Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Gerstner, Franz Joseph von: Handbuch der Mechanik. Bd. 1: Mechanik fester Körper. Prag, 1831.

Bild:
<< vorherige Seite

Drahtbrücken in Frankreich.
für die Länge eines Brückenfeldes von 86 Met. (272 N. Oe. Fuss) beträgt 9,4 Met. Diese
Brücke besteht eigentlich aus zwei einzelnen Brücken, indem Ketten oder Drahtbündel
von jedem Uferpfeiler nur über den Mittelpfeiler hinüber, dann sogleich auf seiner Rück-
seite herabgeführt, und in seinem Fundamente befestigt wurden. Die Brückenbahn hängt
zu jeder Seite an 6 nebeneinander liegenden Spannketten, demnach im Ganzen an 12 sol-
chen Ketten. Eine jede derselben besteht aus 160, in einen Bündel vereinigten Drähten,
deren Durchmesser 0,002 Met. (0,91 N. Oe. Linie) beträgt; der Querschnitt aller Spannketten
beträgt sonach 12. 160. 3,14159. (0,002)2. 1/4 = 0,00603 Quad. Met. oder 8,69 N. Oe. Quad.-Zoll.

Die Brücke besteht aus einer Fahrbahn von 4,4 Met. Breite und zwei erhöhten Fuss-
wegen von 0,8 Met., demnach ist die ganze Breite der Brücke im Lichten 6 Met. (19
N. Oe. Fuss), welches man für den dortigen obgleich bedeutenden Verkehr als hinrei-
chend erachtete. Das Geländer dieser Brücke bildet ein ähnliches Hängewerk, wie es
bei der in Paris vom Herrn de Verges erbauten Kettenbrücke der Fall ist.

Die Baukosten der ganzen Brücke betrugen 300000 Franken, worunter 30000 Franken
Entschädigung für die abgetragenen Gebäude begriffen sind. Bei diesem geringen Auf-
wande musste das ohnehin schwache Mauerwerk der Tragpfeiler ganz von Bruchsteinen
hergestellt, und bloss die Ecken mit kleinern Quadern verkleidet werden.

Die Brücke wurde vor ihrer Eröffnung auf die in Frankreich vorgeschriebene ge-
setzliche Art einer Probe unterworfen, indem man sie auf ihrer ganzen Fläche und zwar
von den Ufern gegen die Mitte zu mit Schotter und Steinen überführte, und darüber
noch einen dreispännigen Wagen fahren liess. Die zwei Brückenfelder wurden auf diese
Art mit 104 Kubik-Met. Schotter oder mit 208000 Kilogramm (3714 N. Oe. Zentner) be-
lastet, als jedoch der Schotter wieder abgeräumt wurde, fand man die Erhöhung in der
Mitte der Brückenfelder um 0,4 Met. geringer, das Mauerwerk über den Thoren der
Pfeiler bekam Risse, und man musste um jeden Landpfeiler in der Nähe der Auflage der
Ketten drei eiserne Ringe von 3 Zoll Höhe und 1/2 Zoll Dicke spannen.

Nach ähnlichen Grundsätzen ist die Drahtbrücke zwischen Tournon und
Tain
über die Rhone erbaut. Die Beschreibung derselben kommt in dem: "Journal
du Genie civil, des sciences et des arts, a l'usage des ingenieurs
.... 16me livraison
pag. 127" vor. Die Brücke hat 178 Met. (563,1 N. Oe. Fuss) Länge, einen im Fluss erbau-
ten Mittelpfeiler und zwei Landpfeiler; sie besteht aus einer Fahrbahn von 2,2 Met. und
zwei erhöhten Fusswegen von 1 Met. Breite; die ganze Breite derselben im Lichten be-
trägt demnach 4,2 Met. (13,3 N. Oe. Fuss). Damit sich die Wägen auf der Brücke aus-
weichen können, erweitert sich ihre Breite bei dem im Flusse erbauten Mittelpfeiler auf
6,2 Met. Die Herrn Seguin et Comp. erbauten diese Brücke gegen eine auf 99 Jahre
ertheilte Concession, nach deren Ablauf die Brücke als Eigenthum dem Staate anheim
fällt. Der Bau wurde im Jänner 1824 begonnen und schon am 22ten August 1824 die Prü-
fung vorgenommen; hiebei wurde 1 Met. Länge der Brücke mit 500 Kilogramm (765 N. Oe.
Lb. auf die N. Oe. Quad. Klafter) belastet, und noch mit schweren Wägen darüber gefahren.

