Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Gerstner, Franz Joseph von: Handbuch der Mechanik. Bd. 1: Mechanik fester Körper. Prag, 1831.

Bild:
<< vorherige Seite
Frachtkosten mit Dampfwägen.

Die Arbeit, welche mit diesen Maschinen verrichtet wurde, bestand in Folgendem: 12636 Chaldrons
Kohlen wurden 5120 yards, ferner 17545 Chaldrons wurden 3688, endlich 14579 Chaldrons wurden 7350
yards, zusammen also 44760 Chaldrons transportirt. Diess ist eben so viel, als die Fracht von 356181
Tonnen eine Meile weit; die Gesammtauslage betrug 756 Liv. st. 14 sh.; es entfällt daher beinahe 1/2 d.
für die Tonne und die Meile. Da diese Eisenbahn auf die obige Länge von 7350 yards ein Gefälle von
56 Fuss 2 Zoll und eine Steigung von 4 Fuss hat, so gibt diess einen mittlern Fall von 1 : 423.

XII. Hiezu können wir noch die Fracht mit Dampfwägenauf der Darlington-Eisen-
bahn
rechnen. Nach S. 617 beträgt die Länge dieser Bahn von dem Fusse der Brusselton schiefen
Fläche bis Stokton 100959 Fuss und der Fall 395,2 Fuss, demnach das mittlere Gefäll 1 : 255,5. Die Fracht
wird hier mit 4 Dampfwägen mit grösster Lebhaftigkeit betrieben; die Gesellschaft hat diese Fracht an einige
Unternehmer um den Betrag von 1/4 d. für die Tonne und die Meile verpachtet, allein sie liefert die Dampf-
wägen und bestreitet alle Reparaturen an denselben. Hiedurch kommen die Frachtkosten für die Tonne
und die Meile auf 1/3 d. und selbst auf 1/2 d. oder eben so hoch als bei dem Gebrauche der Pferdekraft.
(Siehe S. 617.) Der Vortheil der Dampfwägen besteht jedoch noch immer darin, dass die Fracht weit
schneller als mit Pferden geht, dass man Tag und Nacht fahren, folglich im Falle eines Bedarfes in kurzer
Zeit sehr viel transportiren kann und dass der Verkehr auf einer einfachen Bahn bei dem Gebrauche von
Dampfwägen, die 20 bis 24 Kohlenwägen mit sich führen, weit weniger unterbrochen wird, als es der Fall
ist, wenn ein Pferd bloss 4 Kohlenwägen fortbringt. Uiberdiess ist hier zu bemerken, dass die Dampfwä-
gen, die in den letztern Jahren gebaut wurden, eine weit vollkommnere Einrichtung haben und demnach auch
mehr leisten, als jene auf der Darlington-Bahn.

XIII. Hinsichtlich der Dauer der Seile und der Kosten, welche dieselben auf selbstwirkenden
schiefen Flächen verursachen, verdient noch folgende von H. Wood mitgetheilte Erfahrung angeführt zu wer-
den. Die schiefe Fläche, worauf die Seile gebraucht wurden, befindet sich auf dem Killingworth Rail-
road;
die Länge derselben beträgt 715 yards, der Fall 57 Fuss 3 Zoll oder 1 : 37,5; die Bahn läuft ohne
Krümmungen ganz gerade. Jedesmal gehen 6 beladene Wägen hinab und ziehen zu gleicher Zeit 6 leere
hinauf; ein Wagen wiegt 25 Ztr. und enthält gesetzlich 53 Ztr. Steinkohlen, gewöhnlich auch bis 56 Ztr.
Die gebrauchten Seile haben 5 Zoll im Umfange.

[Tabelle]

Nun betragen 292852 Chaldrons zu 53 Ztr. gerade 776058 Tonnen, die 715 yards weit geführt
wurden, welches eben so viel ist, als 315274 Tonnen eine Meile weit. Dieses Frachtquantum mit den
ausgewiesenen Kosten der Seile verglichen, gibt 0,2284 d. für die Tonne und die Meile.

