Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Ste
gewährt wurde. Er lebt seitdem,
schriftstellerisch tätig, in Leipzig.

S:


Mit der Feder für das Schwert (Nn.
u. En.), 1866 (Jnhalt: Ein seltsamer
Junggeselle. - Große Fragen am klei-
nen Orte. - Nicoletta, ein kathol.
Lebensbild). - Ebbe und Flut (En.);
1. Bd., 1868. - Vom kleinen Graal
(Eine Erinnerung an Warnemünde;
in V.), 1872. - Grabstätten u. Denk-
mäler mecklenburg. Krieger a. d. J.
1870-71; 1874. - Auch ein Offizier!
(R.), 1904. 2. A. 1905. - Ein Glücks-
flicker (R.), 1906.

Stein, Leopold,

geb. am 5. Novbr.
1810 in dem Marktflecken Burgprep-
pach in Bayern, kam, als er fünf
Jahre alt war, nach Adelsdorf, wo-
hin sein Vater als Rabbiner berufen
worden war. Er widmete sich von
früher Jugend an dem Studium der
rabbinisch-theologischen Wissenschaf-
ten, während er gleichzeitig auf den
Gymnasien zu Erlangen und Bai-
reuth den Grund zu seiner hervor-
ragenden humanistischen Bildung
legte, und bezog 1830 die Universität
Würzburg, an der er bis 1833 Phi-
losophie studierte. Jm Jahre 1834
hielt S. zu Frankfurt am Main im
Betsaal der israelitischen Gemeinde
seine ersten reformatorischen Kanzel-
reden, wurde im Frühjahr 1835 Rab-
biner und Prediger bei den Gemein-
den zu Burg- und Alten-Kundstadt in
Oberfranken u. 1844 als Gemeinde-
rabbiner und Prediger nach Frank-
furt a. M. berufen. Jm Jahre 1872
trat er in den Ruhestand. Die fol-
genden Lebensjahre widmete er teils
literarischer und schriftstellerischer
Tätigkeit, teils städtischen Jnteressen
u. humanistischen Bestrebungen, be-
sonders dem Vereine zum Wohle der
dienenden Klasse. Allgemein geachtet
und geehrt starb er zu Frankfurt am
2. Dezbr. 1882.

S:

Stufengesänge
(Ge.), 1834. - Die Königskrone (Ge.),
1839. - Die Hasmonäer (Dr.), 1859.
Neue Ausg. 1896. - Der Knabenraub
[Spaltenumbruch]

Ste
zu Carpentras (Dr.), 1863. Neue
Ausg. 1896. - Haus Ehrlich (Dr.),
1863. - Des Dichters Weihe (Dram.
Bild zur Shakespeare-Feier), 1864. -
Morgenländische Bilder in abend-
ländischem Rahmen (Talmudische Pa-
rabeln, Gleichnisse und En. metrisch
wiedergegeben), 1885. - Als Manu-
skript gedruckt: Laura, oder: Gold u.
Ehre (Dr.).

Stein, Lorenz, Ritter von,

geb.
am 15. Novbr. 1815 zu Eckernförde in
Holstein, erhielt bis 1832 seine Aus-
bildung in einer niederen Militär-
erziehungsanstalt, kam aus dieser mit
Unterstützung von seiten der däni-
schen Regierung auf das Gymnasium
in Flensburg, studierte seit 1835 in
Kiel, seit 1837 in Jena u. ging 1839
nach Kopenhagen, wo er eine Anstel-
lung in der damaligen schleswig-hol-
steinschen Kanzlei erhielt. Darauf
begab er sich mit einem königl. däni-
schen Reisestipendium nach Berlin,
wo er sich die juristische Doktorwürde
erwarb, u. 1840 nach Paris, wo sich
ihm für seine staatswissenschaftlichen
Studien neue Gesichtspunkte eröff-
neten und ihm insbesondere die Be-
ziehungen der Nationalökonomie zur
Geschichte des Rechts klar wurden.
Hier entstand dann sein Werk "Der
Sozialismus und Kommunismus des
heutigen Frankreich. Ein Beitrag
zur Zeitgeschichte" (Leipzig 1842),
womit eigentlich die soziale Frage in
Deutschland begann. Zugleich arbei-
tete S. auch auf dem Felde der Rechts-
geschichte und gab 1846 mit Warn-
könig die erste französische Staats-
und Rechtsgeschichte heraus, so daß
Deutschland diesen Gegenstand, in
einem umfassenden Werke behandelt,
zu einer Zeit besaß, da er dem eignen
Lande noch fehlte. Jm J. 1846 wurde
S. zum außerordentl. Prof. an der Kie-
ler Hochschule ernannt. Als sich die
Angelegenheiten Schleswig-Holsteins
verwickelten, nahm er an den litera-
rischen Kämpfen für das Recht seines

*


[Spaltenumbruch]

Ste
gewährt wurde. Er lebt ſeitdem,
ſchriftſtelleriſch tätig, in Leipzig.

