Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Glück, Christian Friedrich von: Verbesserungen und Zusätze zum ersten Bande des Glückischen Kommentars über die Pandecten. Für die Besitzer der ersten Ausgabe. Erlangen, 1798.

Bild:
<< vorherige Seite

S. 61. Z. 24. sind die Worte: dem moralischen -- drohet,
wegzustreichen, und dafür folgende hinzusetzen: eine gewisse
Handlung darum, weil sie den gemeinen Zweck der bürgerlichen
Staatsgesellschaft hindert, unter Androhung eines Uebels ver-
bietet, dessen nachtheilige Folgen für den Uebertreter desselben
die von der gesetzwidrigen Handlung zu hoffenden Vortheile über-
wiegen, und dadurch besorgliche Verletzungen auf alle Weise zu
verhüten; -- wird u. s. w.

S. 61. Z. 1. v. u. streiche aus bis S. 63. Z. 8. und lies da-
für: Die weitere Entwickelung dieser Begriffe gehört in das
Criminalrecht.

-- Z. penult. Die Note 86) bis S. 62. Z. 5. von unten
fällt ganz weg.

-- Dagegen muß folgende Note 6) gesetzt werden: S.
Christ. Carl Stübels System des allgemeinen peinlichen
Rechts, 1. Band (Leipzig 1795. 8.) §. 14. ff. Kleins Grund-
sätze des gemeinen teutschen und preuß. peinlichen Rechts (Halle
1796. 8.) §. 9. Steltzers Lehrbuch des teutschen Criminal-
rechts (Halle 1793. 8.) §. 79. Kleinschrods systematische
Entwickelung der Grundbegriffe und Grundwahrheiten des peinl.
Rechts, 1. Th. (Erlangen 1794. 8.) §. 4. ff. und 2. Th. 1. Kap.

S. 65. Z. 7. nach patitur mache die Note: 12) Ich muß
bey dieser Stelle anmerken, daß Ulpian jene Regel zwar eigent-
lich nur bey Erklärung des Edicts: quod quisque iuris in alterum
statuit, ut ipso eodem utatur,
angebracht hat, wie man aus der
Ueberschrift der L. 18. wahrnimmt, wenn man damit die In-
scription der L. 1. u. 3. D. Quod quisque iuris vergleichen will;
sie darf aber deswegen doch auf jenes Edict nicht blos allein ein-
geschränkt werden, sondern muß vielmehr jetzt auch als allge-
meine Regel des römischen Rechts darum gelten, weil sie Tri-
bonian
unter den allgemeinen Titel de poenis gebracht hat.
Hieraus ergiebt sich eine für die Hermenevtik sehr wichtige Re-
gel, daß wir nämlich bey Erklärung der Frag-
mente der alten Röm. Juristen, aus deren Schrif-
ten unsere Pandecten compilirt worden sind
,

nicht
B 2

S. 61. Z. 24. ſind die Worte: dem moraliſchen — drohet,
wegzuſtreichen, und dafuͤr folgende hinzuſetzen: eine gewiſſe
Handlung darum, weil ſie den gemeinen Zweck der buͤrgerlichen
Staatsgeſellſchaft hindert, unter Androhung eines Uebels ver-
bietet, deſſen nachtheilige Folgen fuͤr den Uebertreter deſſelben
die von der geſetzwidrigen Handlung zu hoffenden Vortheile uͤber-
wiegen, und dadurch beſorgliche Verletzungen auf alle Weiſe zu
verhuͤten; — wird u. ſ. w.

S. 61. Z. 1. v. u. ſtreiche aus bis S. 63. Z. 8. und lies da-
fuͤr: Die weitere Entwickelung dieſer Begriffe gehoͤrt in das
Criminalrecht.

— Z. penult. Die Note 86) bis S. 62. Z. 5. von unten
faͤllt ganz weg.

— Dagegen muß folgende Note 6) geſetzt werden: S.
Chriſt. Carl Stuͤbels Syſtem des allgemeinen peinlichen
Rechts, 1. Band (Leipzig 1795. 8.) §. 14. ff. Kleins Grund-
ſaͤtze des gemeinen teutſchen und preuß. peinlichen Rechts (Halle
1796. 8.) §. 9. Steltzers Lehrbuch des teutſchen Criminal-
rechts (Halle 1793. 8.) §. 79. Kleinſchrods ſyſtematiſche
Entwickelung der Grundbegriffe und Grundwahrheiten des peinl.
Rechts, 1. Th. (Erlangen 1794. 8.) §. 4. ff. und 2. Th. 1. Kap.