Noch ist zu bemerken, dass H. Wood in seinem bereits genannten Werke über Eisenbahnen eine
Reihe von Versuchen über den Widerstand der Reibung auf selbstwirkenden schiefen Flächen anführt. Hier-
aus ergibt sich, dass die Reibung eines Seiles und der Widerstand, welcher bei einer solchen schiefen
Fläche statt findet, beiläufig ein Drittel des Gewichtes beträgt, welches mit der Grösse des Widerstandes,
den wir §. 462 bei der Reibung der Seile an einem Flaschenzuge angegeben haben, nahe übereinstimmt.

§. 570.

Die im vorigen §. angeführten Erfahrungen über die Frachtkosten auf den Eisen-
bahnen geben hinlängliche Anhaltspunkte, um in ähnlichen Fällen bestimmte Anschläge
machen zu können. Es versteht sich hiebei von selbst, dass dasjenige, was die Anlage

Frachtkosten mit Dampfwägen.

Die Arbeit, welche mit diesen Maschinen verrichtet wurde, bestand in Folgendem: 12636 Chaldrons
Kohlen wurden 5120 yards, ferner 17545 Chaldrons wurden 3688, endlich 14579 Chaldrons wurden 7350
yards, zusammen also 44760 Chaldrons transportirt. Diess ist eben so viel, als die Fracht von 356181
Tonnen eine Meile weit; die Gesammtauslage betrug 756 Liv. st. 14 sh.; es entfällt daher beinahe ½ d.
für die Tonne und die Meile. Da diese Eisenbahn auf die obige Länge von 7350 yards ein Gefälle von
56 Fuss 2 Zoll und eine Steigung von 4 Fuss hat, so gibt diess einen mittlern Fall von 1 : 423.

XII. Hiezu können wir noch die Fracht mit Dampfwägenauf der Darlington-Eisen-
bahn
rechnen. Nach S. 617 beträgt die Länge dieser Bahn von dem Fusse der Brusselton schiefen
Fläche bis Stokton 100959 Fuss und der Fall 395,2 Fuss, demnach das mittlere Gefäll 1 : 255,5. Die Fracht
wird hier mit 4 Dampfwägen mit grösster Lebhaftigkeit betrieben; die Gesellschaft hat diese Fracht an einige
Unternehmer um den Betrag von ¼ d. für die Tonne und die Meile verpachtet, allein sie liefert die Dampf-
wägen und bestreitet alle Reparaturen an denselben. Hiedurch kommen die Frachtkosten für die Tonne
und die Meile auf ⅓ d. und selbst auf ½ d. oder eben so hoch als bei dem Gebrauche der Pferdekraft.
(Siehe S. 617.) Der Vortheil der Dampfwägen besteht jedoch noch immer darin, dass die Fracht weit
schneller als mit Pferden geht, dass man Tag und Nacht fahren, folglich im Falle eines Bedarfes in kurzer
Zeit sehr viel transportiren kann und dass der Verkehr auf einer einfachen Bahn bei dem Gebrauche von
Dampfwägen, die 20 bis 24 Kohlenwägen mit sich führen, weit weniger unterbrochen wird, als es der Fall
ist, wenn ein Pferd bloss 4 Kohlenwägen fortbringt. Uiberdiess ist hier zu bemerken, dass die Dampfwä-
gen, die in den letztern Jahren gebaut wurden, eine weit vollkommnere Einrichtung haben und demnach auch
mehr leisten, als jene auf der Darlington-Bahn.

XIII. Hinsichtlich der Dauer der Seile und der Kosten, welche dieselben auf selbstwirkenden
schiefen Flächen verursachen, verdient noch folgende von H. Wood mitgetheilte Erfahrung angeführt zu wer-
den. Die schiefe Fläche, worauf die Seile gebraucht wurden, befindet sich auf dem Killingworth Rail-
road;
die Länge derselben beträgt 715 yards, der Fall 57 Fuss 3 Zoll oder 1 : 37,5; die Bahn läuft ohne
Krümmungen ganz gerade. Jedesmal gehen 6 beladene Wägen hinab und ziehen zu gleicher Zeit 6 leere
hinauf; ein Wagen wiegt 25 Ztr. und enthält gesetzlich 53 Ztr. Steinkohlen, gewöhnlich auch bis 56 Ztr.
Die gebrauchten Seile haben 5 Zoll im Umfange.

