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Glück, Christian Friedrich von: Verbesserungen und Zusätze zum ersten Bande des Glückischen Kommentars über die Pandecten. Für die Besitzer der ersten Ausgabe. Erlangen, 1798.

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zerstörende Gegenhandlungen desjenigen, gegen welchen sie in
Ausübung gebracht werden können, benommen wird; dahingegen
bey denjenigen actibus, welche nicht merae facultatis 21) sind, un-
ser Recht durch bloßen Nichtgebrauch verlohren geht; so ist die
Frage allerdings von Wichtigkeit, welche Handlungen von der
Art sind, daß man sie ohne Nachtheil vornehmen und unterlas-
sen kann, wie man will?

S. 114. Z. 5. fahre fort bis Z. 8. -- vergleicht.

-- Z. 8. nach vergleicht, lies: Unser Verfasser giebt die
Regel: wenn mir das Gesetz eine Handlung unmittelbar erlaubt,
ohne daß hierzu die Concession eines andern erforderlich ist, so
ist eine solche Handlung als eine res merae facultatis anzusehen;
erlaubt mir aber das Gesetz eine Handlung nur mittelbar, d. i.
in sofern mir ein anderer das Recht dazu verstattet hat, so ist
eine solche Handlung ein bloßer actus facultatis. Allein daß diese
Regel ein sehr unsicherer Grundsatz sey, sieht man schon daraus,
weil ja auch Klagen, welche die Gesetze geben, binnen einer ge-
wissen Zeit angestellt werden müssen, und nach deren Ablauf er-
löschen, und im Gegentheil durch Verträge zuweilen solche Rech-
te erworben werden können, deren Ausübung keiner Verjährung
unterworfen ist. Z. B. das Recht des Erbzinsherrn, einen jähr-
lichen Canon zu verlangen, ferner das Recht des Gutsherrn von
seinen Bauern Dienste zu fordern u. dergl.

S. 115. Z. 4. von ferner an, bis befürchtet, zu Ende der
gleichen Seite muß gestrichen werden.

-- Z. 4. nach haben, lies: Zweytens sind alle Rechte, die
aus dem freyen und ungehinderten Eigenthum herfliessen, als
res merae facultatis anzusehen.

S. 116. Z. 1. statt zweytens, lies drittens.


S. 116.
21) L. 25. D. quib. mod. ususfr. vel us. amitt. L. 1. D. de
nundinis. L.
7. Cod. de petit. bereditat. L. 3. C. de prae-
script. XXX. vel XL. annor.

zerſtoͤrende Gegenhandlungen desjenigen, gegen welchen ſie in
Ausuͤbung gebracht werden koͤnnen, benommen wird; dahingegen
bey denjenigen actibus, welche nicht merae facultatis 21) ſind, un-
ſer Recht durch bloßen Nichtgebrauch verlohren geht; ſo iſt die
Frage allerdings von Wichtigkeit, welche Handlungen von der
Art ſind, daß man ſie ohne Nachtheil vornehmen und unterlaſ-
ſen kann, wie man will?

S. 114. Z. 5. fahre fort bis Z. 8. — vergleicht.

— Z. 8. nach vergleicht, lies: Unſer Verfaſſer giebt die
Regel: wenn mir das Geſetz eine Handlung unmittelbar erlaubt,
ohne daß hierzu die Conceſſion eines andern erforderlich iſt, ſo
iſt eine ſolche Handlung als eine res merae facultatis anzuſehen;
erlaubt mir aber das Geſetz eine Handlung nur mittelbar, d. i.
in ſofern mir ein anderer das Recht dazu verſtattet hat, ſo iſt
eine ſolche Handlung ein bloßer actus facultatis. Allein daß dieſe
Regel ein ſehr unſicherer Grundſatz ſey, ſieht man ſchon daraus,
weil ja auch Klagen, welche die Geſetze geben, binnen einer ge-
wiſſen Zeit angeſtellt werden muͤſſen, und nach deren Ablauf er-
loͤſchen, und im Gegentheil durch Vertraͤge zuweilen ſolche Rech-
te erworben werden koͤnnen, deren Ausuͤbung keiner Verjaͤhrung
unterworfen iſt. Z. B. das Recht des Erbzinsherrn, einen jaͤhr-
lichen Canon zu verlangen, ferner das Recht des Gutsherrn von
ſeinen Bauern Dienſte zu fordern u. dergl.

