollen einige Herren
dimittirt worden seyn.

Der neulich angekommene Englische Minister, Herr
Liston, ist der Königinn und der Königl. Familie vor-
gestellt worden, conferirt auch mit Sr. Excellenz, dem
Herrn Reichsrathe, Graf von Düben; aber die öffent-
lichen Audienzen sind bis zur Wiederkunft des Königs
aus Finnland aufgeschoben.



Bey Panczowa wird ein großes Magazin errichtet.

Die Türken sind, gegen die Gesetze des Waffenstillstan-
des, bey Schuppaneck, 18000 Mann stark, eingebrochen.


[Spaltenumbruch]

Man sieht nunmehr die Marschdisposition der von
Altgradiska nach Syrmien marschirenden Armee. Sie
geht in 5 Colonnen, und wird gegen das Ende dieses
Monats an dem Orte ihrer Bestimmung seyn, und
den 7ten September werden die sämmtlichen Truppen
die Save paßiren.

Die Türken in Belgrad erhalten täglich Zufuhr au
Lebensmitteln und Verstärkung an Mannschaft. Sie
fangen auch bereits an, auf den Fall einer Belagerung
ihre Häuser abzudachen, und mit Mist zu bedecken.
Uebrigeus ist es zuverläßig, daß der Waffenstillstand
mit Belgrad noch nicht aufgesagt worden. Den 6ten
schrieb der Commandant von Belgrad dem Prinzen
von Ligne, er möchte die Verschanzungsarbeiten bey
Semlin einstellen, welche eine Verletzung des Waffen-
stillstandes wären, sonsten würde er seine Mannschaft
herüber schicken, die Verschanzungen niederzureißen.
Der Prinz antwortete, die Arbeiten hätten bloß zur
Absicht, das auszubessern, was das Wasser verdorben
hätte; wollte jedoch die Besatzung zum Einreißen her-
über kommen, so wäre man bereit, sie zu empfangen.


Gestern sind 2 Fregatten, Theresia und Franz, von
hier nach Semlin abgegangen. Jede derselben führt
48 Kanonen. Sie sollen, nebst andern Fahrzeugen,
bay der Belagerung von Belgrad von der Wasserseite
gebraucht werden.

Gestern kam der Feldmarschall Laudon zu Futack an,
wo er bey dem Feldmarschall Haddick speisete.

Alles schwere Geschütz ist schon nach Semlin gebracht.


Die heutige Hofzeitung giebt von dem Befinden Sr.
Kayserl. Majestät folgende Nachricht:

"Des Kaysers Majestät haben sich seit 4 Wochen
ohne den mindesten Rückfall von Fieber oder Schmer-
zen in den Lenden, so gut befunden, daß Höchstdiesel-

Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- tung
des Hamburgiſchen unpartheyiſchen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1789.    (Am Freytage, den 28 Auguſt.)    
Num. 137.



[Beginn Spaltensatz]

Von Carlskrona wird gemeldet, daß ſich der Herzog
von Suͤdermannland fertig mache, mit der Flotte bald
wieder auszulaufen; er hat auch ſchon eine Diviſion
der Flotte auf eine geheime Expedition ausgeſandt.

Die Rußiſche Flotte hat in dem Treffen vom 26ſten
Julii aus 3 Schiffen von 108, 2 von 80, 8 von 76,
9 von 66, und aus 2 Fregatten von 40 Kanonen be-
ſtanden.

Neue Tranſporte mit dem Leibregimente zu Pferde
und dem Pſylanderhielmſchen Regimente von Stralſund
ſind dieſer Tage hier von Stockholm nach Finnland ab-
gegangen, und neue Truppen von den Waͤrmelaͤndi-
ſchen und Bohnslehnſchen Regimente ſind ſchon wieder
zur neuen Embarquirung angelangt. Alles iſt hier in
voller Bewegung.

Der General, Baron Beckfriis, Bruder des Herrn
Reichsrath, hat den Oberbefehl in Schonen erhalten.