S:


Mit der Feder für das Schwert (Nn.
u. En.), 1866 (Jnhalt: Ein ſeltſamer
Junggeſelle. – Große Fragen am klei-
nen Orte. – Nicoletta, ein kathol.
Lebensbild). – Ebbe und Flut (En.);
1. Bd., 1868. – Vom kleinen Graal
(Eine Erinnerung an Warnemünde;
in V.), 1872. – Grabſtätten u. Denk-
mäler mecklenburg. Krieger a. d. J.
1870–71; 1874. – Auch ein Offizier!
(R.), 1904. 2. A. 1905. – Ein Glücks-
flicker (R.), 1906.

Stein, Leopold,

geb. am 5. Novbr.
1810 in dem Marktflecken Burgprep-
pach in Bayern, kam, als er fünf
Jahre alt war, nach Adelsdorf, wo-
hin ſein Vater als Rabbiner berufen
worden war. Er widmete ſich von
früher Jugend an dem Studium der
rabbiniſch-theologiſchen Wiſſenſchaf-
ten, während er gleichzeitig auf den
Gymnaſien zu Erlangen und Bai-
reuth den Grund zu ſeiner hervor-
ragenden humaniſtiſchen Bildung
legte, und bezog 1830 die Univerſität
Würzburg, an der er bis 1833 Phi-
loſophie ſtudierte. Jm Jahre 1834
hielt S. zu Frankfurt am Main im
Betſaal der iſraelitiſchen Gemeinde
ſeine erſten reformatoriſchen Kanzel-
reden, wurde im Frühjahr 1835 Rab-
biner und Prediger bei den Gemein-
den zu Burg- und Alten-Kundſtadt in
Oberfranken u. 1844 als Gemeinde-
rabbiner und Prediger nach Frank-
furt a. M. berufen. Jm Jahre 1872
trat er in den Ruheſtand. Die fol-
genden Lebensjahre widmete er teils
literariſcher und ſchriftſtelleriſcher
Tätigkeit, teils ſtädtiſchen Jntereſſen
u. humaniſtiſchen Beſtrebungen, be-
ſonders dem Vereine zum Wohle der
dienenden Klaſſe. Allgemein geachtet
und geehrt ſtarb er zu Frankfurt am
2. Dezbr. 1882.

S:

Stufengeſänge
(Ge.), 1834. – Die Königskrone (Ge.),
1839. – Die Hasmonäer (Dr.), 1859.
Neue Ausg. 1896. – Der Knabenraub
[Spaltenumbruch]

Ste
zu Carpentras (Dr.), 1863. Neue
Ausg. 1896. – Haus Ehrlich (Dr.),
1863. – Des Dichters Weihe (Dram.
Bild zur Shakeſpeare-Feier), 1864. –
Morgenländiſche Bilder in abend-
ländiſchem Rahmen (Talmudiſche Pa-
rabeln, Gleichniſſe und En. metriſch
wiedergegeben), 1885. – Als Manu-
ſkript gedruckt: Laura, oder: Gold u.
Ehre (Dr.).

Stein, Lorenz, Ritter von,

geb.
am 15. Novbr. 1815 zu Eckernförde in
Holſtein, erhielt bis 1832 ſeine Aus-
bildung in einer niederen Militär-
erziehungsanſtalt, kam aus dieſer mit
Unterſtützung von ſeiten der däni-
ſchen Regierung auf das Gymnaſium
in Flensburg, ſtudierte ſeit 1835 in
Kiel, ſeit 1837 in Jena u. ging 1839
nach Kopenhagen, wo er eine Anſtel-
lung in der damaligen ſchleswig-hol-
ſteinſchen Kanzlei erhielt. Darauf
begab er ſich mit einem königl. däni-
ſchen Reiſeſtipendium nach Berlin,
wo er ſich die juriſtiſche Doktorwürde
erwarb, u. 1840 nach Paris, wo ſich
ihm für ſeine ſtaatswiſſenſchaftlichen
Studien neue Geſichtspunkte eröff-
neten und ihm insbeſondere die Be-
ziehungen der Nationalökonomie zur
Geſchichte des Rechts klar wurden.
Hier entſtand dann ſein Werk „Der
Sozialismus und Kommunismus des
heutigen Frankreich. Ein Beitrag
zur Zeitgeſchichte“ (Leipzig 1842),
womit eigentlich die ſoziale Frage in
Deutſchland begann. Zugleich arbei-
tete S. auch auf dem Felde der Rechts-
geſchichte und gab 1846 mit Warn-
könig die erſte franzöſiſche Staats-
und Rechtsgeſchichte heraus, ſo daß
Deutſchland dieſen Gegenſtand, in
einem umfaſſenden Werke behandelt,
zu einer Zeit beſaß, da er dem eignen
Lande noch fehlte. Jm J. 1846 wurde
S. zum außerordentl. Prof. an der Kie-
ler Hochſchule ernannt. Als ſich die
Angelegenheiten Schleswig-Holſteins
verwickelten, nahm er an den litera-
riſchen Kämpfen für das Recht ſeines

