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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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[H]alle zurück und traf hier alsbald
[V]orbereitungen, um sich an der Uni-
[v]ersität zu habilitieren. Jm Sommer
[1]881 begann er dort seine Lehrtätig-
[ke]it, setzte dieselbe seit dem Winter
[1]884 als Dozent an der Berliner
[U]niversität fort, starb aber bereits
[a]m 20. Juni 1887 an einem Herzlei-
[d]en. Außer einigen philosophischen
Werken veröffentlichte er

S:

Helden
[u]nd Welt (Dramat. Bilder), 1883. -
Schiller u. Goethe (Vorlesungen über
[d]ie Ästhetik der deutschen Klassiker),
[1]893. - Aus dem Nachlaß (Dramat.
Bilder u. En.), 1888. - Heinrich von
Steins Briefwechsel mit Hans von
Wolzogen (Ein Beitrag zur Gesch. d.
Baireuther Gedankens; hrsg. v. H.
[v]. W.), 1910.

*Stein, Jacobus Konrad,

pseud.
Franz Feld, entstammt einer alten
evangelischen bäuerlichen Familie, die
1792 aus Bötzingen (Baden) nach
Ungarn übersiedelte. Er wurde am
27. Juli 1878 in Franzfeld im Banate
als Sohn eines Bauern geboren, be-
suchte das ungarische Gymnasium in
Pancova und das evang. Lyzeum in
Preßburg und begann darauf an der
Universität Wien das Studium der
Medizin und Naturwissenschaften.
Aber schon nach zwei Semestern gab
er dasselbe auf, ging nach Leipzig,
wo er unter Ratzel u. Lamprecht Ge-
schichte u. Geographie studierte, setzte
dieses Studium in Jena u. Budapest
fort und legte hier seine Prüfung für
das Gymnasiallehramt ab. Aus po-
litischen Gründen verzichtete er auf
ein Amt als Lehrer, u. ließ sich nach
mehreren größeren Reisen in Temes-
var als Schriftsteller nieder. Doch
schon nach einem Jahre war er der
Schikanen, der ein national gesinnter
Deutscher in Ungarn ausgesetzt ist,
überdrüssig u. verlegte seinen Wohn-
sitz nach Graz, wo er seitdem mit Aus-
nahme der Wintermonate lebt, die er
in Budapest verbringt.

S:

Die schöne
Magelona (Ge. in Stanzen), 1903. -
[Spaltenumbruch]

Ste
Banater Dorfgeschichten, 1907. -
Helge (G.), 1911.

Stein, Julius,

pseud. Chri-
stoph Wild,
wurde am 17. Septbr.
1841 zu Breslau als der Sohn des
bekannten langjährigen Chefredak-
teurs Dr. Julius S. geboren, wid-
mete sich gleichfalls der Journalistik,
übernahm Ende der sechziger Jahre
die Redaktion der "Ostdeutschen Zei-
tung" in Posen u. stand hier an der
Spitze des nationalen Deutschtums.
Jm Jahre 1875 siedelte er nach Ber-
lin über und gab verschiedene Korre-
spondenzen für Zeitungsredaktionen
heraus. Nebenbei war er ein frucht-
barer Feuilletonist. Er starb in Rix-
dorf bei Berlin am 11. Oktbr. 1894.

S:

Aus der großen Zeit 1870 bis
1871 (Patriot. Klänge u. En.), 1885.

*Stein, Karl Heinrich Julius
Friedrich von,

wurde am 24. August
1831 zu Rostock geboren, wo sein
Vater als Major in mecklenburgi-
schem Militärdienst stand. Nachdem
der Sohn das Dom-Gymnasium in
Ratzeburg besucht, trat er 1849 in
das Schweriner Kadettenhaus und
ward am 2. Dezember 1850 Offizier.
Später suchte er zum Behufe seiner
Verheiratung um Verwendung im
Zivildienste nach und wurde bei der
Steuer- und Zollverwaltung ange-
stellt. Jn dieser avancierte er zum
Vorstand des Seezollamts Warne-
münde. Als Hauptmann zur Dis-
position war er für den Fall eines
Krieges zum Adjutanten der stellver-
tretenden 34. Jnfanteriebrigade de-
signiert. Als solcher fungierte er
1870-71 und wurde nach dem Frie-
densschlusse vom Großherzog von
Mecklenburg-Schwerin reaktiviert u.
als erster vortragender Rat in das
Militärdepartement (eine militärische
Ministerial-Behörde) nach Schwerin
berufen. Hier avancierte er zum
Major und Oberstleutnant; im Sep-
tember 1882 erbat er seinen Abschied,
der ihm auch mit Pension in Gnaden

