Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626.

Bild:
<< vorherige Seite

Joh. Barclayens Argenis/
worffen haben; wie sie dann ein verschlagenes Weib/
vnd auff Art jhres Mannes abgerichtet gewesen ist.
Nach dem auch der König bey solchem Mangel der
Kammer das Armbandt zu kauffen befohlen hat/ ist
er in seiner Meinung also gestärcket worden/ daß er
dem Lycogenes baldt zugeschrieben/ er befohre sich/
man würde durch solches Geschencke den Poliar-
chus wieder zum Freunde machen wöllen. Er aber/
der vmb ein Schelmstücke vnbekümmert war/ ne-
benst dem daß jhn Oloodemus/ der sich damals bey
jhm befandt/ auch vermahnete/ antwortete jhm
Schrifftlich in solcher Meinung; Es sey nichts
rathsamer/ als daß selbiges Armbandt/ weil es Eri-
stenes in Verwahrung hielte/ vergifftet wurde.
Wann es Poliarchus empfienge/ würde er es ohn
Zweiffel vmbmachen/ vnd durch seine Hitze die
Gifft in die edelsten Gliedmassen ziehen. Gebe es a-
ber der König der Argenis/ so müste man auff die
Zeit achtung haben. Dann die Gifft schade nicht
alsbald von der berührung/ derowegen könten sie
hernach vnter einer Beschönung vor der anfallen-
den Seuche so darinnen steckte warnen/ vnd das Lob
einer grossen Trew darvon bringen/ wann sie alle
Schuldt auff den Kauffman legten. Eristenes hat-
te solche Gifft bey sich/ welche von Ephyreern zube-
reitet worden jhre Feinde entweder mit vergifftung
der Becher oder Pfeile hinzurichten; wie sie dann
mit dergleichen Sachen sonderlich können vmbge-
hen. Diese als sie in Sicilien sich niedergelassen/

vnd

Joh. Barclayens Argenis/
worffen haben; wie ſie dañ ein verſchlagenes Weib/
vnd auff Art jhres Mannes abgerichtet geweſen iſt.
Nach dem auch der Koͤnig bey ſolchem Mangel der
Kammer das Armbandt zu kauffen befohlen hat/ iſt
er in ſeiner Meinung alſo geſtaͤrcket worden/ daß er
dem Lycogenes baldt zugeſchrieben/ er befohre ſich/
man wuͤrde durch ſolches Geſchencke den Poliar-
chus wieder zum Freunde machen woͤllen. Er aber/
der vmb ein Schelmſtuͤcke vnbekuͤmmert war/ ne-
benſt dem daß jhn Oloodemus/ der ſich damals bey
jhm befandt/ auch vermahnete/ antwortete jhm
Schrifftlich in ſolcher Meinung; Es ſey nichts
rathſamer/ als daß ſelbiges Armbandt/ weil es Eri-
ſtenes in Verwahrung hielte/ vergifftet wurde.
Wann es Poliarchus empfienge/ wuͤrde er es ohn
Zweiffel vmbmachen/ vnd durch ſeine Hitze die
Gifft in die edelſten Gliedmaſſen ziehen. Gebe es a-
ber der Koͤnig der Argenis/ ſo muͤſte man auff die
Zeit achtung haben. Dann die Gifft ſchade nicht
alsbald von der beruͤhrung/ derowegen koͤnten ſie
hernach vnter einer Beſchoͤnung vor der anfallen-
den Seuche ſo darinnen ſteckte warnen/ vnd das Lob
einer groſſen Trew darvon bringen/ wann ſie alle
Schuldt auff den Kauffman legten. Eriſtenes hat-
te ſolche Gifft bey ſich/ welche von Ephyreern zube-
reitet worden jhre Feinde entweder mit vergifftung
der Becher oder Pfeile hinzurichten; wie ſie dann
mit dergleichen Sachen ſonderlich koͤnnen vmbge-
hen. Dieſe als ſie in Sicilien ſich niedergelaſſen/