Ausser diesen zwei beschriebenen Drahtbrücken wurden noch drei andere über die
Rhone erbaut, und zwar eine in Serrieres von 200 Met. Länge, die zweite in Andence
von gleicher Länge, die dritte in Beaucaire von 400 Met. Länge; eine vierte von 320 Met.
Länge sollte in Bourg St. Andreol erbaut werden.

Drahtbrücken in Frankreich.
für die Länge eines Brückenfeldes von 86 Met. (272 N. Oe. Fuss) beträgt 9,4 Met. Diese
Brücke besteht eigentlich aus zwei einzelnen Brücken, indem Ketten oder Drahtbündel
von jedem Uferpfeiler nur über den Mittelpfeiler hinüber, dann sogleich auf seiner Rück-
seite herabgeführt, und in seinem Fundamente befestigt wurden. Die Brückenbahn hängt
zu jeder Seite an 6 nebeneinander liegenden Spannketten, demnach im Ganzen an 12 sol-
chen Ketten. Eine jede derselben besteht aus 160, in einen Bündel vereinigten Drähten,
deren Durchmesser 0,002 Met. (0,91 N. Oe. Linie) beträgt; der Querschnitt aller Spannketten
beträgt sonach 12. 160. 3,14159. (0,002)2. ¼ = 0,00603 Quad. Met. oder 8,69 N. Oe. Quad.-Zoll.

Die Brücke besteht aus einer Fahrbahn von 4,4 Met. Breite und zwei erhöhten Fuss-
wegen von 0,8 Met., demnach ist die ganze Breite der Brücke im Lichten 6 Met. (19
N. Oe. Fuss), welches man für den dortigen obgleich bedeutenden Verkehr als hinrei-
chend erachtete. Das Geländer dieser Brücke bildet ein ähnliches Hängewerk, wie es
bei der in Paris vom Herrn de Vèrges erbauten Kettenbrücke der Fall ist.

Die Baukosten der ganzen Brücke betrugen 300000 Franken, worunter 30000 Franken
Entschädigung für die abgetragenen Gebäude begriffen sind. Bei diesem geringen Auf-
wande musste das ohnehin schwache Mauerwerk der Tragpfeiler ganz von Bruchsteinen
hergestellt, und bloss die Ecken mit kleinern Quadern verkleidet werden.

Die Brücke wurde vor ihrer Eröffnung auf die in Frankreich vorgeschriebene ge-
setzliche Art einer Probe unterworfen, indem man sie auf ihrer ganzen Fläche und zwar
von den Ufern gegen die Mitte zu mit Schotter und Steinen überführte, und darüber
noch einen dreispännigen Wagen fahren liess. Die zwei Brückenfelder wurden auf diese
Art mit 104 Kubik-Met. Schotter oder mit 208000 Kilogramm (3714 N. Oe. Zentner) be-
lastet, als jedoch der Schotter wieder abgeräumt wurde, fand man die Erhöhung in der
Mitte der Brückenfelder um 0,4 Met. geringer, das Mauerwerk über den Thoren der
Pfeiler bekam Risse, und man musste um jeden Landpfeiler in der Nähe der Auflage der
Ketten drei eiserne Ringe von 3 Zoll Höhe und ½ Zoll Dicke spannen.

Nach ähnlichen Grundsätzen ist die Drahtbrücke zwischen Tournon und
Tain
über die Rhône erbaut. Die Beschreibung derselben kommt in dem: „Journal
du Génie civil, des sciences et des arts, á l’usage des ingenieurs
.... 16me livraison
pag. 127 vor. Die Brücke hat 178 Met. (563,1 N. Oe. Fuss) Länge, einen im Fluss erbau-
ten Mittelpfeiler und zwei Landpfeiler; sie besteht aus einer Fahrbahn von 2,2 Met. und
zwei erhöhten Fusswegen von 1 Met. Breite; die ganze Breite derselben im Lichten be-
trägt demnach 4,2 Met. (13,3 N. Oe. Fuss). Damit sich die Wägen auf der Brücke aus-
weichen können, erweitert sich ihre Breite bei dem im Flusse erbauten Mittelpfeiler auf
6,2 Met. Die Herrn Seguin et Comp. erbauten diese Brücke gegen eine auf 99 Jahre
ertheilte Concession, nach deren Ablauf die Brücke als Eigenthum dem Staate anheim
fällt. Der Bau wurde im Jänner 1824 begonnen und schon am 22ten August 1824 die Prü-
fung vorgenommen; hiebei wurde 1 Met. Länge der Brücke mit 500 Kilogramm (765 N. Oe.
℔. auf die N. Oe. Quad. Klafter) belastet, und noch mit schweren Wägen darüber gefahren.

