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Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Zweiter Band. Berlin, 1867.

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Bereicherung derselben durch A. Adams.
ausser den geöffneten Häfen Nangasaki, Simoda und Hakodade
namentlich mehrere kleinere Inseln an der dem Festland zugekehrten
Seite, so Tsus'sima, Sando (auch Sado geschrieben), Awasima,
Tabusima und Osima, und hat daselbst viele neue Landschnecken,
namentlich auch kleine, gefunden. Derselbe hatte die Güte, mir
ein handschriftliches Verzeichniss seiner Arten und ihrer Fundorte
zuzuschicken, aus welchem ich für die folgende Zusammenstellung
der japanischen Schnecken alles mir Erkennbare aufgenommen und
die in der Cuming'schen Sammlung gesehenen Arten mit wenigen
Worten einigermaassen kenntlich gemacht habe; einer vollständigen
Beschreibung seines Materials durch den Entdecker selbst konnte
und wollte ich nicht vorgreifen, so erwünscht mir die Vervoll-
ständigung meines Materials durch seine Mittheilungen war.

A. Cyclostomacea.
Cyclotus Guilding.

Cyclotus campanulatus n.

Monatsberichte der Berl. Akad. 1865. Januar. S. 51.

Testa modice umbilicata, depressa, suborbicularis, verti-
caliter striata, unifasciata epidermide flava induta; spira perbrevis,
obtusa; anfr. 41/2, vix convexi, at sutura profunde canaliculata divisi,
ultimus teres; apertura vix obliqua, circularis; peristoma undique
incrassato-expansum, quasi campanulatum, continuum, album.

Diam. maj. 13, min. 10, alt. 8; apert. long. et lat. inclus. pe-
ristomate 61/2, exclus. 5 Mill.

Yokohama, unter faulen Blättern zwischen Baumwurzeln im
Wald, selten.

Nangasaki, auf den Hügeln um die Stadt, nicht häufig.

Obwohl meinem Exemplar der Deckel fehlt, so dürfte doch
die unverkennbare Verwandtschaft mit dem philippinischen C. pusillus
und substriatus Sow. die Stellung in dieser Gattung rechtfertigen.
Ich dachte einen Augenblick daran, hier den verschollenen C. exiguus
Sow. vor mir zu haben, da die Abbildung, thes. conch. Fig. 92., ziemlich
gut passt. Aber die Maasse und die Worte testa alba, laevis passen
nicht vollkommen und Sowerby dürfte 1842 kaum schon eine
japanische Landschnecke vor sich gehabt haben. Der Nabel ist
enger und der letzte Umgang höher als bei C. substriatus.


Bereicherung derselben durch A. Adams.
ausser den geöffneten Häfen Nangasaki, Simoda und Hakodade
namentlich mehrere kleinere Inseln an der dem Festland zugekehrten
Seite, so Tsus’sima, Sando (auch Sado geschrieben), Awasima,
Tabusima und Osima, und hat daselbst viele neue Landschnecken,
namentlich auch kleine, gefunden. Derselbe hatte die Güte, mir
ein handschriftliches Verzeichniss seiner Arten und ihrer Fundorte
zuzuschicken, aus welchem ich für die folgende Zusammenstellung
der japanischen Schnecken alles mir Erkennbare aufgenommen und
die in der Cuming’schen Sammlung gesehenen Arten mit wenigen
Worten einigermaassen kenntlich gemacht habe; einer vollständigen
Beschreibung seines Materials durch den Entdecker selbst konnte
und wollte ich nicht vorgreifen, so erwünscht mir die Vervoll-
ständigung meines Materials durch seine Mittheilungen war.

A. Cyclostomacea.
Cyclotus Guilding.

Cyclotus campanulatus n.

Monatsberichte der Berl. Akad. 1865. Januar. S. 51.