[Tabelle]

Nun betragen 292852 Chaldrons zu 53 Ztr. gerade 776058 Tonnen, die 715 yards weit geführt
wurden, welches eben so viel ist, als 315274 Tonnen eine Meile weit. Dieses Frachtquantum mit den
ausgewiesenen Kosten der Seile verglichen, gibt 0,2284 d. für die Tonne und die Meile.

Noch ist zu bemerken, dass H. Wood in seinem bereits genannten Werke über Eisenbahnen eine
Reihe von Versuchen über den Widerstand der Reibung auf selbstwirkenden schiefen Flächen anführt. Hier-
aus ergibt sich, dass die Reibung eines Seiles und der Widerstand, welcher bei einer solchen schiefen
Fläche statt findet, beiläufig ein Drittel des Gewichtes beträgt, welches mit der Grösse des Widerstandes,
den wir §. 462 bei der Reibung der Seile an einem Flaschenzuge angegeben haben, nahe übereinstimmt.

§. 570.

Die im vorigen §. angeführten Erfahrungen über die Frachtkosten auf den Eisen-
bahnen geben hinlängliche Anhaltspunkte, um in ähnlichen Fällen bestimmte Anschläge
machen zu können. Es versteht sich hiebei von selbst, dass dasjenige, was die Anlage