Unter Anweſenheit des Herzogs Carl zu Carlscrona
iſt auch der Praͤſident, Graf Munk, einer von den 6
Herren der hieſigen Koͤnigl. Regierung, da geweſen, und
hat die hauptſaͤchlichſten und nothwendigſten Veranſtal-
tungen zum Dienſte des Koͤnigs und des Reichs daſelbſt
gemacht. Der General Toll hat die dortige General-
Jntendantſchaft erhalten, dagegen ſollen einige Herren
dimittirt worden ſeyn.

Der neulich angekommene Engliſche Miniſter, Herr
Liſton, iſt der Koͤniginn und der Koͤnigl. Familie vor-
geſtellt worden, conferirt auch mit Sr. Excellenz, dem
Herrn Reichsrathe, Graf von Duͤben; aber die oͤffent-
lichen Audienzen ſind bis zur Wiederkunft des Koͤnigs
aus Finnland aufgeſchoben.



Bey Panczowa wird ein großes Magazin errichtet.

Die Tuͤrken ſind, gegen die Geſetze des Waffenſtillſtan-
des, bey Schuppaneck, 18000 Mann ſtark, eingebrochen.


[Spaltenumbruch]

Man ſieht nunmehr die Marſchdiſpoſition der von
Altgradiska nach Syrmien marſchirenden Armee. Sie
geht in 5 Colonnen, und wird gegen das Ende dieſes
Monats an dem Orte ihrer Beſtimmung ſeyn, und
den 7ten September werden die ſaͤmmtlichen Truppen
die Save paßiren.

Die Tuͤrken in Belgrad erhalten taͤglich Zufuhr au
Lebensmitteln und Verſtaͤrkung an Mannſchaft. Sie
fangen auch bereits an, auf den Fall einer Belagerung
ihre Haͤuſer abzudachen, und mit Miſt zu bedecken.
Uebrigeus iſt es zuverlaͤßig, daß der Waffenſtillſtand
mit Belgrad noch nicht aufgeſagt worden. Den 6ten
ſchrieb der Commandant von Belgrad dem Prinzen
von Ligne, er moͤchte die Verſchanzungsarbeiten bey
Semlin einſtellen, welche eine Verletzung des Waffen-
ſtillſtandes waͤren, ſonſten wuͤrde er ſeine Mannſchaft
heruͤber ſchicken, die Verſchanzungen niederzureißen.
Der Prinz antwortete, die Arbeiten haͤtten bloß zur
Abſicht, das auszubeſſern, was das Waſſer verdorben
haͤtte; wollte jedoch die Beſatzung zum Einreißen her-
uͤber kommen, ſo waͤre man bereit, ſie zu empfangen.


Geſtern ſind 2 Fregatten, Thereſia und Franz, von
hier nach Semlin abgegangen. Jede derſelben fuͤhrt
48 Kanonen. Sie ſollen, nebſt andern Fahrzeugen,
bay der Belagerung von Belgrad von der Waſſerſeite
gebraucht werden.

Geſtern kam der Feldmarſchall Laudon zu Futack an,
wo er bey dem Feldmarſchall Haddick ſpeiſete.

Alles ſchwere Geſchuͤtz iſt ſchon nach Semlin gebracht.


Die heutige Hofzeitung giebt von dem Befinden Sr.
Kayſerl. Majeſtaͤt folgende Nachricht:

“Des Kayſers Majeſtaͤt haben ſich ſeit 4 Wochen
ohne den mindeſten Ruͤckfall von Fieber oder Schmer-
zen in den Lenden, ſo gut befunden, daß Hoͤchſtdieſel-