S. 65. Z. 7. nach patitur mache die Note: 12) Ich muß
bey dieſer Stelle anmerken, daß Ulpian jene Regel zwar eigent-
lich nur bey Erklaͤrung des Edicts: quod quisque iuris in alterum
ſtatuit, ut ipſo eodem utatur,
angebracht hat, wie man aus der
Ueberſchrift der L. 18. wahrnimmt, wenn man damit die In-
ſcription der L. 1. u. 3. D. Quod quisque iuris vergleichen will;
ſie darf aber deswegen doch auf jenes Edict nicht blos allein ein-
geſchraͤnkt werden, ſondern muß vielmehr jetzt auch als allge-
meine Regel des roͤmiſchen Rechts darum gelten, weil ſie Tri-
bonian
unter den allgemeinen Titel de poenis gebracht hat.
Hieraus ergiebt ſich eine fuͤr die Hermenevtik ſehr wichtige Re-
gel, daß wir naͤmlich bey Erklaͤrung der Frag-
mente der alten Roͤm. Juriſten, aus deren Schrif-
ten unſere Pandecten compilirt worden ſind
,

nicht
B 2
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0027" n="19"/>
        <p>S. 61. Z. 24. &#x017F;ind die Worte: dem morali&#x017F;chen &#x2014; drohet,<lb/>
wegzu&#x017F;treichen, und dafu&#x0364;r folgende hinzu&#x017F;etzen: eine gewi&#x017F;&#x017F;e<lb/>
Handlung darum, weil &#x017F;ie den gemeinen Zweck der bu&#x0364;rgerlichen<lb/>
Staatsge&#x017F;ell&#x017F;chaft hindert, unter Androhung eines Uebels ver-<lb/>
bietet, de&#x017F;&#x017F;en nachtheilige Folgen fu&#x0364;r den Uebertreter de&#x017F;&#x017F;elben<lb/>
die von der ge&#x017F;etzwidrigen Handlung zu hoffenden Vortheile u&#x0364;ber-<lb/>
wiegen, und dadurch be&#x017F;orgliche Verletzungen auf alle Wei&#x017F;e zu<lb/>
verhu&#x0364;ten; &#x2014; wird u. &#x017F;. w.</p><lb/>
        <p>S. 61. Z. 1. v. u. &#x017F;treiche aus bis S. 63. Z. 8. und lies da-<lb/>
fu&#x0364;r: Die weitere Entwickelung die&#x017F;er Begriffe geho&#x0364;rt in das<lb/>
Criminalrecht.</p><lb/>
        <p>&#x2014; Z. <hi rendition="#aq">penult.</hi> Die Note 86) bis S. 62. Z. 5. von unten<lb/>
fa&#x0364;llt ganz weg.</p><lb/>
        <p>&#x2014; Dagegen muß folgende Note 6) ge&#x017F;etzt werden: S.<lb/><hi rendition="#g">Chri&#x017F;t. Carl Stu&#x0364;bels</hi> Sy&#x017F;tem des allgemeinen peinlichen<lb/>
Rechts, 1. Band (<hi rendition="#g">Leipzig</hi> 1795. 8.) §. 14. ff. <hi rendition="#g">Kleins</hi> Grund-<lb/>
&#x017F;a&#x0364;tze des gemeinen teut&#x017F;chen und preuß. peinlichen Rechts (<hi rendition="#g">Halle</hi><lb/>
1796. 8.) §. 9. <hi rendition="#g">Steltzers</hi> Lehrbuch des teut&#x017F;chen Criminal-<lb/>
rechts (<hi rendition="#g">Halle</hi> 1793. 8.) §. 79. <hi rendition="#g">Klein&#x017F;chrods</hi> &#x017F;y&#x017F;temati&#x017F;che<lb/>
Entwickelung der Grundbegriffe und Grundwahrheiten des peinl.<lb/>
Rechts, 1. Th. (<hi rendition="#g">Erlangen</hi> 1794. 8.) §. 4. ff. und 2. Th. 1. Kap.</p><lb/>
        <p>S. 65. Z. 7. nach <hi rendition="#aq">patitur</hi> mache die Note: 12) Ich muß<lb/>
bey die&#x017F;er Stelle anmerken, daß <hi rendition="#g">Ulpian</hi> jene Regel zwar eigent-<lb/>
lich nur bey Erkla&#x0364;rung des Edicts: <hi rendition="#aq">quod quisque iuris in alterum<lb/>
&#x017F;tatuit, ut ip&#x017F;o eodem utatur,</hi> angebracht hat, wie man aus der<lb/>
Ueber&#x017F;chrift der <hi rendition="#aq">L.</hi> 18. wahrnimmt, wenn man damit die In-<lb/>
&#x017F;cription der <hi rendition="#aq">L.</hi> 1. u. 3. <hi rendition="#aq">D. Quod quisque iuris</hi> vergleichen will;<lb/>