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0660" n="628"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#i">Frachtkosten mit Dampfwägen.</hi> </fw><lb/>
            <p>Die Arbeit, welche mit diesen Maschinen verrichtet wurde, bestand in Folgendem: 12636 <hi rendition="#i">Chaldrons</hi><lb/>
Kohlen wurden 5120 <hi rendition="#i">yards</hi>, ferner 17545 <hi rendition="#i">Chaldrons</hi> wurden 3688, endlich 14579 <hi rendition="#i">Chaldrons</hi> wurden 7350<lb/><hi rendition="#i">yards</hi>, zusammen also 44760 <hi rendition="#i">Chaldrons</hi> transportirt. Diess ist eben so viel, als die Fracht von 356181<lb/>
Tonnen eine Meile weit; die Gesammtauslage betrug 756 <hi rendition="#i">Liv. st.</hi> 14 <hi rendition="#i">sh.</hi>; es entfällt daher beinahe ½ <hi rendition="#i">d.</hi><lb/>
für die Tonne und die Meile. Da diese Eisenbahn auf die obige Länge von 7350 <hi rendition="#i">yards</hi> ein Gefälle von<lb/>
56 Fuss 2 Zoll und eine Steigung von 4 Fuss hat, so gibt diess einen mittlern Fall von 1 : 423.</p><lb/>
            <p>XII. Hiezu können wir noch die <hi rendition="#g">Fracht mit Dampfwägenauf der</hi> <hi rendition="#i">Darlington-</hi><hi rendition="#g">Eisen-<lb/>
bahn</hi> rechnen. Nach S. 617 beträgt die Länge dieser Bahn von dem Fusse der <hi rendition="#i">Brusselton</hi> schiefen<lb/>
Fläche bis <hi rendition="#i">Stokton</hi> 100959 Fuss und der Fall 395,<hi rendition="#sub">2</hi> Fuss, demnach das mittlere Gefäll 1 : 255,<hi rendition="#sub">5</hi>. Die Fracht<lb/>
wird hier mit 4 Dampfwägen mit grösster Lebhaftigkeit betrieben; die Gesellschaft hat diese Fracht an einige<lb/>
Unternehmer um den Betrag von ¼ <hi rendition="#i">d.</hi> für die Tonne und die Meile verpachtet, allein sie liefert die Dampf-<lb/>
wägen und bestreitet alle Reparaturen an denselben. Hiedurch kommen die Frachtkosten für die Tonne<lb/>
und die Meile auf &#x2153; <hi rendition="#i">d.</hi> und selbst auf ½ <hi rendition="#i">d.</hi> oder eben so hoch als bei dem Gebrauche der Pferdekraft.<lb/>
(Siehe S. 617.) Der Vortheil der Dampfwägen besteht jedoch noch immer darin, dass die Fracht weit<lb/>
schneller als mit Pferden geht, dass man Tag und Nacht fahren, folglich im Falle eines Bedarfes in kurzer<lb/>
Zeit sehr viel transportiren kann und dass der Verkehr auf einer einfachen Bahn bei dem Gebrauche von<lb/>
Dampfwägen, die 20 bis 24 Kohlenwägen mit sich führen, weit weniger unterbrochen wird, als es der Fall<lb/>
ist, wenn ein Pferd bloss 4 Kohlenwägen fortbringt. Uiberdiess ist hier zu bemerken, dass die Dampfwä-<lb/>
gen, die in den letztern Jahren gebaut wurden, eine weit vollkommnere Einrichtung haben und demnach auch<lb/>
mehr leisten, als jene auf der <hi rendition="#i">Darlington-</hi>Bahn.</p><lb/>
            <p>XIII. Hinsichtlich der <hi rendition="#g">Dauer der Seile</hi> und der <hi rendition="#g">Kosten</hi>, welche dieselben auf selbstwirkenden<lb/>
schiefen Flächen verursachen, verdient noch folgende von <hi rendition="#i">H. Wood</hi> mitgetheilte Erfahrung angeführt zu wer-<lb/>
den. Die schiefe Fläche, worauf die Seile gebraucht wurden, befindet sich auf dem <hi rendition="#i">Killingworth Rail-<lb/>
road;</hi> die Länge derselben beträgt 715 <hi rendition="#i">yards</hi>, der Fall 57 Fuss 3 Zoll oder 1 : 37,<hi rendition="#sub">5</hi>; die Bahn läuft ohne<lb/>
Krümmungen ganz gerade. Jedesmal gehen 6 beladene Wägen hinab und ziehen zu gleicher Zeit 6 leere<lb/>
hinauf; ein Wagen wiegt 25 Ztr. und enthält gesetzlich 53 Ztr. Steinkohlen, gewöhnlich auch bis 56 Ztr.<lb/>
Die gebrauchten Seile haben 5 Zoll im Umfange.</p><lb/>
            <table>
              <row>
                <cell/>
              </row>
            </table>
            <p>Nun betragen 292852 <hi rendition="#i">Chaldrons</hi> zu 53 Ztr. gerade 776058 Tonnen, die 715 <hi rendition="#i">yards</hi> weit geführt<lb/>
wurden, welches eben so viel ist, als 315274 Tonnen eine Meile weit. Dieses Frachtquantum mit den<lb/>
ausgewiesenen Kosten der Seile verglichen, gibt 0,<hi rendition="#sub">2284</hi> <hi rendition="#i">d.</hi> für die Tonne und die Meile.</p><lb/>
            <p>Noch ist zu bemerken, dass <hi rendition="#i">H. Wood</hi> in seinem bereits genannten Werke über Eisenbahnen eine<lb/>
Reihe von Versuchen über den Widerstand der Reibung auf selbstwirkenden schiefen Flächen anführt. Hier-<lb/>
aus ergibt sich, dass die Reibung eines Seiles und der Widerstand, welcher bei einer solchen schiefen<lb/>
Fläche statt findet, beiläufig ein Drittel des Gewichtes beträgt, welches mit der Grösse des Widerstandes,<lb/>