Ausser diesen zwei beschriebenen Drahtbrücken wurden noch drei andere über die
Rhône erbaut, und zwar eine in Serrieres von 200 Met. Länge, die zweite in Andence
von gleicher Länge, die dritte in Beaucaire von 400 Met. Länge; eine vierte von 320 Met.
Länge sollte in Bourg St. Andreol erbaut werden.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0502" n="472"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#i">Drahtbrücken in Frankreich</hi>.</fw><lb/>
für die Länge eines Brückenfeldes von 86 <hi rendition="#i">Met</hi>. (272 N. Oe. Fuss) beträgt 9,<hi rendition="#sub">4</hi> <hi rendition="#i">Met</hi>. Diese<lb/>
Brücke besteht eigentlich aus zwei einzelnen Brücken, indem Ketten oder Drahtbündel<lb/>
von jedem Uferpfeiler nur über den Mittelpfeiler hinüber, dann sogleich auf seiner Rück-<lb/>
seite herabgeführt, und in seinem Fundamente befestigt wurden. Die Brückenbahn hängt<lb/>
zu jeder Seite an 6 nebeneinander liegenden Spannketten, demnach im Ganzen an 12 sol-<lb/>
chen Ketten. Eine jede derselben besteht aus 160, in einen Bündel vereinigten Drähten,<lb/>
deren Durchmesser 0,<hi rendition="#sub">002</hi> <hi rendition="#i">Met</hi>. (0,<hi rendition="#sub">91</hi> N. Oe. Linie) beträgt; der Querschnitt aller Spannketten<lb/>
beträgt sonach 12. 160. 3,<hi rendition="#sub">14159</hi>. (0,<hi rendition="#sub">002</hi>)<hi rendition="#sup">2</hi>. ¼ = 0,<hi rendition="#sub">00603</hi> Quad. <hi rendition="#i">Met</hi>. oder 8,<hi rendition="#sub">69</hi> N. Oe. Quad.-Zoll.</p><lb/>
            <p>Die Brücke besteht aus einer Fahrbahn von 4,<hi rendition="#sub">4</hi> <hi rendition="#i">Met</hi>. Breite und zwei erhöhten Fuss-<lb/>
wegen von 0,<hi rendition="#sub">8</hi> <hi rendition="#i">Met</hi>., demnach ist die ganze Breite der Brücke im Lichten 6 <hi rendition="#i">Met</hi>. (19<lb/>
N. Oe. Fuss), welches man für den dortigen obgleich bedeutenden Verkehr als hinrei-<lb/>
chend erachtete. Das Geländer dieser Brücke bildet ein ähnliches Hängewerk, wie es<lb/>
bei der in Paris vom Herrn <hi rendition="#i">de Vèrges</hi> erbauten Kettenbrücke der Fall ist.</p><lb/>
            <p>Die Baukosten der ganzen Brücke betrugen 300000 Franken, worunter 30000 Franken<lb/>
Entschädigung für die abgetragenen Gebäude begriffen sind. Bei diesem geringen Auf-<lb/>
wande musste das ohnehin schwache Mauerwerk der Tragpfeiler ganz von Bruchsteinen<lb/>
hergestellt, und bloss die Ecken mit kleinern Quadern verkleidet werden.</p><lb/>
            <p>Die Brücke wurde vor ihrer Eröffnung auf die in Frankreich vorgeschriebene ge-<lb/>
setzliche Art einer Probe unterworfen, indem man sie auf ihrer ganzen Fläche und zwar<lb/>
von den Ufern gegen die Mitte zu mit Schotter und Steinen überführte, und darüber<lb/>
noch einen dreispännigen Wagen fahren liess. Die zwei Brückenfelder wurden auf diese<lb/>
Art mit 104 Kubik-Met. Schotter oder mit 208000 Kilogramm (3714 N. Oe. Zentner) be-<lb/>
lastet, als jedoch der Schotter wieder abgeräumt wurde, fand man die Erhöhung in der<lb/>
Mitte der Brückenfelder um 0,<hi rendition="#sub">4</hi> <hi rendition="#i">Met</hi>. geringer, das Mauerwerk über den Thoren der<lb/>
Pfeiler bekam Risse, und man musste um jeden Landpfeiler in der Nähe der Auflage der<lb/>