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0042" n="38"/><lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Ste</hi></fw><lb/>
gewährt wurde. Er lebt &#x017F;eitdem,<lb/>
&#x017F;chrift&#x017F;telleri&#x017F;ch tätig, in Leipzig. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p><lb/>
Mit der Feder für das Schwert (Nn.<lb/>
u. En.), 1866 (Jnhalt: Ein &#x017F;elt&#x017F;amer<lb/>
Jungge&#x017F;elle. &#x2013; Große Fragen am klei-<lb/>
nen Orte. &#x2013; Nicoletta, ein kathol.<lb/>
Lebensbild). &#x2013; Ebbe und Flut (En.);<lb/>
1. Bd., 1868. &#x2013; Vom kleinen Graal<lb/>
(Eine Erinnerung an Warnemünde;<lb/>
in V.), 1872. &#x2013; Grab&#x017F;tätten u. Denk-<lb/>
mäler mecklenburg. Krieger a. d. J.<lb/>
1870&#x2013;71; 1874. &#x2013; Auch ein Offizier!<lb/>
(R.), 1904. 2. A. 1905. &#x2013; Ein Glücks-<lb/>
flicker (R.), 1906.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName><hi rendition="#b">Stein,</hi> Leopold,</persName>
        </head>
        <p> geb. am 5. Novbr.<lb/>
1810 in dem Marktflecken Burgprep-<lb/>
pach in Bayern, kam, als er fünf<lb/>
Jahre alt war, nach Adelsdorf, wo-<lb/>
hin &#x017F;ein Vater als Rabbiner berufen<lb/>
worden war. Er widmete &#x017F;ich von<lb/>
früher Jugend an dem Studium der<lb/>
rabbini&#x017F;ch-theologi&#x017F;chen Wi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaf-<lb/>
ten, während er gleichzeitig auf den<lb/>
Gymna&#x017F;ien zu Erlangen und Bai-<lb/>
reuth den Grund zu &#x017F;einer hervor-<lb/>
ragenden humani&#x017F;ti&#x017F;chen Bildung<lb/>
legte, und bezog 1830 die Univer&#x017F;ität<lb/>
Würzburg, an der er bis 1833 Phi-<lb/>
lo&#x017F;ophie &#x017F;tudierte. Jm Jahre 1834<lb/>
hielt S. zu Frankfurt am Main im<lb/>
Bet&#x017F;aal der i&#x017F;raeliti&#x017F;chen Gemeinde<lb/>
&#x017F;eine er&#x017F;ten reformatori&#x017F;chen Kanzel-<lb/>
reden, wurde im Frühjahr 1835 Rab-<lb/>
biner und Prediger bei den Gemein-<lb/>
den zu Burg- und Alten-Kund&#x017F;tadt in<lb/>
Oberfranken u. 1844 als Gemeinde-<lb/>
rabbiner und Prediger nach Frank-<lb/>
furt a. M. berufen. Jm Jahre 1872<lb/>
trat er in den Ruhe&#x017F;tand. Die fol-<lb/>
genden Lebensjahre widmete er teils<lb/>
literari&#x017F;cher und &#x017F;chrift&#x017F;telleri&#x017F;cher<lb/>
Tätigkeit, teils &#x017F;tädti&#x017F;chen Jntere&#x017F;&#x017F;en<lb/>
u. humani&#x017F;ti&#x017F;chen Be&#x017F;trebungen, be-<lb/>
&#x017F;onders dem Vereine zum Wohle der<lb/>
dienenden Kla&#x017F;&#x017F;e. Allgemein geachtet<lb/>
und geehrt &#x017F;tarb er zu Frankfurt am<lb/>
2. Dezbr. 1882. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Stufenge&#x017F;änge<lb/>
(Ge.), 1834. &#x2013; Die Königskrone (Ge.),<lb/>
1839. &#x2013; Die Hasmonäer (Dr.), 1859.<lb/>
Neue Ausg. 1896. &#x2013; Der Knabenraub<lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Ste</hi></fw><lb/>
zu Carpentras (Dr.), 1863. Neue<lb/>
Ausg. 1896. &#x2013; Haus Ehrlich (Dr.),<lb/>
1863. &#x2013; Des Dichters Weihe (Dram.<lb/>
Bild zur Shake&#x017F;peare-Feier), 1864. &#x2013;<lb/>
Morgenländi&#x017F;che Bilder in abend-<lb/>