den wir §. 462 bei der Reibung der Seile an einem Flaschenzuge angegeben haben, nahe übereinstimmt.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 570.</head><lb/>
            <p>Die im vorigen §. angeführten Erfahrungen über die Frachtkosten auf den Eisen-<lb/>
bahnen geben hinlängliche Anhaltspunkte, um in ähnlichen Fällen bestimmte Anschläge<lb/>
machen zu können. Es versteht sich hiebei von selbst, dass dasjenige, was die Anlage<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[628/0660] Frachtkosten mit Dampfwägen. Die Arbeit, welche mit diesen Maschinen verrichtet wurde, bestand in Folgendem: 12636 Chaldrons Kohlen wurden 5120 yards, ferner 17545 Chaldrons wurden 3688, endlich 14579 Chaldrons wurden 7350 yards, zusammen also 44760 Chaldrons transportirt. Diess ist eben so viel, als die Fracht von 356181 Tonnen eine Meile weit; die Gesammtauslage betrug 756 Liv. st. 14 sh.; es entfällt daher beinahe ½ d. für die Tonne und die Meile. Da diese Eisenbahn auf die obige Länge von 7350 yards ein Gefälle von 56 Fuss 2 Zoll und eine Steigung von 4 Fuss hat, so gibt diess einen mittlern Fall von 1 : 423. XII. Hiezu können wir noch die Fracht mit Dampfwägenauf der Darlington-Eisen- bahn rechnen. Nach S. 617 beträgt die Länge dieser Bahn von dem Fusse der Brusselton schiefen Fläche bis Stokton 100959 Fuss und der Fall 395,2 Fuss, demnach das mittlere Gefäll 1 : 255,5. Die Fracht wird hier mit 4 Dampfwägen mit grösster Lebhaftigkeit betrieben; die Gesellschaft hat diese Fracht an einige Unternehmer um den Betrag von ¼ d. für die Tonne und die Meile verpachtet, allein sie liefert die Dampf- wägen und bestreitet alle Reparaturen an denselben. Hiedurch kommen die Frachtkosten für die Tonne und die Meile auf ⅓ d. und selbst auf ½ d. oder eben so hoch als bei dem Gebrauche der Pferdekraft. (Siehe S. 617.) Der Vortheil der Dampfwägen besteht jedoch noch immer darin, dass die Fracht weit schneller als mit Pferden geht, dass man Tag und Nacht fahren, folglich im Falle eines Bedarfes in kurzer Zeit sehr viel transportiren kann und dass der Verkehr auf einer einfachen Bahn bei dem Gebrauche von Dampfwägen, die 20 bis 24 Kohlenwägen mit sich führen, weit weniger unterbrochen wird, als es der Fall ist, wenn ein Pferd bloss 4 Kohlenwägen fortbringt. Uiberdiess ist hier zu bemerken, dass die Dampfwä- gen, die in den letztern Jahren gebaut wurden, eine weit vollkommnere Einrichtung haben und demnach auch mehr leisten, als jene auf der Darlington-Bahn. XIII. Hinsichtlich der Dauer der Seile und der Kosten, welche dieselben auf selbstwirkenden schiefen Flächen verursachen, verdient noch folgende von H. Wood mitgetheilte Erfahrung angeführt zu wer- den. Die schiefe Fläche, worauf die Seile gebraucht wurden, befindet sich auf dem Killingworth Rail- road; die Länge derselben beträgt 715 yards, der Fall 57 Fuss 3 Zoll oder 1 : 37,5; die Bahn läuft ohne Krümmungen ganz gerade. Jedesmal gehen 6 beladene Wägen hinab und ziehen zu gleicher Zeit 6 leere hinauf; ein Wagen wiegt 25 Ztr. und enthält gesetzlich 53 Ztr. Steinkohlen, gewöhnlich auch bis 56 Ztr. Die gebrauchten Seile haben 5 Zoll im Umfange. Nun betragen 292852 Chaldrons zu 53 Ztr. gerade 776058 Tonnen, die 715 yards weit geführt wurden, welches eben so viel ist, als 315274 Tonnen eine Meile weit. Dieses Frachtquantum mit den ausgewiesenen Kosten der Seile verglichen, gibt 0,2284 d. für die Tonne und die Meile. Noch ist zu bemerken, dass H. Wood in seinem bereits genannten Werke über Eisenbahnen eine Reihe von Versuchen über den Widerstand der Reibung auf selbstwirkenden schiefen Flächen anführt. Hier- aus ergibt sich, dass die Reibung eines Seiles und der Widerstand, welcher bei einer solchen schiefen Fläche statt findet, beiläufig ein Drittel des Gewichtes beträgt, welches mit der Grösse des Widerstandes, den wir §. 462 bei der Reibung der Seile an einem Flaschenzuge angegeben haben, nahe übereinstimmt. §. 570. Die im vorigen §. angeführten Erfahrungen über die Frachtkosten auf den Eisen- bahnen geben hinlängliche Anhaltspunkte, um in ähnlichen Fällen bestimmte Anschläge machen zu können. Es versteht sich hiebei von selbst, dass dasjenige, was die Anlage

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/gerstner_mechanik01_1831
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/gerstner_mechanik01_1831/660
Zitationshilfe: Gerstner, Franz Joseph von: Handbuch der Mechanik. Bd. 1: Mechanik fester Körper. Prag, 1831, S. 628. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/gerstner_mechanik01_1831/660>, abgerufen am 08.08.2020.