Ketten drei eiserne Ringe von 3 Zoll Höhe und ½ Zoll Dicke spannen.</p><lb/>
            <p>Nach ähnlichen Grundsätzen ist die <hi rendition="#g">Drahtbrücke zwischen <hi rendition="#i">Tournon</hi> und<lb/><hi rendition="#i">Tain</hi></hi> über die <hi rendition="#i">Rhône</hi> erbaut. Die Beschreibung derselben kommt in dem: <hi rendition="#i">&#x201E;Journal<lb/>
du Génie civil, des sciences et des arts, á l&#x2019;usage des ingenieurs</hi> .... 16<hi rendition="#sup">me</hi> <hi rendition="#i">livraison</hi><lb/>
pag. 127<hi rendition="#i">&#x201C;</hi> vor. Die Brücke hat 178 <hi rendition="#i">Met</hi>. (563,<hi rendition="#sub">1</hi> N. Oe. Fuss) Länge, einen im Fluss erbau-<lb/>
ten Mittelpfeiler und zwei Landpfeiler; sie besteht aus einer Fahrbahn von 2,<hi rendition="#sub">2</hi> <hi rendition="#i">Met</hi>. und<lb/>
zwei erhöhten Fusswegen von 1 <hi rendition="#i">Met</hi>. Breite; die ganze Breite derselben im Lichten be-<lb/>
trägt demnach 4,<hi rendition="#sub">2</hi> <hi rendition="#i">Met</hi>. (13,<hi rendition="#sub">3</hi> N. Oe. Fuss). Damit sich die Wägen auf der Brücke aus-<lb/>
weichen können, erweitert sich ihre Breite bei dem im Flusse erbauten Mittelpfeiler auf<lb/>
6,<hi rendition="#sub">2</hi> <hi rendition="#i">Met</hi>. Die Herrn <hi rendition="#i">Seguin</hi> et Comp. erbauten diese Brücke gegen eine auf 99 Jahre<lb/>
ertheilte Concession, nach deren Ablauf die Brücke als Eigenthum dem Staate anheim<lb/>
fällt. Der Bau wurde im Jänner 1824 begonnen und schon am 22<hi rendition="#sup">ten</hi> August 1824 die Prü-<lb/>
fung vorgenommen; hiebei wurde 1 <hi rendition="#i">Met</hi>. Länge der Brücke mit 500 Kilogramm (765 N. Oe.<lb/>
&#x2114;. auf die N. Oe. Quad. Klafter) belastet, und noch mit schweren Wägen darüber gefahren.</p><lb/>
            <p>Ausser diesen zwei beschriebenen Drahtbrücken wurden noch drei andere über die<lb/><hi rendition="#i">Rhône</hi> erbaut, und zwar eine in <hi rendition="#i">Serrieres</hi> von 200 <hi rendition="#i">Met</hi>. Länge, die zweite in <hi rendition="#i">Andence</hi><lb/>
von gleicher Länge, die dritte in <hi rendition="#i">Beaucaire</hi> von 400 <hi rendition="#i">Met</hi>. Länge; eine vierte von 320 <hi rendition="#i">Met</hi>.<lb/>
Länge sollte in <hi rendition="#i">Bourg St. Andreol</hi> erbaut werden.</p>
          </div><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[472/0502] Drahtbrücken in Frankreich. für die Länge eines Brückenfeldes von 86 Met. (272 N. Oe. Fuss) beträgt 9,4 Met. Diese Brücke besteht eigentlich aus zwei einzelnen Brücken, indem Ketten oder Drahtbündel von jedem Uferpfeiler nur über den Mittelpfeiler hinüber, dann sogleich auf seiner Rück- seite herabgeführt, und in seinem Fundamente befestigt wurden. Die Brückenbahn hängt zu jeder Seite an 6 nebeneinander liegenden Spannketten, demnach im Ganzen an 12 sol- chen Ketten. Eine jede derselben besteht aus 160, in einen Bündel vereinigten Drähten, deren Durchmesser 0,002 Met. (0,91 N. Oe. Linie) beträgt; der Querschnitt aller Spannketten beträgt sonach 12. 160. 3,14159. (0,002)2. ¼ = 0,00603 Quad. Met. oder 8,69 N. Oe. Quad.