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Ebers, Georg: Eine Aegyptische Königstochter. Bd. 2. Stuttgart, 1864.

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16. (S. 17.) Herod. I. 180.
17. (S. 17.) Dieser Tempel des Bel, bekannter als "Thurm
von Babel", 1. Buch Mosis II., wird von Herodot I. 181. 182. 183.,
Diodor II. 8. u. 9. (Ktesias) u. v. a. alten Berichterstattern erwähnt.
Die Trümmer desselben werden von den heutigen Bewohnern jener Ge-
gend Birs Nimrud, Burg des Nimrod, genannt. Die Höhe des ersten
Stockwerkes, welches heute noch, von Trümmern umgeben, dasteht, be-
trägt 260 Fuß. Die Mauern, welche den Tempel umgaben, sollen sich
noch recht gut erkennen lassen und 4000' lang und 3000' breit gewe-
sen sein. Ritter, Erdkunde XI. 877 flgd. Zur Zeit unserer Erzählung
muß dieser Riesenbau in vollem Glanze dagestanden haben, weil wir
wissen, daß Nebukadnezar denselben köstlich ausbauen ließ. Diese An-
gabe des Josephus Antiq. X. 11. 1. wird durch eine Keilinschrift,
welche Rawlinson übersetzte, bestätigt. Journal of the roy. As. society
XII. 2. p.
476.
18. (S. 17.) Auch diese Burg soll von Nebukadnezar erbaut wor-
den sein; wenigstens tragen die Ziegel derselben, welche in den Trüm-
mern bei Hillah gefunden worden sind, den in Keilschrift geschriebenen
Namen dieses großen Königs. Auch viele Bruchstücke von glasirten Re-
liefs werden heute noch dort gefunden.
19. (S. 17.) Siehe I. Theil Anmerk. 154. Ein Trümmerhaufe,
heute el Kasr, d. h. der Palast, genannt, erstreckt sich 2400' lang und
1800' breit am Ufer des Euphrat. "Auf der Nordseite dieses künstlichen
Hügels von einem der höchsten Punkte sieht heute eine einsame Tama-
riske, ein sehr alter und starker Baum, auf den Fluß hinab; die Ara-
ber erzählen, es sei der einzige Baum, der von den hängenden Gärten
der Semiramis übrig geblieben." Duncker, Geschichte des Alterthums
I. S. 572.
20. (S. 18.) Man gab den Perserinnen die Ohrringe, wenn sie in
ihrem fünfzehnten Jahre mannbar wurden. Weiß, Kostümkunde I. 286.
Vendid. Fargard XIV.
66. Uebrigens mußten sich Mädchen wie Kna-
ben im fünfzehnten Jahre mit der heiligen Schnur, kucti oder Kosti,
umgürten. Nur in der Nacht durfte sie abgebunden werden. Die Ver-
fertigung derselben ist noch bei den heutigen Persern mit vielen Förm-
lichkeiten verbunden. Sie soll aus 72 Fäden bestehen. Schwarze Wolle
darf nicht dazu genommen werden. Spiegel, Avesta II. Einleitung XXIII.
21. (S. 20.) Dieselbe Bemerkung findet sich im Seneca de ira
und im Plato legg. 691 u. 695.
16. (S. 17.) Herod. I. 180.
17. (S. 17.) Dieſer Tempel des Bel, bekannter als „Thurm
von Babel“, 1. Buch Moſis II., wird von Herodot I. 181. 182. 183.,
Diodor II. 8. u. 9. (Kteſias) u. v. a. alten Berichterſtattern erwähnt.
Die Trümmer deſſelben werden von den heutigen Bewohnern jener Ge-
gend Birs Nimrud, Burg des Nimrod, genannt. Die Höhe des erſten
Stockwerkes, welches heute noch, von Trümmern umgeben, daſteht, be-
trägt 260 Fuß. Die Mauern, welche den Tempel umgaben, ſollen ſich
noch recht gut erkennen laſſen und 4000′ lang und 3000′ breit gewe-
ſen ſein. Ritter, Erdkunde XI. 877 flgd. Zur Zeit unſerer Erzählung
muß dieſer Rieſenbau in vollem Glanze dageſtanden haben, weil wir
wiſſen, daß Nebukadnezar denſelben köſtlich ausbauen ließ. Dieſe An-
gabe des Josephus Antiq. X. 11. 1. wird durch eine Keilinſchrift,
welche Rawlinſon überſetzte, beſtätigt. Journal of the roy. As. society
XII. 2. p.
476.
18. (S. 17.) Auch dieſe Burg ſoll von Nebukadnezar erbaut wor-
den ſein; wenigſtens tragen die Ziegel derſelben, welche in den Trüm-
mern bei Hillah gefunden worden ſind, den in Keilſchrift geſchriebenen
Namen dieſes großen Königs. Auch viele Bruchſtücke von glaſirten Re-
liefs werden heute noch dort gefunden.
