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Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626.

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Joh. Barclayens Argenis/
wol/ daß der Fürst/ wann er dermal eins von solcher
vnbesonnenen begnadigen erlediget würde/ ein Ab-
schew für dergleichen seinen Fehlern bekommen/ vn
der Gewalt welche er gemacht hette selber nicht tra
wen möchte. Sie bedencken auch/ es müsse gleich
sam so seyn/ daß/ wann der König einen erhebet/ de
ander falle. Derentwegen fangen sie stracks an sic
für jhm zuhüten/ vnd kommen der künfftigen Ver
änderung mit gegenwärtiger List zuvor; wende
also die Sachen so sie in den Händen haben/ nich
dahin/ wo deß Königes Ansehen vnnd der gemein
Nutz gestärcket würde/ sondern auff die seitte wo si
jhr Glück versichern/ vnd den König verrahten kön-
nen. Poliarchus bezeuget gleichwol/ daß man z
weilen Tugendt antreffen möge/ welche durch sol-
che Wolfahrt nicht verterbet wirdt: dann er hat sei-
ne Trew niemals vorendert/ vnd bey solchem Glück
sich erhoben; so daß ich seiner jetzigen Gefahr keine
andere Vrsache zumessen kan/ als daß jhm
auß sonderlichem Verhängnüß derglei-
chen begegnet.



Timo-

Joh. Barclayens Argenis/
wol/ daß der Fuͤrſt/ wann er dermal eins von ſolcher
vnbeſonnenen begnadigen erlediget wuͤrde/ ein Ab-
ſchew fuͤr dergleichen ſeinen Fehlern bekommen/ vn
der Gewalt welche er gemacht hette ſelber nicht tra
wen moͤchte. Sie bedencken auch/ es muͤſſe gleich
ſam ſo ſeyn/ daß/ wann der Koͤnig einen erhebet/ de
ander falle. Derentwegen fangen ſie ſtracks an ſic
fuͤr jhm zuhuͤten/ vnd kommen der kuͤnfftigen Ver
aͤnderung mit gegenwaͤrtiger Liſt zuvor; wende
alſo die Sachen ſo ſie in den Haͤnden haben/ nich
dahin/ wo deß Koͤniges Anſehen vnnd der gemein
Nutz geſtaͤrcket wuͤrde/ ſondern auff die ſeitte wo ſi
jhr Gluͤck verſichern/ vnd den Koͤnig verꝛahten koͤn-
nen. Poliarchus bezeuget gleichwol/ daß man z
weilen Tugendt antreffen moͤge/ welche durch ſol-
che Wolfahrt nicht verterbet wirdt: dann er hat ſei-
ne Trew niemals vorendert/ vnd bey ſolchem Gluͤck
ſich erhoben; ſo daß ich ſeiner jetzigen Gefahr keine
andere Vrſache zumeſſen kan/ als daß jhm
auß ſonderlichem Verhaͤngnuͤß derglei-
chen begegnet.



Timo-
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[46/0090] Joh. Barclayens Argenis/ wol/ daß der Fuͤrſt/ wann er dermal eins von ſolcher vnbeſonnenen begnadigen erlediget wuͤrde/ ein Ab- ſchew fuͤr dergleichen ſeinen Fehlern bekommen/ vn der Gewalt welche er gemacht hette ſelber nicht tra wen moͤchte. Sie bedencken auch/ es muͤſſe gleich ſam ſo ſeyn/ daß/ wann der Koͤnig einen erhebet/ de ander falle. Derentwegen fangen ſie ſtracks an ſic fuͤr jhm zuhuͤten/ vnd kommen der kuͤnfftigen Ver aͤnderung mit gegenwaͤrtiger Liſt zuvor; wende alſo die Sachen ſo ſie in den Haͤnden haben/ nich dahin/ wo deß Koͤniges Anſehen vnnd der gemein Nutz geſtaͤrcket wuͤrde/ ſondern auff die ſeitte wo ſi jhr Gluͤck verſichern/ vnd den Koͤnig verꝛahten koͤn- nen. Poliarchus bezeuget gleichwol/ daß man z weilen Tugendt antreffen moͤge/ welche durch ſol- che Wolfahrt nicht verterbet wirdt: dann er hat ſei- ne Trew niemals vorendert/ vnd bey ſolchem Gluͤck ſich erhoben; ſo daß ich ſeiner jetzigen Gefahr keine andere Vrſache zumeſſen kan/ als daß jhm auß ſonderlichem Verhaͤngnuͤß derglei- chen begegnet. Timo-

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Zitationshilfe: Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626, S. 46. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626/90>, abgerufen am 02.04.2020.