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Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Zweiter Band. Berlin, 1867.

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Helix quaesita und myomphala.
ohne Band und zugleich ohne braune Färbung der Nabelgegend.
Ferussac's Abbildung ist wiederum, abgesehen von der verbleichten
Färbung, durchaus kenntlich; die angebliche Verwandtschaft mit
Nanina trifasciata und laevipes beruht nur auf der so entstandenen
weissen Farbe und auf der verkehrten Aufwindung. Cuming's
Exemplare, welche zu Reeve's Abbildung dienten, habe ich in
London gesehen und mit der japanischen des Leydener Museums
übereinstimmend gefunden; wie diese zu dem Vaterlande "Molukken"
kommen, ist mir unbekannt. Ueber die Identität von Helix Perryi
waren mir in meiner früheren Zusammenstellung Zweifel geblieben,
jetzt halte ich sie für übereinstimmend, hauptsächlich weil ich nicht
sehr weit von Perry's Fundort selbst nichts anderes gefunden habe;
die rothbraune Farbe ist vielleicht eine wirkliche Varietät, wie die
obige Luchuana von peliomphala, oder nur ein Fehler des Koloristen;
die Angabe von sieben Windungen ein weiterer der am angeführten
Ort aufgezählten Widersprüche in der offenbar flüchtigen Arbeit.

Ein unausgewachsenes Exemplar, bei dem die einzelnen
Windungen weniger aufgeblasen und enger als gewöhnlich sind,
habe ich in London zu kaufen bekommen; es scheint auf den ersten
Anblick eine eigene Art, aber bei Vergleichung mit einer Reihe von
Exemplaren verloren die Unterschiede ihre absolute Bedeutung.

Helix myomphala M. Taf. 15., Fig. 6.

Monatsberichte der Berl. Akad. 1865. Januar. S. 53.

Helix daimio Adams mscr. in Cuming's Sammlung.

Testa dextrorsa, umbilico clauso, depresse conoideo-glo-
bosa, oblique striata, lineis spiralibus subtilibus confertis decussata,
lutea, fascia castanea peripherica unica picta, regione umbilicari testae
concolore; anfr. 61/2, vix convexiusculi, lente crescentes, superiores
ad peripheriam angulati, ultimus rotundatus, antice vix deflexus;
apertura parum obliqua, oblique lunaris, peristoma expansum, album,
marginibus distantibus, callo vix conspicuo junctis, supero et basali
bene arcuato, columellari ad insertionem reflexo et adnato.

Diam. maj. 43, min. 38, alt. 32; apert. long. 27, lat. 22 Mill.

Nangasaki, nicht häufig.

In Gestalt und Grösse der H. quaesita am nächsten, aber
stets rechtsgewunden, mit geschlossenem Nabel, zahlreicheren, lang-
samer zunehmenden Windungen und feinerer Sculptur. Das einzige
Band ist schmäler als bei H. peliomphala und H. quaesita. Ein
jüngeres Exemplar von erst fünf Windungen zeigt eine bestimmte

Helix quaesita und myomphala.
ohne Band und zugleich ohne braune Färbung der Nabelgegend.
Ferussac’s Abbildung ist wiederum, abgesehen von der verbleichten
Färbung, durchaus kenntlich; die angebliche Verwandtschaft mit
Nanina trifasciata und laevipes beruht nur auf der so entstandenen
weissen Farbe und auf der verkehrten Aufwindung. Cuming’s
Exemplare, welche zu Reeve’s Abbildung dienten, habe ich in
London gesehen und mit der japanischen des Leydener Museums
übereinstimmend gefunden; wie diese zu dem Vaterlande »Molukken«
kommen, ist mir unbekannt. Ueber die Identität von Helix Perryi
waren mir in meiner früheren Zusammenstellung Zweifel geblieben,
jetzt halte ich sie für übereinstimmend, hauptsächlich weil ich nicht
sehr weit von Perry’s Fundort selbst nichts anderes gefunden habe;
die rothbraune Farbe ist vielleicht eine wirkliche Varietät, wie die
obige Luchuana von peliomphala, oder nur ein Fehler des Koloristen;
die Angabe von sieben Windungen ein weiterer der am angeführten
Ort aufgezählten Widersprüche in der offenbar flüchtigen Arbeit.

Ein unausgewachsenes Exemplar, bei dem die einzelnen
Windungen weniger aufgeblasen und enger als gewöhnlich sind,
habe ich in London zu kaufen bekommen; es scheint auf den ersten
Anblick eine eigene Art, aber bei Vergleichung mit einer Reihe von
Exemplaren verloren die Unterschiede ihre absolute Bedeutung.