19. (S. 17.) Siehe I. Theil Anmerk. 154. Ein Trümmerhaufe,
heute el Kasr, d. h. der Palaſt, genannt, erſtreckt ſich 2400′ lang und
1800′ breit am Ufer des Euphrat. „Auf der Nordſeite dieſes künſtlichen
Hügels von einem der höchſten Punkte ſieht heute eine einſame Tama-
riske, ein ſehr alter und ſtarker Baum, auf den Fluß hinab; die Ara-
ber erzählen, es ſei der einzige Baum, der von den hängenden Gärten
der Semiramis übrig geblieben.“ Duncker, Geſchichte des Alterthums
I. S. 572.
20. (S. 18.) Man gab den Perſerinnen die Ohrringe, wenn ſie in
ihrem fünfzehnten Jahre mannbar wurden. Weiß, Koſtümkunde I. 286.
Vendid. Fargard XIV.
66. Uebrigens mußten ſich Mädchen wie Kna-
ben im fünfzehnten Jahre mit der heiligen Schnur, kuçti oder Kosti,
umgürten. Nur in der Nacht durfte ſie abgebunden werden. Die Ver-
fertigung derſelben iſt noch bei den heutigen Perſern mit vielen Förm-
lichkeiten verbunden. Sie ſoll aus 72 Fäden beſtehen. Schwarze Wolle
darf nicht dazu genommen werden. Spiegel, Aveſta II. Einleitung XXIII.
21. (S. 20.) Dieſelbe Bemerkung findet ſich im Seneca de ira
und im Plato legg. 691 u. 695.
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[239/0241] 16. (S. 17.) Herod. I. 180. 17. (S. 17.) Dieſer Tempel des Bel, bekannter als „Thurm von Babel“, 1. Buch Moſis II., wird von Herodot I. 181. 182. 183., Diodor II. 8. u. 9. (Kteſias) u. v. a. alten Berichterſtattern erwähnt. Die Trümmer deſſelben werden von den heutigen Bewohnern jener Ge- gend Birs Nimrud, Burg des Nimrod, genannt. Die Höhe des erſten Stockwerkes, welches heute noch, von Trümmern umgeben, daſteht, be- trägt 260 Fuß. Die Mauern, welche den Tempel umgaben, ſollen ſich noch recht gut erkennen laſſen und 4000′ lang und 3000′ breit gewe- ſen ſein. Ritter, Erdkunde XI. 877 flgd. Zur Zeit unſerer Erzählung muß dieſer Rieſenbau in vollem Glanze dageſtanden haben, weil wir wiſſen, daß Nebukadnezar denſelben köſtlich ausbauen ließ. Dieſe An- gabe des Josephus Antiq. X. 11. 1. wird durch eine Keilinſchrift, welche Rawlinſon überſetzte, beſtätigt. Journal of the roy. As. society XII. 2. p. 476. 18. (S. 17.) Auch dieſe Burg ſoll von Nebukadnezar erbaut wor- den ſein; wenigſtens tragen die Ziegel derſelben, welche in den Trüm- mern bei Hillah gefunden worden ſind, den in Keilſchrift geſchriebenen Namen dieſes großen Königs. Auch viele Bruchſtücke von glaſirten Re- liefs werden heute noch dort gefunden. 19. (S. 17.) Siehe I. Theil Anmerk. 154. Ein Trümmerhaufe, heute el Kasr, d. h. der Palaſt, genannt, erſtreckt ſich 2400′ lang und 1800′ breit am Ufer des Euphrat. „Auf der Nordſeite dieſes künſtlichen Hügels von einem der höchſten Punkte ſieht heute eine einſame Tama- riske, ein ſehr alter und ſtarker Baum, auf den Fluß hinab; die Ara- ber erzählen, es ſei der einzige Baum, der von den hängenden Gärten der Semiramis übrig geblieben.“ Duncker, Geſchichte des Alterthums I. S. 572. 20. (S. 18.) Man gab den Perſerinnen die Ohrringe, wenn ſie in ihrem fünfzehnten Jahre mannbar wurden. Weiß, Koſtümkunde I. 286. Vendid. Fargard XIV. 66. Uebrigens mußten ſich Mädchen wie Kna- ben im fünfzehnten Jahre mit der heiligen Schnur, kuçti oder Kosti, umgürten. Nur in der Nacht durfte ſie abgebunden werden. Die Ver- fertigung derſelben iſt noch bei den heutigen Perſern mit vielen Förm- lichkeiten verbunden. Sie ſoll aus 72 Fäden beſtehen. Schwarze Wolle darf nicht dazu genommen werden. Spiegel, Aveſta II. Einleitung XXIII. 21. (S. 20.) Dieſelbe Bemerkung findet ſich im Seneca de ira und im Plato legg. 691 u. 695.

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Zitationshilfe: Ebers, Georg: Eine Aegyptische Königstochter. Bd. 2. Stuttgart, 1864, S. 239. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ebers_koenigstochter02_1864/241>, abgerufen am 19.03.2019.