&#x017F;ie darf aber deswegen doch auf jenes Edict nicht blos allein ein-<lb/>
ge&#x017F;chra&#x0364;nkt werden, &#x017F;ondern muß vielmehr jetzt auch als allge-<lb/>
meine Regel des ro&#x0364;mi&#x017F;chen Rechts darum gelten, weil &#x017F;ie <hi rendition="#g">Tri-<lb/>
bonian</hi> unter den allgemeinen Titel <hi rendition="#aq">de poenis</hi> gebracht hat.<lb/>
Hieraus ergiebt &#x017F;ich eine fu&#x0364;r die Hermenevtik &#x017F;ehr wichtige Re-<lb/>
gel, <hi rendition="#g">daß wir na&#x0364;mlich bey Erkla&#x0364;rung der Frag-<lb/>
mente der alten Ro&#x0364;m. Juri&#x017F;ten, aus deren Schrif-<lb/>
ten un&#x017F;ere Pandecten compilirt worden &#x017F;ind</hi>,<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">B 2</fw><fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#g">nicht</hi></fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[19/0027] S. 61. Z. 24. ſind die Worte: dem moraliſchen — drohet, wegzuſtreichen, und dafuͤr folgende hinzuſetzen: eine gewiſſe Handlung darum, weil ſie den gemeinen Zweck der buͤrgerlichen Staatsgeſellſchaft hindert, unter Androhung eines Uebels ver- bietet, deſſen nachtheilige Folgen fuͤr den Uebertreter deſſelben die von der geſetzwidrigen Handlung zu hoffenden Vortheile uͤber- wiegen, und dadurch beſorgliche Verletzungen auf alle Weiſe zu verhuͤten; — wird u. ſ. w. S. 61. Z. 1. v. u. ſtreiche aus bis S. 63. Z. 8. und lies da- fuͤr: Die weitere Entwickelung dieſer Begriffe gehoͤrt in das Criminalrecht. — Z. penult. Die Note 86) bis S. 62. Z. 5. von unten faͤllt ganz weg. — Dagegen muß folgende Note 6) geſetzt werden: S. Chriſt. Carl Stuͤbels Syſtem des allgemeinen peinlichen Rechts, 1. Band (Leipzig 1795. 8.) §. 14. ff. Kleins Grund- ſaͤtze des gemeinen teutſchen und preuß. peinlichen Rechts (Halle 1796. 8.) §. 9. Steltzers Lehrbuch des teutſchen Criminal- rechts (Halle 1793. 8.) §. 79. Kleinſchrods ſyſtematiſche Entwickelung der Grundbegriffe und Grundwahrheiten des peinl. Rechts, 1. Th. (Erlangen 1794. 8.) §. 4. ff. und 2. Th. 1. Kap. S. 65. Z. 7. nach patitur mache die Note: 12) Ich muß bey dieſer Stelle anmerken, daß Ulpian jene Regel zwar eigent- lich nur bey Erklaͤrung des Edicts: quod quisque iuris in alterum ſtatuit, ut ipſo eodem utatur, angebracht hat, wie man aus der Ueberſchrift der L. 18. wahrnimmt, wenn man damit die In- ſcription der L. 1. u. 3. D. Quod quisque iuris vergleichen will; ſie darf aber deswegen doch auf jenes Edict nicht blos allein ein- geſchraͤnkt werden, ſondern muß vielmehr jetzt auch als allge- meine Regel des roͤmiſchen Rechts darum gelten, weil ſie Tri- bonian unter den allgemeinen Titel de poenis gebracht hat. Hieraus ergiebt ſich eine fuͤr die Hermenevtik ſehr wichtige Re- gel, daß wir naͤmlich bey Erklaͤrung der Frag- mente der alten Roͤm. Juriſten, aus deren Schrif- ten unſere Pandecten compilirt worden ſind, nicht B 2

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/glueck_pandecten01verbesserungen_1798
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/glueck_pandecten01verbesserungen_1798/27
Zitationshilfe: Glück, Christian Friedrich von: Verbesserungen und Zusätze zum ersten Bande des Glückischen Kommentars über die Pandecten. Für die Besitzer der ersten Ausgabe. Erlangen, 1798, S. 19. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/glueck_pandecten01verbesserungen_1798/27>, abgerufen am 23.03.2019.