Helix myomphala M. Taf. 15., Fig. 6.

Monatsberichte der Berl. Akad. 1865. Januar. S. 53.

Helix daimio Adams mscr. in Cuming’s Sammlung.

Testa dextrorsa, umbilico clauso, depresse conoideo-glo-
bosa, oblique striata, lineis spiralibus subtilibus confertis decussata,
lutea, fascia castanea peripherica unica picta, regione umbilicari testae
concolore; anfr. 6½, vix convexiusculi, lente crescentes, superiores
ad peripheriam angulati, ultimus rotundatus, antice vix deflexus;
apertura parum obliqua, oblique lunaris, peristoma expansum, album,
marginibus distantibus, callo vix conspicuo junctis, supero et basali
bene arcuato, columellari ad insertionem reflexo et adnato.

Diam. maj. 43, min. 38, alt. 32; apert. long. 27, lat. 22 Mill.

Nangasaki, nicht häufig.

In Gestalt und Grösse der H. quaesita am nächsten, aber
stets rechtsgewunden, mit geschlossenem Nabel, zahlreicheren, lang-
samer zunehmenden Windungen und feinerer Sculptur. Das einzige
Band ist schmäler als bei H. peliomphala und H. quaesita. Ein
jüngeres Exemplar von erst fünf Windungen zeigt eine bestimmte

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[29/0049] Helix quaesita und myomphala. ohne Band und zugleich ohne braune Färbung der Nabelgegend. Ferussac’s Abbildung ist wiederum, abgesehen von der verbleichten Färbung, durchaus kenntlich; die angebliche Verwandtschaft mit Nanina trifasciata und laevipes beruht nur auf der so entstandenen weissen Farbe und auf der verkehrten Aufwindung. Cuming’s Exemplare, welche zu Reeve’s Abbildung dienten, habe ich in London gesehen und mit der japanischen des Leydener Museums übereinstimmend gefunden; wie diese zu dem Vaterlande »Molukken« kommen, ist mir unbekannt. Ueber die Identität von Helix Perryi waren mir in meiner früheren Zusammenstellung Zweifel geblieben, jetzt halte ich sie für übereinstimmend, hauptsächlich weil ich nicht sehr weit von Perry’s Fundort selbst nichts anderes gefunden habe; die rothbraune Farbe ist vielleicht eine wirkliche Varietät, wie die obige Luchuana von peliomphala, oder nur ein Fehler des Koloristen; die Angabe von sieben Windungen ein weiterer der am angeführten Ort aufgezählten Widersprüche in der offenbar flüchtigen Arbeit. Ein unausgewachsenes Exemplar, bei dem die einzelnen Windungen weniger aufgeblasen und enger als gewöhnlich sind, habe ich in London zu kaufen bekommen; es scheint auf den ersten Anblick eine eigene Art, aber bei Vergleichung mit einer Reihe von Exemplaren verloren die Unterschiede ihre absolute Bedeutung. Helix myomphala M. Taf. 15., Fig. 6. Monatsberichte der Berl. Akad. 1865. Januar. S. 53. Helix daimio Adams mscr. in Cuming’s Sammlung. Testa dextrorsa, umbilico clauso, depresse conoideo-glo- bosa, oblique striata, lineis spiralibus subtilibus confertis decussata, lutea, fascia castanea peripherica unica picta, regione umbilicari testae concolore; anfr. 6½, vix convexiusculi, lente crescentes, superiores ad peripheriam angulati, ultimus rotundatus, antice vix deflexus; apertura parum obliqua, oblique lunaris, peristoma expansum, album, marginibus distantibus, callo vix conspicuo junctis, supero et basali bene arcuato, columellari ad insertionem reflexo et adnato. Diam. maj. 43, min. 38, alt. 32; apert. long. 27, lat. 22 Mill. Nangasaki, nicht häufig. In Gestalt und Grösse der H. quaesita am nächsten, aber stets rechtsgewunden, mit geschlossenem Nabel, zahlreicheren, lang- samer zunehmenden Windungen und feinerer Sculptur. Das einzige Band ist schmäler als bei H. peliomphala und H. quaesita. Ein jüngeres Exemplar von erst fünf Windungen zeigt eine bestimmte

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Zitationshilfe: Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Zweiter Band. Berlin, 1867, S. 29. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/berg_ostasienzoologie02_1867/49>, abgerufen am 17.11.2019.