Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Goeze, Johann August Ephraim: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783.

Bild:
<< vorherige Seite

Fische, an den großen Hund gedenke: oder,
wenn ich eine Nacht ohne Kleider, unter freyem
Himmel, auf einem hohen Baum zubringen
sollte.

Dorchen. Ich friere schon vor dem bloßen
Gedanken.

Fritze. Ja! du auch. Du bist so wie But-
termilch. Das wollte ich noch wohl aushalten.

Vater. Seht mir doch den Held an. Nu,
den muß ich fest halten. Fritze, Fritze, wie
stehts aber ums Herz, wenn der große Hund
käme, oder wenn das Herrchen in die Elbe
wandern sollte?

Dorchen. Stille, stille! Daran hatte mein
Fritzchen nicht gedacht.

Vater. Fritze soll uns doch sagen, was
dies wilde Mädchen vor euch -- und was
ihr vor ihm voraus habt?

Fritze. Das will ich ihnen gleich sagen.
Es konnte nackend gehen -- rohe Fische

essen

Fiſche, an den großen Hund gedenke: oder,
wenn ich eine Nacht ohne Kleider, unter freyem
Himmel, auf einem hohen Baum zubringen
ſollte.

Dorchen. Ich friere ſchon vor dem bloßen
Gedanken.

Fritze. Ja! du auch. Du biſt ſo wie But-
termilch. Das wollte ich noch wohl aushalten.

Vater. Seht mir doch den Held an. Nu,
den muß ich feſt halten. Fritze, Fritze, wie
ſtehts aber ums Herz, wenn der große Hund
kaͤme, oder wenn das Herrchen in die Elbe
wandern ſollte?

Dorchen. Stille, ſtille! Daran hatte mein
Fritzchen nicht gedacht.

Vater. Fritze ſoll uns doch ſagen, was
dies wilde Maͤdchen vor euch — und was
ihr vor ihm voraus habt?

Fritze. Das will ich ihnen gleich ſagen.
Es konnte nackend gehen — rohe Fiſche

eſſen
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0036" n="14"/>
Fi&#x017F;che, an den großen Hund gedenke: oder,<lb/>
wenn ich eine Nacht ohne Kleider, unter freyem<lb/>
Himmel, auf einem hohen Baum zubringen<lb/>
&#x017F;ollte.</p><lb/>
        <p><hi rendition="#fr">Dorchen</hi>. Ich friere &#x017F;chon vor dem bloßen<lb/>
Gedanken.</p><lb/>
        <p><hi rendition="#fr">Fritze</hi>. Ja! du auch. Du bi&#x017F;t &#x017F;o wie But-<lb/>
termilch. Das wollte ich noch wohl aushalten.</p><lb/>
        <p><hi rendition="#fr">Vater</hi>. Seht mir doch den Held an. Nu,<lb/>
den muß ich fe&#x017F;t halten. <hi rendition="#fr">Fritze, Fritze</hi>, wie<lb/>
&#x017F;tehts aber ums Herz, wenn der große Hund<lb/>
ka&#x0364;me, oder wenn das Herrchen in die Elbe<lb/>
wandern &#x017F;ollte?</p><lb/>
        <p><hi rendition="#fr">Dorchen</hi>. Stille, &#x017F;tille! Daran hatte mein<lb/>
Fritzchen nicht gedacht.</p><lb/>
        <p><hi rendition="#fr">Vater. Fritze</hi> &#x017F;oll uns doch &#x017F;agen, <hi rendition="#fr">was<lb/>
dies wilde Ma&#x0364;dchen vor euch &#x2014; und was<lb/>
ihr vor ihm voraus habt?</hi></p><lb/>
        <p><hi rendition="#fr">Fritze</hi>. Das will ich ihnen gleich &#x017F;agen.<lb/>
Es konnte nackend gehen &#x2014; rohe Fi&#x017F;che<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">e&#x017F;&#x017F;en</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[14/0036] Fiſche, an den großen Hund gedenke: oder, wenn ich eine Nacht ohne Kleider, unter freyem Himmel, auf einem hohen Baum zubringen ſollte. Dorchen. Ich friere ſchon vor dem bloßen Gedanken. Fritze. Ja! du auch. Du biſt ſo wie But- termilch. Das wollte ich noch wohl aushalten. Vater. Seht mir doch den Held an. Nu, den muß ich feſt halten. Fritze, Fritze, wie ſtehts aber ums Herz, wenn der große Hund kaͤme, oder wenn das Herrchen in die Elbe wandern ſollte? Dorchen. Stille, ſtille! Daran hatte mein Fritzchen nicht gedacht. Vater. Fritze ſoll uns doch ſagen, was dies wilde Maͤdchen vor euch — und was ihr vor ihm voraus habt? Fritze. Das will ich ihnen gleich ſagen. Es konnte nackend gehen — rohe Fiſche eſſen

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/goetze_zeitvertreib02_1783
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/goetze_zeitvertreib02_1783/36
Zitationshilfe: Goeze, Johann August Ephraim: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783, S. 14. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/goetze_zeitvertreib02_1783/36>, abgerufen am 21.09.2020.