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Curtius, Georg: Zur Kritik der neuesten Sprachforschung. Leipzig, 1885.

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rückführt. Vielmehr bedeutet ektrekhein nichts andres als "her-
ausfahren, entfahren" im Sinne des homerischen poion se
epos phugen erkos odonton
; oder des deutschen "es ist mir so
entfahren". sunektrekhein heisst also "so mit herauslaufen,
mit herausfahren". Neben diesem Ausdruck kommt noch ein
andrer vor, der vielleicht noch bezeichnender ist, nämlich
parakolouthein, parakolouthia. So sagt Apollonios, de adv.
p. 587, 4: oti kai alla moria opheilonta kata akolouthian
tina e oxunesthai e perispasthai sunekdrome graphes para-
kolouthesanta apepheuge ton deonta tonon
. Hier entspricht
offenbar die akolouthia der analogia im Sinne der "festen
Regel" und die parakolouthia bezeichnet die Abweichung da-
von und ist mit dem in der Syntax üblichen anakolouthia zu
vergleichen. Auch ein dritter Ausdruck findet sich, nämlich
sunapopheresthai, z. B. Theognost. Can. p. 50, 6: sunapenekhthe
autois kai to meleos
. Gemeint sind Wörter auf /-eos, z.B. eleos,
nach denen sich meleos gerichtet hätte. Die Anwendung dieser
Wörter trifft fast ganz zusammen mit dem, was in neuerer
Zeit Analogiebildung genannt wird. Wie denn Lobeck in
Nachbildung der alten Grammatiker (Buttm. A. G. Gr. II2, 28)
die vereinzelte komische Form dedeipnanai aus eristanai
durch sunekdrome erklärt. In Bezug auf diese seltsamen For-
men verweise ich auf mein Verbum II2191.

Eine, wie es scheint, neue Art der sunekdrome ist die von
Lobeck mehrfach, z. B. Paralipomena p. 79, erwähnte synec-
drome ex antithesi. So fasst Lobeck das Fragment des Alcäus
"ouden ek denos genoito". Er hält also den für eine willkür-
liche Nachbildung nach ouden, etwa wie wenn ein Deutscher
das veraltete "ichts" als Gegenstück zu "nichts" hervorholte.
Ebenso fasst er ad Phryn. p. 563 den Vers des Theognis 621:
pas tis plousion andra tiei, atiei de penikhron. Bekanntlich
ist atiei eine allen Gesetzen griechischer Zusammensetzung
widersprechende Form. Lobeck begreift sie aber als ein "oppo-
sitionis causa ex tempore fictum". Nicht anders bezeichnet er

3*

rückführt. Vielmehr bedeutet ἐκτρέχειν nichts andres als „her-
ausfahren, entfahren“ im Sinne des homerischen ποῖόν σε
ἔπος φύγεν ἕρκος ὀδόντων
; oder des deutschen „es ist mir so
entfahren“. συνεκτρέχειν heisst also „so mit herauslaufen,
mit herausfahren“. Neben diesem Ausdruck kommt noch ein
andrer vor, der vielleicht noch bezeichnender ist, nämlich
παρακολουθεῖν, παρακολουθία. So sagt Apollonios, de adv.
p. 587, 4: ὅτι καὶ ἄλλα μόρια ὀφείλοντα κατὰ ἀκολουθίαν
τινὰ ἤ ὀξύνεσθαι ἤ περισπᾶσθαι συνεκδρομῇ γραφῆς παρα-
κολουθήσαντα ἀπέφευγε τὸν δέοντα τόνον
. Hier entspricht
offenbar die ἀκολουθία der ἀναλογία im Sinne der „festen
Regel“ und die παρακολουθία bezeichnet die Abweichung da-
von und ist mit dem in der Syntax üblichen ἀνακολουθία zu
vergleichen. Auch ein dritter Ausdruck findet sich, nämlich
συναποφέρεσθαι, z. B. Theognost. Can. p. 50, 6: συναπηνέχθη
αὐτοῖς καὶ τὸ μέλεος
. Gemeint sind Wörter auf /-εος, z.B. ἔλεος,
nach denen sich μέλεος gerichtet hätte. Die Anwendung dieser
Wörter trifft fast ganz zusammen mit dem, was in neuerer
Zeit Analogiebildung genannt wird. Wie denn Lobeck in
Nachbildung der alten Grammatiker (Buttm. A. G. Gr. II2, 28)
die vereinzelte komische Form δεδειπνάναι aus ἠριστάναι
durch συνεκδρομή erklärt. In Bezug auf diese seltsamen For-
men verweise ich auf mein Verbum II2191.

