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Fontane, Theodor: Von vor und nach der Reise. 2. Aufl. Berlin, 1894.

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mehr Zug und Wind es giebt, desto schöner dünkt es ihm. Ich habe nichts dagegen; es mag für ihn passen, aber nicht für mich. Und so will ich denn fort, heute noch. Um zwölf geht der Zug von Halberstadt. Ich denke, wenn ich um elf Uhr fahre, komm ich gerade zu rechter Zeit. Oder sagen wir lieber um halb elf."

Frau Karoline nahm meine Hand. "Ich sehe schon. Es sind ja nur vierzig Minuten von hier bis an den Bahnhof, aber Sie zittern schon bei der bloßen Möglichkeit einer Zug-Versäumnis. Und so will ich Sie nicht weiter bitten. Im September ist Kaltwasser-Congreß in Wiesbaden, wohin der Onkel unweigerlich geht. Und so glaub' ich mich denn, (immer vorausgesetzt, daß Sie wollen,) dafür verbürgen zu können, daß Sie den Faden, den Sie heute selbst durchschneiden, um jene Zeit ungestört wieder anknüpfen können. Der Herbst ist unsre beste Zeit und Sie sind wie Sie wissen, immer le bienvenu. Und nun geben Sie mir den Arm, daß wir noch einen Spaziergang machen. Ich habe noch allerhand Fragen auf dem Herzen: die Kinder müssen aus dem Haus, Albert gewiß und auch Alfred und Arthur. Aber ich schwanke noch, wohin und bin außerdem, aus Prinzip, gegen denselben Ort und dieselbe Schule für alle drei. Da hängen

mehr Zug und Wind es giebt, desto schöner dünkt es ihm. Ich habe nichts dagegen; es mag für ihn passen, aber nicht für mich. Und so will ich denn fort, heute noch. Um zwölf geht der Zug von Halberstadt. Ich denke, wenn ich um elf Uhr fahre, komm ich gerade zu rechter Zeit. Oder sagen wir lieber um halb elf.“

Frau Karoline nahm meine Hand. „Ich sehe schon. Es sind ja nur vierzig Minuten von hier bis an den Bahnhof, aber Sie zittern schon bei der bloßen Möglichkeit einer Zug-Versäumnis. Und so will ich Sie nicht weiter bitten. Im September ist Kaltwasser-Congreß in Wiesbaden, wohin der Onkel unweigerlich geht. Und so glaub’ ich mich denn, (immer vorausgesetzt, daß Sie wollen,) dafür verbürgen zu können, daß Sie den Faden, den Sie heute selbst durchschneiden, um jene Zeit ungestört wieder anknüpfen können. Der Herbst ist unsre beste Zeit und Sie sind wie Sie wissen, immer le bienvenu. Und nun geben Sie mir den Arm, daß wir noch einen Spaziergang machen. Ich habe noch allerhand Fragen auf dem Herzen: die Kinder müssen aus dem Haus, Albert gewiß und auch Alfred und Arthur. Aber ich schwanke noch, wohin und bin außerdem, aus Prinzip, gegen denselben Ort und dieselbe Schule für alle drei. Da hängen

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[122/0124] mehr Zug und Wind es giebt, desto schöner dünkt es ihm. Ich habe nichts dagegen; es mag für ihn passen, aber nicht für mich. Und so will ich denn fort, heute noch. Um zwölf geht der Zug von Halberstadt. Ich denke, wenn ich um elf Uhr fahre, komm ich gerade zu rechter Zeit. Oder sagen wir lieber um halb elf.“ Frau Karoline nahm meine Hand. „Ich sehe schon. Es sind ja nur vierzig Minuten von hier bis an den Bahnhof, aber Sie zittern schon bei der bloßen Möglichkeit einer Zug-Versäumnis. Und so will ich Sie nicht weiter bitten. Im September ist Kaltwasser-Congreß in Wiesbaden, wohin der Onkel unweigerlich geht. Und so glaub’ ich mich denn, (immer vorausgesetzt, daß Sie wollen,) dafür verbürgen zu können, daß Sie den Faden, den Sie heute selbst durchschneiden, um jene Zeit ungestört wieder anknüpfen können. Der Herbst ist unsre beste Zeit und Sie sind wie Sie wissen, immer le bienvenu. Und nun geben Sie mir den Arm, daß wir noch einen Spaziergang machen. Ich habe noch allerhand Fragen auf dem Herzen: die Kinder müssen aus dem Haus, Albert gewiß und auch Alfred und Arthur. Aber ich schwanke noch, wohin und bin außerdem, aus Prinzip, gegen denselben Ort und dieselbe Schule für alle drei. Da hängen

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Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Georg-August-Universität Göttingen, Theodor Fontane: Große Brandenburger Ausgabe (GBA): Bereitstellung der Texttranskription (mit freundlicher Genehmigung des Aufbau-Verlags Berlin und Weimar). (2014-01-22T15:28:28Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Frederike Neuber, Christian Thomas: Bearbeitung der digitalen Edition. (2014-01-22T15:28:28Z)
Wikimedia Commons: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2014-01-22T15:28:28Z)

Weitere Informationen:

Dieser Volltext wurde im Rahmen der Ausgabe Theodor Fontane: Große Brandenburger Ausgabe (GBA). Begründet und herausgegeben von Gotthard Erler. Berlin: Aufbau-Verlag 1994ff. Fortgeführt von Gabriele Radecke und Heinrich Detering an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Georg-August-Universität Göttingen erstellt und erscheint mit freundlicher Genehmigung des Aufbau-Verlags Berlin und Weimar im Deutschen Textarchiv.

Anmerkungen zur Transkription:

  • Bogensignaturen: nicht gekennzeichnet
  • Druckfehler: stillschweigend korrigiert
  • fremdsprachliches Material: nicht gekennzeichnet
  • I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert
  • Kolumnentitel: nicht gekennzeichnet
  • Kustoden: nicht gekennzeichnet
  • langes s (ſ): als s transkribiert
  • rundes r (ꝛ): als r/et transkribiert
  • Silbentrennung: aufgelöst
  • Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert
  • Zeilenumbrüche markiert: nein

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Zitationshilfe: Fontane, Theodor: Von vor und nach der Reise. 2. Aufl. Berlin, 1894, S. 122. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fontane_reise_1894/124>, abgerufen am 19.09.2019.