ländi&#x017F;chem Rahmen (Talmudi&#x017F;che Pa-<lb/>
rabeln, Gleichni&#x017F;&#x017F;e und En. metri&#x017F;ch<lb/>
wiedergegeben), 1885. &#x2013; Als Manu-<lb/>
&#x017F;kript gedruckt: Laura, oder: Gold u.<lb/>
Ehre (Dr.).</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName><hi rendition="#b">Stein,</hi> Lorenz, Ritter von,</persName>
        </head>
        <p> geb.<lb/>
am 15. Novbr. 1815 zu Eckernförde in<lb/>
Hol&#x017F;tein, erhielt bis 1832 &#x017F;eine Aus-<lb/>
bildung in einer niederen Militär-<lb/>
erziehungsan&#x017F;talt, kam aus die&#x017F;er mit<lb/>
Unter&#x017F;tützung von &#x017F;eiten der däni-<lb/>
&#x017F;chen Regierung auf das Gymna&#x017F;ium<lb/>
in Flensburg, &#x017F;tudierte &#x017F;eit 1835 in<lb/>
Kiel, &#x017F;eit 1837 in Jena u. ging 1839<lb/>
nach Kopenhagen, wo er eine An&#x017F;tel-<lb/>
lung in der damaligen &#x017F;chleswig-hol-<lb/>
&#x017F;tein&#x017F;chen Kanzlei erhielt. Darauf<lb/>
begab er &#x017F;ich mit einem königl. däni-<lb/>
&#x017F;chen Rei&#x017F;e&#x017F;tipendium nach Berlin,<lb/>
wo er &#x017F;ich die juri&#x017F;ti&#x017F;che Doktorwürde<lb/>
erwarb, u. 1840 nach Paris, wo &#x017F;ich<lb/>
ihm für &#x017F;eine &#x017F;taatswi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaftlichen<lb/>
Studien neue Ge&#x017F;ichtspunkte eröff-<lb/>
neten und ihm insbe&#x017F;ondere die Be-<lb/>
ziehungen der Nationalökonomie zur<lb/>
Ge&#x017F;chichte des Rechts klar wurden.<lb/>
Hier ent&#x017F;tand dann &#x017F;ein Werk &#x201E;Der<lb/>
Sozialismus und Kommunismus des<lb/>
heutigen Frankreich. Ein Beitrag<lb/>
zur Zeitge&#x017F;chichte&#x201C; (Leipzig 1842),<lb/>
womit eigentlich die &#x017F;oziale Frage in<lb/>
Deut&#x017F;chland begann. Zugleich arbei-<lb/>
tete S. auch auf dem Felde der Rechts-<lb/>
ge&#x017F;chichte und gab 1846 mit Warn-<lb/>
könig die er&#x017F;te franzö&#x017F;i&#x017F;che Staats-<lb/>
und Rechtsge&#x017F;chichte heraus, &#x017F;o daß<lb/>
Deut&#x017F;chland die&#x017F;en Gegen&#x017F;tand, in<lb/>
einem umfa&#x017F;&#x017F;enden Werke behandelt,<lb/>
zu einer Zeit be&#x017F;aß, da er dem eignen<lb/>
Lande noch fehlte. Jm J. 1846 wurde<lb/>
S. zum außerordentl. Prof. an der Kie-<lb/>
ler Hoch&#x017F;chule ernannt. Als &#x017F;ich die<lb/>
Angelegenheiten Schleswig-Hol&#x017F;teins<lb/>
verwickelten, nahm er an den litera-<lb/>
ri&#x017F;chen Kämpfen für das Recht &#x017F;eines<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[38/0042] Ste Ste gewährt wurde. Er lebt ſeitdem, ſchriftſtelleriſch tätig, in Leipzig. S: Mit der Feder für das Schwert (Nn. u. En.), 1866 (Jnhalt: Ein ſeltſamer Junggeſelle. – Große Fragen am klei- nen Orte. – Nicoletta, ein kathol. Lebensbild). – Ebbe und Flut (En.); 1. Bd., 1868. – Vom kleinen Graal (Eine Erinnerung an Warnemünde; in V.), 1872. – Grabſtätten u. Denk- mäler mecklenburg. Krieger a. d. J. 1870–71; 1874. – Auch ein Offizier! (R.), 1904. 2. A. 1905. – Ein Glücks- flicker (R.), 1906. Stein, Leopold, geb. am 5. Novbr. 