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Ste
[H]alle zurück und traf hier alsbald
[V]orbereitungen, um ſich an der Uni-
[v]erſität zu habilitieren. Jm Sommer
[1]881 begann er dort ſeine Lehrtätig-
[ke]it, ſetzte dieſelbe ſeit dem Winter
[1]884 als Dozent an der Berliner
[U]niverſität fort, ſtarb aber bereits
[a]m 20. Juni 1887 an einem Herzlei-
[d]en. Außer einigen philoſophiſchen
Werken veröffentlichte er

S:

Helden
[u]nd Welt (Dramat. Bilder), 1883. –
Schiller u. Goethe (Vorleſungen über
[d]ie Äſthetik der deutſchen Klaſſiker),
[1]893. – Aus dem Nachlaß (Dramat.
Bilder u. En.), 1888. – Heinrich von
Steins Briefwechſel mit Hans von
Wolzogen (Ein Beitrag zur Geſch. d.
Baireuther Gedankens; hrsg. v. H.
[v]. W.), 1910.

*Stein, Jacobus Konrad,

pſeud.
Franz Feld, entſtammt einer alten
evangeliſchen bäuerlichen Familie, die
1792 aus Bötzingen (Baden) nach
Ungarn überſiedelte. Er wurde am
27. Juli 1878 in Franzfeld im Banate
als Sohn eines Bauern geboren, be-
ſuchte das ungariſche Gymnaſium in
Pančova und das evang. Lyzeum in
Preßburg und begann darauf an der
Univerſität Wien das Studium der
Medizin und Naturwiſſenſchaften.
Aber ſchon nach zwei Semeſtern gab
er dasſelbe auf, ging nach Leipzig,
wo er unter Ratzel u. Lamprecht Ge-
ſchichte u. Geographie ſtudierte, ſetzte
dieſes Studium in Jena u. Budapeſt
fort und legte hier ſeine Prüfung für
das Gymnaſiallehramt ab. Aus po-
litiſchen Gründen verzichtete er auf
ein Amt als Lehrer, u. ließ ſich nach
mehreren größeren Reiſen in Temes-
var als Schriftſteller nieder. Doch
ſchon nach einem Jahre war er der
Schikanen, der ein national geſinnter
Deutſcher in Ungarn ausgeſetzt iſt,
überdrüſſig u. verlegte ſeinen Wohn-
ſitz nach Graz, wo er ſeitdem mit Aus-
nahme der Wintermonate lebt, die er
in Budapeſt verbringt.

S:

Die ſchöne
Magelona (Ge. in Stanzen), 1903. –
[Spaltenumbruch]

Ste
Banater Dorfgeſchichten, 1907. –
Helge (G.), 1911.

Stein, Julius,

pſeud. Chri-
ſtoph Wild,
wurde am 17. Septbr.
1841 zu Breslau als der Sohn des
bekannten langjährigen Chefredak-
teurs Dr. Julius S. geboren, wid-
mete ſich gleichfalls der Journaliſtik,
übernahm Ende der ſechziger Jahre
die Redaktion der „Oſtdeutſchen Zei-
tung“ in Poſen u. ſtand hier an der
Spitze des nationalen Deutſchtums.
Jm Jahre 1875 ſiedelte er nach Ber-
lin über und gab verſchiedene Korre-
ſpondenzen für Zeitungsredaktionen
heraus. Nebenbei war er ein frucht-
barer Feuilletoniſt. Er ſtarb in Rix-
dorf bei Berlin am 11. Oktbr. 1894.

S:

Aus der großen Zeit 1870 bis
1871 (Patriot. Klänge u. En.), 1885.

*Stein, Karl Heinrich Julius
Friedrich von,

wurde am 24. Auguſt
1831 zu Roſtock geboren, wo ſein
Vater als Major in mecklenburgi-
ſchem Militärdienſt ſtand. Nachdem
der Sohn das Dom-Gymnaſium in
Ratzeburg beſucht, trat er 1849 in
das Schweriner Kadettenhaus und
ward am 2. Dezember 1850 Offizier.
Später ſuchte er zum Behufe ſeiner
Verheiratung um Verwendung im
Zivildienſte nach und wurde bei der
Steuer- und Zollverwaltung ange-
ſtellt. Jn dieſer avancierte er zum
Vorſtand des Seezollamts Warne-
münde. Als Hauptmann zur Dis-
poſition war er für den Fall eines
Krieges zum Adjutanten der ſtellver-
tretenden 34. Jnfanteriebrigade de-
ſigniert. Als ſolcher fungierte er
1870–71 und wurde nach dem Frie-
densſchluſſe vom Großherzog von
Mecklenburg-Schwerin reaktiviert u.
als erſter vortragender Rat in das
Militärdepartement (eine militäriſche
Miniſterial-Behörde) nach Schwerin
berufen. Hier avancierte er zum
Major und Oberſtleutnant; im Sep-
tember 1882 erbat er ſeinen Abſchied,
der ihm auch mit Penſion in Gnaden