S. 115. Z. 4. von ferner an, bis befuͤrchtet, zu Ende der
gleichen Seite muß geſtrichen werden.

— Z. 4. nach haben, lies: Zweytens ſind alle Rechte, die
aus dem freyen und ungehinderten Eigenthum herflieſſen, als
res merae facultatis anzuſehen.

S. 116. Z. 1. ſtatt zweytens, lies drittens.


S. 116.
21) L. 25. D. quib. mod. uſusfr. vel uſ. amitt. L. 1. D. de
nundinis. L.
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[34/0042] zerſtoͤrende Gegenhandlungen desjenigen, gegen welchen ſie in Ausuͤbung gebracht werden koͤnnen, benommen wird; dahingegen bey denjenigen actibus, welche nicht merae facultatis 21) ſind, un- ſer Recht durch bloßen Nichtgebrauch verlohren geht; ſo iſt die Frage allerdings von Wichtigkeit, welche Handlungen von der Art ſind, daß man ſie ohne Nachtheil vornehmen und unterlaſ- ſen kann, wie man will? S. 114. Z. 5. fahre fort bis Z. 8. — vergleicht. — Z. 8. nach vergleicht, lies: Unſer Verfaſſer giebt die Regel: wenn mir das Geſetz eine Handlung unmittelbar erlaubt, ohne daß hierzu die Conceſſion eines andern erforderlich iſt, ſo iſt eine ſolche Handlung als eine res merae facultatis anzuſehen; erlaubt mir aber das Geſetz eine Handlung nur mittelbar, d. i. in ſofern mir ein anderer das Recht dazu verſtattet hat, ſo iſt eine ſolche Handlung ein bloßer actus facultatis. Allein daß dieſe Regel ein ſehr unſicherer Grundſatz ſey, ſieht man ſchon daraus, weil ja auch Klagen, welche die Geſetze geben, binnen einer ge- wiſſen Zeit angeſtellt werden muͤſſen, und nach deren Ablauf er- loͤſchen, und im Gegentheil durch Vertraͤge zuweilen ſolche Rech- te erworben werden koͤnnen, deren Ausuͤbung keiner Verjaͤhrung unterworfen iſt. Z. B. das Recht des Erbzinsherrn, einen jaͤhr- lichen Canon zu verlangen, ferner das Recht des Gutsherrn von ſeinen Bauern Dienſte zu fordern u. dergl. S. 115. Z. 4. von ferner an, bis befuͤrchtet, zu Ende der gleichen Seite muß geſtrichen werden. — Z. 4. nach haben, lies: Zweytens ſind alle Rechte, die aus dem freyen und ungehinderten Eigenthum herflieſſen, als res merae facultatis anzuſehen. S. 116. Z. 1. ſtatt zweytens, lies drittens. S. 116. 21) L. 25. D. quib. mod. uſusfr. vel uſ. amitt. L. 1. D. de nundinis. L. 7. Cod. de petit. bereditat. L. 3. C. de prae- ſcript. XXX. vel XL. annor.

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Zitationshilfe: Glück, Christian Friedrich von: Verbesserungen und Zusätze zum ersten Bande des Glückischen Kommentars über die Pandecten. Für die Besitzer der ersten Ausgabe. Erlangen, 1798, S. 34. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/glueck_pandecten01verbesserungen_1798/42>, abgerufen am 20.06.2019.