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Brockes, Barthold Heinrich: Jrdisches Vergnügen in Gott. Bd. 2. Hamburg, 1727.

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Jndem Er ja dadurch uns tränket, kleidet, speiset.
Der Gärtner bringt itzt Kürbs' und solch Gewächs ins Haus,
Er pflückt das Winter-Obst, nimmt Kraut und Wurzeln aus.
Er schneidet itzt den Kol, auch macht er ihn zum gären
Mit Salz und Kümmel ein, er sammlet Rüben, Möhren,
Versetzet junge Bäum', und mit vergnüg'ter Müh
Bedünget er und schneidet sie.
Jn diesem Monat pflüg't der Landmann, daß die Erde
Zur Sat aufs neu bereitet werde,
Rupft Hopfen, spinnet Flachs, macht Malz, befischt die Teiche,
Den Schweinen gibt er itzt die Frucht der Büch' und Eiche,
Brenn't Kolen, fället Holz. Man sieht den Jäger hetzen
Dachs, Hasen, Fuchs und Schwein'. Ein Vogler fängt
mit Netzen,
Und zwar in ungezäl'ten Scharen,
Die Drosseln, Zeischen, Lerchen, Staren.

Du Segen-reicher GOtt, Der Du so Lieb' als Macht,
Jn diesem Monat' uns so gnädiglich gewiesen,
Sey im October auch mit Lust und mit Bedacht
Geehrt, gelobet und gepriesen!


Novem-
H h 4

Jndem Er ja dadurch uns traͤnket, kleidet, ſpeiſet.
Der Gaͤrtner bringt itzt Kuͤrbſ’ und ſolch Gewaͤchs ins Haus,
Er pfluͤckt das Winter-Obſt, nimmt Kraut und Wurzeln aus.
Er ſchneidet itzt den Kol, auch macht er ihn zum gaͤren
Mit Salz und Kuͤmmel ein, er ſammlet Ruͤben, Moͤhren,
Verſetzet junge Baͤum’, und mit vergnuͤg’ter Muͤh
Beduͤnget er und ſchneidet ſie.
Jn dieſem Monat pfluͤg’t der Landmann, daß die Erde
Zur Sat aufs neu bereitet werde,
Rupft Hopfen, ſpinnet Flachs, macht Malz, befiſcht die Teiche,
Den Schweinen gibt er itzt die Frucht der Buͤch’ und Eiche,
Brenn’t Kolen, faͤllet Holz. Man ſieht den Jaͤger hetzen
Dachs, Haſen, Fuchs und Schwein’. Ein Vogler faͤngt
mit Netzen,
Und zwar in ungezaͤl’ten Scharen,
Die Droſſeln, Zeiſchen, Lerchen, Staren.

Du Segen-reicher GOtt, Der Du ſo Lieb’ als Macht,
Jn dieſem Monat’ uns ſo gnaͤdiglich gewieſen,
Sey im October auch mit Luſt und mit Bedacht
Geehrt, gelobet und geprieſen!


Novem-
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[487/0523] Jndem Er ja dadurch uns traͤnket, kleidet, ſpeiſet. Der Gaͤrtner bringt itzt Kuͤrbſ’ und ſolch Gewaͤchs ins Haus, Er pfluͤckt das Winter-Obſt, nimmt Kraut und Wurzeln aus. Er ſchneidet itzt den Kol, auch macht er ihn zum gaͤren Mit Salz und Kuͤmmel ein, er ſammlet Ruͤben, Moͤhren, Verſetzet junge Baͤum’, und mit vergnuͤg’ter Muͤh Beduͤnget er und ſchneidet ſie. Jn dieſem Monat pfluͤg’t der Landmann, daß die Erde Zur Sat aufs neu bereitet werde, Rupft Hopfen, ſpinnet Flachs, macht Malz, befiſcht die Teiche, Den Schweinen gibt er itzt die Frucht der Buͤch’ und Eiche, Brenn’t Kolen, faͤllet Holz. Man ſieht den Jaͤger hetzen Dachs, Haſen, Fuchs und Schwein’. Ein Vogler faͤngt mit Netzen, Und zwar in ungezaͤl’ten Scharen, Die Droſſeln, Zeiſchen, Lerchen, Staren. Du Segen-reicher GOtt, Der Du ſo Lieb’ als Macht, Jn dieſem Monat’ uns ſo gnaͤdiglich gewieſen, Sey im October auch mit Luſt und mit Bedacht Geehrt, gelobet und geprieſen! Novem- H h 4

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Zitationshilfe: Brockes, Barthold Heinrich: Jrdisches Vergnügen in Gott. Bd. 2. Hamburg, 1727, S. 487. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/brockes_vergnuegen02_1727/523>, abgerufen am 29.09.2020.