Eine, wie es scheint, neue Art der συνεκδρομή ist die von
Lobeck mehrfach, z. B. Paralipomena p. 79, erwähnte synec-
drome ex antithesi. So fasst Lobeck das Fragment des Alcäus
οὐδὲν ἐκ δενὸς γένοιτο“. Er hält also δέν für eine willkür-
liche Nachbildung nach οὐδὲν, etwa wie wenn ein Deutscher
das veraltete „ichts“ als Gegenstück zu „nichts“ hervorholte.
Ebenso fasst er ad Phryn. p. 563 den Vers des Theognis 621:
πᾶς τις πλούσιον ἄνδρα τίει, ἀτίει δὲ πενιχρόν. Bekanntlich
ist ἀτίει eine allen Gesetzen griechischer Zusammensetzung
widersprechende Form. Lobeck begreift sie aber als ein „oppo-
sitionis causa ex tempore fictum“. Nicht anders bezeichnet er

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[35/0043] rückführt. Vielmehr bedeutet ἐκτρέχειν nichts andres als „her- ausfahren, entfahren“ im Sinne des homerischen ποῖόν σε ἔπος φύγεν ἕρκος ὀδόντων; oder des deutschen „es ist mir so entfahren“. συνεκτρέχειν heisst also „so mit herauslaufen, mit herausfahren“. Neben diesem Ausdruck kommt noch ein andrer vor, der vielleicht noch bezeichnender ist, nämlich παρακολουθεῖν, παρακολουθία. So sagt Apollonios, de adv. p. 587, 4: ὅτι καὶ ἄλλα μόρια ὀφείλοντα κατὰ ἀκολουθίαν τινὰ ἤ ὀξύνεσθαι ἤ περισπᾶσθαι συνεκδρομῇ γραφῆς παρα- κολουθήσαντα ἀπέφευγε τὸν δέοντα τόνον. Hier entspricht offenbar die ἀκολουθία der ἀναλογία im Sinne der „festen Regel“ und die παρακολουθία bezeichnet die Abweichung da- von und ist mit dem in der Syntax üblichen ἀνακολουθία zu vergleichen. Auch ein dritter Ausdruck findet sich, nämlich συναποφέρεσθαι, z. B. Theognost. Can. p. 50, 6: συναπηνέχθη αὐτοῖς καὶ τὸ μέλεος. Gemeint sind Wörter auf /-εος, z.B. ἔλεος, nach denen sich μέλεος gerichtet hätte. Die Anwendung dieser Wörter trifft fast ganz zusammen mit dem, was in neuerer Zeit Analogiebildung genannt wird. Wie denn Lobeck in Nachbildung der alten Grammatiker (Buttm. A. G. Gr. II2, 28) die vereinzelte komische Form δεδειπνάναι aus ἠριστάναι durch συνεκδρομή erklärt. In Bezug auf diese seltsamen For- men verweise ich auf mein Verbum II2191. Eine, wie es scheint, neue Art der συνεκδρομή ist die von Lobeck mehrfach, z. B. Paralipomena p. 79, erwähnte synec- drome ex antithesi. So fasst Lobeck das Fragment des Alcäus „οὐδὲν ἐκ δενὸς γένοιτο“. Er hält also δέν für eine willkür- liche Nachbildung nach οὐδὲν, etwa wie wenn ein Deutscher das veraltete „ichts“ als Gegenstück zu „nichts“ hervorholte. Ebenso fasst er ad Phryn. p. 563 den Vers des Theognis 621: πᾶς τις πλούσιον ἄνδρα τίει, ἀτίει δὲ πενιχρόν. Bekanntlich ist ἀτίει eine allen Gesetzen griechischer Zusammensetzung widersprechende Form. Lobeck begreift sie aber als ein „oppo- sitionis causa ex tempore fictum“. Nicht anders bezeichnet er 3*

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Zitationshilfe: Curtius, Georg: Zur Kritik der neuesten Sprachforschung. Leipzig, 1885, S. 35. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/curtius_sprachforschung_1885/43>, abgerufen am 26.05.2019.