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[[1]/0001] Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit. Staats- und [Abbildung] Gelehrte Zei- tung des Hamburgiſchen unpartheyiſchen CORRESPONDENTEN. Anno 1789. (Am Freytage, den 28 Auguſt.) Num. 137. Schreiben aus Stockholm, vom 18 Auguſt. Von Carlskrona wird gemeldet, daß ſich der Herzog von Suͤdermannland fertig mache, mit der Flotte bald wieder auszulaufen; er hat auch ſchon eine Diviſion der Flotte auf eine geheime Expedition ausgeſandt. Die Rußiſche Flotte hat in dem Treffen vom 26ſten Julii aus 3 Schiffen von 108, 2 von 80, 8 von 76, 9 von 66, und aus 2 Fregatten von 40 Kanonen be- ſtanden. Neue Tranſporte mit dem Leibregimente zu Pferde und dem Pſylanderhielmſchen Regimente von Stralſund ſind dieſer Tage hier von Stockholm nach Finnland ab- gegangen, und neue Truppen von den Waͤrmelaͤndi- ſchen und Bohnslehnſchen Regimente ſind ſchon wieder zur neuen Embarquirung angelangt. Alles iſt hier in voller Bewegung. Der General, Baron Beckfriis, Bruder des Herrn Reichsrath, hat den Oberbefehl in Schonen erhalten. Unter Anweſenheit des Herzogs Carl zu Carlscrona iſt auch der Praͤſident, Graf Munk, einer von den 6 Herren der hieſigen Koͤnigl. Regierung, da geweſen, und hat die hauptſaͤchlichſten und nothwendigſten Veranſtal- tungen zum Dienſte des Koͤnigs und des Reichs daſelbſt gemacht. Der General Toll hat die dortige General- Jntendantſchaft erhalten, dagegen ſollen einige Herren dimittirt worden ſeyn. Der neulich angekommene Engliſche Miniſter, Herr Liſton, iſt der Koͤniginn und der Koͤnigl. Familie vor- geſtellt worden, conferirt auch mit Sr. Excellenz, dem Herrn Reichsrathe, Graf von Duͤben; aber die oͤffent- lichen Audienzen ſind bis zur Wiederkunft des Koͤnigs aus Finnland aufgeſchoben. Weißkirchen, den 9 Auguſt. Bey Panczowa wird ein großes Magazin errichtet. Die Tuͤrken ſind, gegen die Geſetze des Waffenſtillſtan- des, bey Schuppaneck, 18000 Mann ſtark, eingebrochen. Man ſieht nunmehr die Marſchdiſpoſition der von Altgradiska nach Syrmien marſchirenden Armee. Sie geht in 5 Colonnen, und wird gegen das Ende dieſes Monats an dem Orte ihrer Beſtimmung ſeyn, und den 7ten September werden die ſaͤmmtlichen Truppen die Save paßiren. Die Tuͤrken in Belgrad erhalten taͤglich Zufuhr au Lebensmitteln und Verſtaͤrkung an Mannſchaft. Sie fangen auch bereits an, auf den Fall einer Belagerung ihre Haͤuſer abzudachen, und mit Miſt zu bedecken. Uebrigeus iſt es zuverlaͤßig, daß der Waffenſtillſtand mit Belgrad noch nicht aufgeſagt worden. Den 6ten ſchrieb der Commandant von Belgrad dem Prinzen von Ligne, er moͤchte die Verſchanzungsarbeiten bey Semlin einſtellen, welche eine Verletzung des Waffen- ſtillſtandes waͤren, ſonſten wuͤrde er ſeine Mannſchaft heruͤber ſchicken, die Verſchanzungen niederzureißen. Der Prinz antwortete, die Arbeiten haͤtten bloß zur Abſicht, das auszubeſſern, was das Waſſer verdorben haͤtte; wollte jedoch die Beſatzung zum Einreißen her- uͤber kommen, ſo waͤre man bereit, ſie zu empfangen. Peterwardein, den 11 Auguſt. Geſtern ſind 2 Fregatten, Thereſia und Franz, von hier nach Semlin abgegangen. Jede derſelben fuͤhrt 48 Kanonen. Sie ſollen, nebſt andern Fahrzeugen, bay der Belagerung von Belgrad von der Waſſerſeite gebraucht werden. Geſtern kam der Feldmarſchall Laudon zu Futack an, wo er bey dem Feldmarſchall Haddick ſpeiſete. Alles ſchwere Geſchuͤtz iſt ſchon nach Semlin gebracht. Wien, den 19 Auguſt. Die heutige Hofzeitung giebt von dem Befinden Sr. Kayſerl. Majeſtaͤt folgende Nachricht: “Des Kayſers Majeſtaͤt haben ſich ſeit 4 Wochen ohne den mindeſten Ruͤckfall von Fieber oder Schmer- zen in den Lenden, ſo gut befunden, daß Hoͤchſtdieſel-

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Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 137, Hamburg, 28. August 1789, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1372808_1789/1>, abgerufen am 04.08.2020.