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Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Zweiter Band. Berlin, 1867.

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Nacktschnecken und Vitrinen von Madeira.

Sowohl bei Funchal als auf der Nordseite der Insel be-
obachtet.

Limax variegatus Drap.

Fühler und Kopf bläulich; Schild chagrinirt, eben, gelb mit
schwacher braunmarmorirter Zeichnung; Rücken beinahe aschgrau,
tief gefurcht, mit einem gelben Kiel durch seine ganze Länge,
Schleim farblos.

Bei S. Vincente an der Nordseite der Insel, nahe dem Meere,
unter Steinen gefunden.

Limax agrestis L.

Schild und Rücken braun, mit zahlreichen dunklen Flecken.
Kein eigentlicher Kiel. Innere Schale dünn, flach, oval.

In der Umgebung von Funchal gefunden.

NB. Albers, Malacologia Maderensis, führt nur Limax gagates
und variegatus auf, die Abbildungen derselben hat er aus Ferussac
entlehnt, sie beruhen also auf europäischen Exemplaren. Ich halte es
daher nicht für unnöthig, die an Ort und Stelle niedergeschriebenen,
freilich unvollständigen Notizen hier mitzutheilen, mit Ausnahme der all-
gemein bekannten Gattungsmerkmale (Lage des Athemloches etc.).

Vitrina Ruivensis Couthouy, Taf. 5., Fig. 6. (vergrössert).

Das lebende Thier fällt auf den ersten Blick durch den
goldenen Saum des Mantels auf; die Schale ist fast ganz von dem-
selben bedeckt. Die Fühler sind schwarz, der Hals hellgrau, oben
längsgestreift, an den Seiten mit schief nach unten und vorn ver-
laufenden schwarzen Bändern. Mantel schwarz, der die Schale
überragende Theil mit lebhaft orangegelbem Rande und blassröth-
lichem Längsbande jederseits; Athemloch länglich. Von der Schale
kommt nur auf der rechten Seite ein Theil zum Vorschein. Hinteres
Körperende zugespitzt, gekielt, blass, mit einem schwarzen Längs-
bande jederseits und zahlreichen von diesem schief nach unten
laufenden schwarzen Streifchen. Der Hals und die Seiten sind
deutlich gefurcht, der Mantel mit zahlreichen kleinen Höckern
besetzt, die concentrische bogenförmige Reihen bilden.

Ziemlich hoch oben am Pico Ruivo, an bemoosten Steinen
gefunden. 9. April.

Vitrina nitida Gould.

Die Schale wird grösser, ist glänzender, lebhafter gelb,
minder flach und hat ein verhältnissmässig grösseres Gewinde.
Ein grösserer Theil derselben bleibt im Leben unbedeckt; das

Nacktschnecken und Vitrinen von Madeira.

Sowohl bei Funchal als auf der Nordseite der Insel be-
obachtet.

Limax variegatus Drap.

Fühler und Kopf bläulich; Schild chagrinirt, eben, gelb mit
schwacher braunmarmorirter Zeichnung; Rücken beinahe aschgrau,
tief gefurcht, mit einem gelben Kiel durch seine ganze Länge,
Schleim farblos.

Bei S. Vincente an der Nordseite der Insel, nahe dem Meere,
unter Steinen gefunden.

Limax agrestis L.

Schild und Rücken braun, mit zahlreichen dunklen Flecken.
Kein eigentlicher Kiel. Innere Schale dünn, flach, oval.

In der Umgebung von Funchal gefunden.

NB. Albers, Malacologia Maderensis, führt nur Limax gagates
und variegatus auf, die Abbildungen derselben hat er aus Ferussac
entlehnt, sie beruhen also auf europäischen Exemplaren. Ich halte es
daher nicht für unnöthig, die an Ort und Stelle niedergeschriebenen,
freilich unvollständigen Notizen hier mitzutheilen, mit Ausnahme der all-
gemein bekannten Gattungsmerkmale (Lage des Athemloches etc.).

Vitrina Ruivensis Couthouy, Taf. 5., Fig. 6. (vergrössert).