1810 in dem Marktflecken Burgprep- pach in Bayern, kam, als er fünf Jahre alt war, nach Adelsdorf, wo- hin ſein Vater als Rabbiner berufen worden war. Er widmete ſich von früher Jugend an dem Studium der rabbiniſch-theologiſchen Wiſſenſchaf- ten, während er gleichzeitig auf den Gymnaſien zu Erlangen und Bai- reuth den Grund zu ſeiner hervor- ragenden humaniſtiſchen Bildung legte, und bezog 1830 die Univerſität Würzburg, an der er bis 1833 Phi- loſophie ſtudierte. Jm Jahre 1834 hielt S. zu Frankfurt am Main im Betſaal der iſraelitiſchen Gemeinde ſeine erſten reformatoriſchen Kanzel- reden, wurde im Frühjahr 1835 Rab- biner und Prediger bei den Gemein- den zu Burg- und Alten-Kundſtadt in Oberfranken u. 1844 als Gemeinde- rabbiner und Prediger nach Frank- furt a. M. berufen. Jm Jahre 1872 trat er in den Ruheſtand. Die fol- genden Lebensjahre widmete er teils literariſcher und ſchriftſtelleriſcher Tätigkeit, teils ſtädtiſchen Jntereſſen u. humaniſtiſchen Beſtrebungen, be- ſonders dem Vereine zum Wohle der dienenden Klaſſe. Allgemein geachtet und geehrt ſtarb er zu Frankfurt am 2. Dezbr. 1882. S: Stufengeſänge (Ge.), 1834. – Die Königskrone (Ge.), 1839. – Die Hasmonäer (Dr.), 1859. Neue Ausg. 1896. – Der Knabenraub zu Carpentras (Dr.), 1863. Neue Ausg. 1896. – Haus Ehrlich (Dr.), 1863. – Des Dichters Weihe (Dram. Bild zur Shakeſpeare-Feier), 1864. – Morgenländiſche Bilder in abend- ländiſchem Rahmen (Talmudiſche Pa- rabeln, Gleichniſſe und En. metriſch wiedergegeben), 1885. – Als Manu- ſkript gedruckt: Laura, oder: Gold u. Ehre (Dr.). Stein, Lorenz, Ritter von, geb. am 15. Novbr. 1815 zu Eckernförde in Holſtein, erhielt bis 1832 ſeine Aus- bildung in einer niederen Militär- erziehungsanſtalt, kam aus dieſer mit Unterſtützung von ſeiten der däni- ſchen Regierung auf das Gymnaſium in Flensburg, ſtudierte ſeit 1835 in Kiel, ſeit 1837 in Jena u. ging 1839 nach Kopenhagen, wo er eine Anſtel- lung in der damaligen ſchleswig-hol- ſteinſchen Kanzlei erhielt. Darauf begab er ſich mit einem königl. däni- ſchen Reiſeſtipendium nach Berlin, wo er ſich die juriſtiſche Doktorwürde erwarb, u. 1840 nach Paris, wo ſich ihm für ſeine ſtaatswiſſenſchaftlichen Studien neue Geſichtspunkte eröff- neten und ihm insbeſondere die Be- ziehungen der Nationalökonomie zur Geſchichte des Rechts klar wurden. Hier entſtand dann ſein Werk „Der Sozialismus und Kommunismus des heutigen Frankreich. Ein Beitrag zur Zeitgeſchichte“ (Leipzig 1842), womit eigentlich die ſoziale Frage in Deutſchland begann. Zugleich arbei- tete S. auch auf dem Felde der Rechts- geſchichte und gab 1846 mit Warn- könig die erſte franzöſiſche Staats- und Rechtsgeſchichte heraus, ſo daß Deutſchland dieſen Gegenſtand, in einem umfaſſenden Werke behandelt, zu einer Zeit beſaß, da er dem eignen Lande noch fehlte. Jm J. 1846 wurde S. zum außerordentl. Prof. an der Kie- ler Hochſchule ernannt. Als ſich die Angelegenheiten Schleswig-Holſteins verwickelten, nahm er an den litera- riſchen Kämpfen für das Recht ſeines *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/42
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 38. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/42>, abgerufen am 20.04.2019.