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Börne, Ludwig: Briefe aus Paris. Bd. 5. Paris, 1834.

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Neunter Brief.

Le roi s'amuse; Fortsetzung. Vielleicht
mache ich den Beschluß erst in einem dritten Briefe.
Sie hätten es dann immer noch besser, als die Le¬
ser des Abendblattes und Morgenblattes, die mit
himmlisch deutscher Geduld vier Monate lang an
einer Novelle buchstabiren und längere Zeit brauchen
die Geschichte zu lesen, als die Geschichte selbst
brauchte um zu geschehen. Ich bin heute noch etwas
satyrisch, ich habe noch Zahnschmerzen. Triboulet
ist der Hofnarr des Königs. Er ist klug und bos¬
haft wie alle Hofnarren, und hat einen Buckel.
Viktor Hugo sagt (in der Vorrede) er sei auch

Neunter Brief.

Le roi s'amuse; Fortſetzung. Vielleicht
mache ich den Beſchluß erſt in einem dritten Briefe.
Sie hätten es dann immer noch beſſer, als die Le¬
ſer des Abendblattes und Morgenblattes, die mit
himmliſch deutſcher Geduld vier Monate lang an
einer Novelle buchſtabiren und längere Zeit brauchen
die Geſchichte zu leſen, als die Geſchichte ſelbſt
brauchte um zu geſchehen. Ich bin heute noch etwas
ſatyriſch, ich habe noch Zahnſchmerzen. Triboulet
iſt der Hofnarr des Königs. Er iſt klug und bos¬
haft wie alle Hofnarren, und hat einen Buckel.
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[[72]/0084] Neunter Brief. Paris, Montag, den 10 Dezember 1832. Le roi s'amuse; Fortſetzung. Vielleicht mache ich den Beſchluß erſt in einem dritten Briefe. Sie hätten es dann immer noch beſſer, als die Le¬ ſer des Abendblattes und Morgenblattes, die mit himmliſch deutſcher Geduld vier Monate lang an einer Novelle buchſtabiren und längere Zeit brauchen die Geſchichte zu leſen, als die Geſchichte ſelbſt brauchte um zu geſchehen. Ich bin heute noch etwas ſatyriſch, ich habe noch Zahnſchmerzen. Triboulet iſt der Hofnarr des Königs. Er iſt klug und bos¬ haft wie alle Hofnarren, und hat einen Buckel. Viktor Hugo ſagt (in der Vorrede) er ſei auch

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Zitationshilfe: Börne, Ludwig: Briefe aus Paris. Bd. 5. Paris, 1834, S. [72]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/boerne_paris05_1834/84>, abgerufen am 19.10.2019.