Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Grimmelshausen, Hans Jakob Christoffel von: Deß Weltberuffenen SIMPLICISSIMI Pralerey und Gepräng mit seinem Teutschen Michel. [Nürnberg], 1673.

Bild:
<< vorherige Seite

Deo bey den Apoteckern / Kauffleuthen und Krämern in allen Conten obenan stehen / eben als wie bey theils Gelehrten das Griechisch alpha und omega, unten muß sichs mit Göttlicher Protection Empfehlung nechst freundlicher Salutation: mit datum, Anno, post scriptum, manu propria und Lateinische Nennung der Monats-Täge schliessen; der jenig / an den der Brieff abgeben wird / mag solches gleich verstehen oder nicht? verstehet ers nicht / so mag ers versitzen / oder sich umb einen Dolmetschen umbschauen; hats doch offt der jenig nicht verstanden / der es geschriben! sonder es ist ihm genug / wann man ihms nur zutrauet / weßwegen alleinig ers dann auch in seinem Brieff gemahlet / und diß seynd die dritte.

Aber theils auß ihnen mögen Sorg tragen / daß es ihnen nit einmahl gehet wie jenem bey einer alten Kayserin / welcher / als er zwey Schüssel mit heissen Speisen aufftrug / die ihne zu unleydlich an die Datzen brennten / so / daß er sie mit Ungestümme nidersetzen muste / heraus schwur / o

Deo bey den Apoteckern / Kauffleuthen und Krämern in allen Conten obenan stehen / eben als wie bey theils Gelehrten das Griechisch alpha und omega, unten muß sichs mit Göttlicher Protection Empfehlung nechst freundlicher Salutation: mit datum, Anno, post scriptum, manu propria und Lateinische Nennung der Monats-Täge schliessen; der jenig / an den der Brieff abgeben wird / mag solches gleich verstehen oder nicht? verstehet ers nicht / so mag ers versitzen / oder sich umb einen Dolmetschen umbschauen; hats doch offt der jenig nicht verstanden / der es geschriben! sonder es ist ihm genug / wann man ihms nur zutrauet / weßwegen alleinig ers dann auch in seinem Brieff gemahlet / und diß seynd die dritte.

Aber theils auß ihnen mögen Sorg tragen / daß es ihnen nit einmahl gehet wie jenem bey einer alten Kayserin / welcher / als er zwey Schüssel mit heissen Speisen aufftrug / die ihne zu unleydlich an die Datzen brennten / so / daß er sie mit Ungestümme nidersetzen muste / heraus schwur / ò

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><hi rendition="#aq"><pb facs="#f0068" n="58"/>
Deo</hi> bey den Apoteckern / Kauffleuthen und Krämern in allen <hi rendition="#aq">Conten</hi> obenan stehen / eben als wie bey theils Gelehrten das Griechisch <hi rendition="#aq">alpha</hi> und <hi rendition="#aq">omega</hi>, unten muß sichs mit Göttlicher <hi rendition="#aq">Protection</hi> Empfehlung nechst freundlicher <hi rendition="#aq">Salutation</hi>: mit <hi rendition="#aq">datum, Anno, post scriptum, manu propria</hi> und Lateinische Nennung der Monats-Täge schliessen; der jenig / an den der Brieff abgeben wird / mag solches gleich verstehen oder nicht? verstehet ers nicht / so mag ers versitzen / oder sich umb einen Dolmetschen umbschauen; hats doch offt der jenig nicht verstanden / der es geschriben! sonder es ist ihm genug / wann man ihms nur zutrauet / weßwegen alleinig ers dann auch in seinem Brieff gemahlet / und diß seynd die dritte.</p>
        <p>Aber theils auß ihnen mögen Sorg tragen / daß es ihnen nit einmahl gehet wie jenem bey einer alten Kayserin / welcher / als er zwey Schüssel mit heissen Speisen aufftrug / die ihne zu unleydlich an die Datzen brennten / so / daß er sie mit Ungestümme nidersetzen muste / heraus schwur / <hi rendition="#aq">ò
</hi></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[58/0068] Deo bey den Apoteckern / Kauffleuthen und Krämern in allen Conten obenan stehen / eben als wie bey theils Gelehrten das Griechisch alpha und omega, unten muß sichs mit Göttlicher Protection Empfehlung nechst freundlicher Salutation: mit datum, Anno, post scriptum, manu propria und Lateinische Nennung der Monats-Täge schliessen; der jenig / an den der Brieff abgeben wird / mag solches gleich verstehen oder nicht? verstehet ers nicht / so mag ers versitzen / oder sich umb einen Dolmetschen umbschauen; hats doch offt der jenig nicht verstanden / der es geschriben! sonder es ist ihm genug / wann man ihms nur zutrauet / weßwegen alleinig ers dann auch in seinem Brieff gemahlet / und diß seynd die dritte. Aber theils auß ihnen mögen Sorg tragen / daß es ihnen nit einmahl gehet wie jenem bey einer alten Kayserin / welcher / als er zwey Schüssel mit heissen Speisen aufftrug / die ihne zu unleydlich an die Datzen brennten / so / daß er sie mit Ungestümme nidersetzen muste / heraus schwur / ò

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Wikisource: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in Wikisource-Syntax. (2012-11-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus Wikisource entsprechen muss.
MDZ München: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2012-11-15T13:54:31Z)
Frank Wiegand: Konvertierung von Wikisource-Markup nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2012-11-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Als Grundlage dienen die Editionsrichtlinien von Wikisource.
  • Überschriebene „e“ über den Vokalen „a“, „o“ und „u“ werden als moderne Umlaute transkribiert.
  • Der Seitenwechsel erfolgt bei Worttrennung nach dem gesamten Wort.
  • Abkürzungen werden aufgelöst.
  • æ und œ werden durch ae bzw. oe, ę als ae wiedergegeben.
  • Rundes r wird als modernes r umgesetzt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/grimmelshausen_michel_1673
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/grimmelshausen_michel_1673/68
Zitationshilfe: Grimmelshausen, Hans Jakob Christoffel von: Deß Weltberuffenen SIMPLICISSIMI Pralerey und Gepräng mit seinem Teutschen Michel. [Nürnberg], 1673, S. 58. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/grimmelshausen_michel_1673/68>, abgerufen am 17.08.2019.