Testa modice umbilicata, depressa, suborbicularis, verti-
caliter striata, unifasciata epidermide flava induta; spira perbrevis,
obtusa; anfr. 4½, vix convexi, at sutura profunde canaliculata divisi,
ultimus teres; apertura vix obliqua, circularis; peristoma undique
incrassato-expansum, quasi campanulatum, continuum, album.

Diam. maj. 13, min. 10, alt. 8; apert. long. et lat. inclus. pe-
ristomate 6½, exclus. 5 Mill.

Yokohama, unter faulen Blättern zwischen Baumwurzeln im
Wald, selten.

Nangasaki, auf den Hügeln um die Stadt, nicht häufig.

Obwohl meinem Exemplar der Deckel fehlt, so dürfte doch
die unverkennbare Verwandtschaft mit dem philippinischen C. pusillus
und substriatus Sow. die Stellung in dieser Gattung rechtfertigen.
Ich dachte einen Augenblick daran, hier den verschollenen C. exiguus
Sow. vor mir zu haben, da die Abbildung, thes. conch. Fig. 92., ziemlich
gut passt. Aber die Maasse und die Worte testa alba, laevis passen
nicht vollkommen und Sowerby dürfte 1842 kaum schon eine
japanische Landschnecke vor sich gehabt haben. Der Nabel ist
enger und der letzte Umgang höher als bei C. substriatus.


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[11/0031] Bereicherung derselben durch A. Adams. ausser den geöffneten Häfen Nangasaki, Simoda und Hakodade namentlich mehrere kleinere Inseln an der dem Festland zugekehrten Seite, so Tsus’sima, Sando (auch Sado geschrieben), Awasima, Tabusima und Osima, und hat daselbst viele neue Landschnecken, namentlich auch kleine, gefunden. Derselbe hatte die Güte, mir ein handschriftliches Verzeichniss seiner Arten und ihrer Fundorte zuzuschicken, aus welchem ich für die folgende Zusammenstellung der japanischen Schnecken alles mir Erkennbare aufgenommen und die in der Cuming’schen Sammlung gesehenen Arten mit wenigen Worten einigermaassen kenntlich gemacht habe; einer vollständigen Beschreibung seines Materials durch den Entdecker selbst konnte und wollte ich nicht vorgreifen, so erwünscht mir die Vervoll- ständigung meines Materials durch seine Mittheilungen war. A. Cyclostomacea. Cyclotus Guilding. Cyclotus campanulatus n. Monatsberichte der Berl. Akad. 1865. Januar. S. 51. Testa modice umbilicata, depressa, suborbicularis, verti- caliter striata, unifasciata epidermide flava induta; spira perbrevis, obtusa; anfr. 4½, vix convexi, at sutura profunde canaliculata divisi, ultimus teres; apertura vix obliqua, circularis; peristoma undique incrassato-expansum, quasi campanulatum, continuum, album. Diam. maj. 13, min. 10, alt. 8; apert. long. et lat. inclus. pe- ristomate 6½, exclus. 5 Mill. Yokohama, unter faulen Blättern zwischen Baumwurzeln im Wald, selten. Nangasaki, auf den Hügeln um die Stadt, nicht häufig. Obwohl meinem Exemplar der Deckel fehlt, so dürfte doch die unverkennbare Verwandtschaft mit dem philippinischen C. pusillus und substriatus Sow. die Stellung in dieser Gattung rechtfertigen. Ich dachte einen Augenblick daran, hier den verschollenen C. exiguus Sow. vor mir zu haben, da die Abbildung, thes. conch. Fig. 92., ziemlich gut passt. Aber die Maasse und die Worte testa alba, laevis passen nicht vollkommen und Sowerby dürfte 1842 kaum schon eine japanische Landschnecke vor sich gehabt haben. Der Nabel ist enger und der letzte Umgang höher als bei C. substriatus.

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Zitationshilfe: Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Zweiter Band. Berlin, 1867, S. 11. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/berg_ostasienzoologie02_1867/31>, abgerufen am 15.10.2019.