*
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[37/0041] Ste Ste Halle zurück und traf hier alsbald Vorbereitungen, um ſich an der Uni- verſität zu habilitieren. Jm Sommer 1881 begann er dort ſeine Lehrtätig- keit, ſetzte dieſelbe ſeit dem Winter 1884 als Dozent an der Berliner Univerſität fort, ſtarb aber bereits am 20. Juni 1887 an einem Herzlei- den. Außer einigen philoſophiſchen Werken veröffentlichte er S: Helden und Welt (Dramat. Bilder), 1883. – Schiller u. Goethe (Vorleſungen über die Äſthetik der deutſchen Klaſſiker), 1893. – Aus dem Nachlaß (Dramat. Bilder u. En.), 1888. – Heinrich von Steins Briefwechſel mit Hans von Wolzogen (Ein Beitrag zur Geſch. d. Baireuther Gedankens; hrsg. v. H. v. W.), 1910. *Stein, Jacobus Konrad, pſeud. Franz Feld, entſtammt einer alten evangeliſchen bäuerlichen Familie, die 1792 aus Bötzingen (Baden) nach Ungarn überſiedelte. Er wurde am 27. Juli 1878 in Franzfeld im Banate als Sohn eines Bauern geboren, be- ſuchte das ungariſche Gymnaſium in Pančova und das evang. Lyzeum in Preßburg und begann darauf an der Univerſität Wien das Studium der Medizin und Naturwiſſenſchaften. Aber ſchon nach zwei Semeſtern gab er dasſelbe auf, ging nach Leipzig, wo er unter Ratzel u. Lamprecht Ge- ſchichte u. Geographie ſtudierte, ſetzte dieſes Studium in Jena u. Budapeſt fort und legte hier ſeine Prüfung für das Gymnaſiallehramt ab. Aus po- litiſchen Gründen verzichtete er auf ein Amt als Lehrer, u. ließ ſich nach mehreren größeren Reiſen in Temes- var als Schriftſteller nieder. Doch ſchon nach einem Jahre war er der Schikanen, der ein national geſinnter Deutſcher in Ungarn ausgeſetzt iſt, überdrüſſig u. verlegte ſeinen Wohn- ſitz nach Graz, wo er ſeitdem mit Aus- nahme der Wintermonate lebt, die er in Budapeſt verbringt. S: Die ſchöne Magelona (Ge. in Stanzen), 1903. – Banater Dorfgeſchichten, 1907. – Helge (G.), 1911. Stein, Julius, pſeud. Chri- ſtoph Wild, wurde am 17. Septbr. 1841 zu Breslau als der Sohn des bekannten langjährigen Chefredak- teurs Dr. Julius S. geboren, wid- mete ſich gleichfalls der Journaliſtik, übernahm Ende der ſechziger Jahre die Redaktion der „Oſtdeutſchen Zei- tung“ in Poſen u. ſtand hier an der Spitze des nationalen Deutſchtums. Jm Jahre 1875 ſiedelte er nach Ber- lin über und gab verſchiedene Korre- ſpondenzen für Zeitungsredaktionen heraus. Nebenbei war er ein frucht- barer Feuilletoniſt. Er ſtarb in Rix- dorf bei Berlin am 11. Oktbr. 1894. S: Aus der großen Zeit 1870 bis 1871 (Patriot. Klänge u. En.), 1885. *Stein, Karl Heinrich Julius Friedrich von, wurde am 24. Auguſt 1831 zu Roſtock geboren, wo ſein Vater als Major in mecklenburgi- ſchem Militärdienſt ſtand. Nachdem der Sohn das Dom-Gymnaſium in Ratzeburg beſucht, trat er 1849 in das Schweriner Kadettenhaus und ward am 2. Dezember 1850 Offizier. Später ſuchte er zum Behufe ſeiner Verheiratung um Verwendung im Zivildienſte nach und wurde bei der Steuer- und Zollverwaltung ange- ſtellt. Jn dieſer avancierte er zum Vorſtand des Seezollamts Warne- münde. Als Hauptmann zur Dis- poſition war er für den Fall eines Krieges zum Adjutanten der ſtellver- tretenden 34. Jnfanteriebrigade de- ſigniert. Als ſolcher fungierte er 1870–71 und wurde nach dem Frie- densſchluſſe vom Großherzog von Mecklenburg-Schwerin reaktiviert u. als erſter vortragender Rat in das Militärdepartement (eine militäriſche Miniſterial-Behörde) nach Schwerin berufen. Hier avancierte er zum Major und Oberſtleutnant; im Sep- tember 1882 erbat er ſeinen Abſchied, der ihm auch mit Penſion in Gnaden *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 37. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/41>, abgerufen am 16.06.2019.