-Zoll. Die Brücke besteht aus einer Fahrbahn von 4,4 Met. Breite und zwei erhöhten Fuss- wegen von 0,8 Met., demnach ist die ganze Breite der Brücke im Lichten 6 Met. (19 N. Oe. Fuss), welches man für den dortigen obgleich bedeutenden Verkehr als hinrei- chend erachtete. Das Geländer dieser Brücke bildet ein ähnliches Hängewerk, wie es bei der in Paris vom Herrn de Vèrges erbauten Kettenbrücke der Fall ist. Die Baukosten der ganzen Brücke betrugen 300000 Franken, worunter 30000 Franken Entschädigung für die abgetragenen Gebäude begriffen sind. Bei diesem geringen Auf- wande musste das ohnehin schwache Mauerwerk der Tragpfeiler ganz von Bruchsteinen hergestellt, und bloss die Ecken mit kleinern Quadern verkleidet werden. Die Brücke wurde vor ihrer Eröffnung auf die in Frankreich vorgeschriebene ge- setzliche Art einer Probe unterworfen, indem man sie auf ihrer ganzen Fläche und zwar von den Ufern gegen die Mitte zu mit Schotter und Steinen überführte, und darüber noch einen dreispännigen Wagen fahren liess. Die zwei Brückenfelder wurden auf diese Art mit 104 Kubik-Met. Schotter oder mit 208000 Kilogramm (3714 N. Oe. Zentner) be- lastet, als jedoch der Schotter wieder abgeräumt wurde, fand man die Erhöhung in der Mitte der Brückenfelder um 0,4 Met. geringer, das Mauerwerk über den Thoren der Pfeiler bekam Risse, und man musste um jeden Landpfeiler in der Nähe der Auflage der Ketten drei eiserne Ringe von 3 Zoll Höhe und ½ Zoll Dicke spannen. Nach ähnlichen Grundsätzen ist die Drahtbrücke zwischen Tournon und Tain über die Rhône erbaut. Die Beschreibung derselben kommt in dem: „Journal du Génie civil, des sciences et des arts, á l’usage des ingenieurs .... 16me livraison pag. 127“ vor. Die Brücke hat 178 Met. (563,1 N. Oe. Fuss) Länge, einen im Fluss erbau- ten Mittelpfeiler und zwei Landpfeiler; sie besteht aus einer Fahrbahn von 2,2 Met. und zwei erhöhten Fusswegen von 1 Met. Breite; die ganze Breite derselben im Lichten be- trägt demnach 4,2 Met. (13,3 N. Oe. Fuss). Damit sich die Wägen auf der Brücke aus- weichen können, erweitert sich ihre Breite bei dem im Flusse erbauten Mittelpfeiler auf 6,2 Met. Die Herrn Seguin et Comp. erbauten diese Brücke gegen eine auf 99 Jahre ertheilte Concession, nach deren Ablauf die Brücke als Eigenthum dem Staate anheim fällt. Der Bau wurde im Jänner 1824 begonnen und schon am 22ten August 1824 die Prü- fung vorgenommen; hiebei wurde 1 Met. Länge der Brücke mit 500 Kilogramm (765 N. Oe. ℔. auf die N. Oe. Quad. Klafter) belastet, und noch mit schweren Wägen darüber gefahren. Ausser diesen zwei beschriebenen Drahtbrücken wurden noch drei andere über die Rhône erbaut, und zwar eine in Serrieres von 200 Met. Länge, die zweite in Andence von gleicher Länge, die dritte in Beaucaire von 400 Met. Länge; eine vierte von 320 Met. Länge sollte in Bourg St. Andreol erbaut werden.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/gerstner_mechanik01_1831
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/gerstner_mechanik01_1831/502
Zitationshilfe: Gerstner, Franz Joseph von: Handbuch der Mechanik. Bd. 1: Mechanik fester Körper. Prag, 1831, S. 472. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/gerstner_mechanik01_1831/502>, abgerufen am 29.09.2020.