Das lebende Thier fällt auf den ersten Blick durch den
goldenen Saum des Mantels auf; die Schale ist fast ganz von dem-
selben bedeckt. Die Fühler sind schwarz, der Hals hellgrau, oben
längsgestreift, an den Seiten mit schief nach unten und vorn ver-
laufenden schwarzen Bändern. Mantel schwarz, der die Schale
überragende Theil mit lebhaft orangegelbem Rande und blassröth-
lichem Längsbande jederseits; Athemloch länglich. Von der Schale
kommt nur auf der rechten Seite ein Theil zum Vorschein. Hinteres
Körperende zugespitzt, gekielt, blass, mit einem schwarzen Längs-
bande jederseits und zahlreichen von diesem schief nach unten
laufenden schwarzen Streifchen. Der Hals und die Seiten sind
deutlich gefurcht, der Mantel mit zahlreichen kleinen Höckern
besetzt, die concentrische bogenförmige Reihen bilden.

Ziemlich hoch oben am Pico Ruivo, an bemoosten Steinen
gefunden. 9. April.

Vitrina nitida Gould.

Die Schale wird grösser, ist glänzender, lebhafter gelb,
minder flach und hat ein verhältnissmässig grösseres Gewinde.
Ein grösserer Theil derselben bleibt im Leben unbedeckt; das

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[4/0024] Nacktschnecken und Vitrinen von Madeira. Sowohl bei Funchal als auf der Nordseite der Insel be- obachtet. Limax variegatus Drap. Fühler und Kopf bläulich; Schild chagrinirt, eben, gelb mit schwacher braunmarmorirter Zeichnung; Rücken beinahe aschgrau, tief gefurcht, mit einem gelben Kiel durch seine ganze Länge, Schleim farblos. Bei S. Vincente an der Nordseite der Insel, nahe dem Meere, unter Steinen gefunden. Limax agrestis L. Schild und Rücken braun, mit zahlreichen dunklen Flecken. Kein eigentlicher Kiel. Innere Schale dünn, flach, oval. In der Umgebung von Funchal gefunden. NB. Albers, Malacologia Maderensis, führt nur Limax gagates und variegatus auf, die Abbildungen derselben hat er aus Ferussac entlehnt, sie beruhen also auf europäischen Exemplaren. Ich halte es daher nicht für unnöthig, die an Ort und Stelle niedergeschriebenen, freilich unvollständigen Notizen hier mitzutheilen, mit Ausnahme der all- gemein bekannten Gattungsmerkmale (Lage des Athemloches etc.). Vitrina Ruivensis Couthouy, Taf. 5., Fig. 6. (vergrössert). Das lebende Thier fällt auf den ersten Blick durch den goldenen Saum des Mantels auf; die Schale ist fast ganz von dem- selben bedeckt. Die Fühler sind schwarz, der Hals hellgrau, oben längsgestreift, an den Seiten mit schief nach unten und vorn ver- laufenden schwarzen Bändern. Mantel schwarz, der die Schale überragende Theil mit lebhaft orangegelbem Rande und blassröth- lichem Längsbande jederseits; Athemloch länglich. Von der Schale kommt nur auf der rechten Seite ein Theil zum Vorschein. Hinteres Körperende zugespitzt, gekielt, blass, mit einem schwarzen Längs- bande jederseits und zahlreichen von diesem schief nach unten laufenden schwarzen Streifchen. Der Hals und die Seiten sind deutlich gefurcht, der Mantel mit zahlreichen kleinen Höckern besetzt, die concentrische bogenförmige Reihen bilden. Ziemlich hoch oben am Pico Ruivo, an bemoosten Steinen gefunden. 9. April. Vitrina nitida Gould. Die Schale wird grösser, ist glänzender, lebhafter gelb, minder flach und hat ein verhältnissmässig grösseres Gewinde. Ein grösserer Theil derselben bleibt im Leben unbedeckt; das

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Zitationshilfe: Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Zweiter Band. Berlin, 1867, S. 4. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/berg_ostasienzoologie02_1867/24>, abgerufen am 18.10.2019.