vnd
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0270" n="226"/><fw place="top" type="header">Joh. Barclayens Argenis/</fw><lb/>
worffen haben; wie &#x017F;ie dan&#x0303; ein ver&#x017F;chlagenes Weib/<lb/>
vnd auff Art jhres Mannes abgerichtet gewe&#x017F;en i&#x017F;t.<lb/>
Nach dem auch der Ko&#x0364;nig bey &#x017F;olchem Mangel der<lb/>
Kammer das Armbandt zu kauffen befohlen hat/ i&#x017F;t<lb/>
er in &#x017F;einer Meinung al&#x017F;o ge&#x017F;ta&#x0364;rcket worden/ daß er<lb/>
dem Lycogenes baldt zuge&#x017F;chrieben/ er befohre &#x017F;ich/<lb/>
man wu&#x0364;rde durch &#x017F;olches Ge&#x017F;chencke den Poliar-<lb/>
chus wieder zum Freunde machen wo&#x0364;llen. Er aber/<lb/>
der vmb ein Schelm&#x017F;tu&#x0364;cke vnbeku&#x0364;mmert war/ ne-<lb/>
ben&#x017F;t dem daß jhn Oloodemus/ der &#x017F;ich damals bey<lb/>
jhm befandt/ auch vermahnete/ antwortete jhm<lb/>
Schrifftlich in &#x017F;olcher Meinung; Es &#x017F;ey nichts<lb/>
rath&#x017F;amer/ als daß &#x017F;elbiges Armbandt/ weil es Eri-<lb/>
&#x017F;tenes in Verwahrung hielte/ vergifftet wurde.<lb/>
Wann es Poliarchus empfienge/ wu&#x0364;rde er es ohn<lb/>
Zweiffel vmbmachen/ vnd durch &#x017F;eine Hitze die<lb/>
Gifft in die edel&#x017F;ten Gliedma&#x017F;&#x017F;en ziehen. Gebe es a-<lb/>
ber der Ko&#x0364;nig der Argenis/ &#x017F;o mu&#x0364;&#x017F;te man auff die<lb/>
Zeit achtung haben. Dann die Gifft &#x017F;chade nicht<lb/>
alsbald von der beru&#x0364;hrung/ derowegen ko&#x0364;nten &#x017F;ie<lb/>
hernach vnter einer Be&#x017F;cho&#x0364;nung vor der anfallen-<lb/>
den Seuche &#x017F;o darinnen &#x017F;teckte warnen/ vnd das Lob<lb/>
einer gro&#x017F;&#x017F;en Trew darvon bringen/ wann &#x017F;ie alle<lb/>
Schuldt auff den Kauffman legten. Eri&#x017F;tenes hat-<lb/>
te &#x017F;olche Gifft bey &#x017F;ich/ welche von Ephyreern zube-<lb/>
reitet worden jhre Feinde entweder mit vergifftung<lb/>
der Becher oder Pfeile hinzurichten; wie &#x017F;ie dann<lb/>
mit dergleichen Sachen &#x017F;onderlich ko&#x0364;nnen vmbge-<lb/>
hen. Die&#x017F;e als &#x017F;ie in Sicilien &#x017F;ich niedergela&#x017F;&#x017F;en/<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">vnd</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[226/0270] Joh. Barclayens Argenis/ worffen haben; wie ſie dañ ein verſchlagenes Weib/ vnd auff Art jhres Mannes abgerichtet geweſen iſt. Nach dem auch der Koͤnig bey ſolchem Mangel der Kammer das Armbandt zu kauffen befohlen hat/ iſt er in ſeiner Meinung alſo geſtaͤrcket worden/ daß er dem Lycogenes baldt zugeſchrieben/ er befohre ſich/ man wuͤrde durch ſolches Geſchencke den Poliar- chus wieder zum Freunde machen woͤllen. Er aber/ der vmb ein Schelmſtuͤcke vnbekuͤmmert war/ ne- benſt dem daß jhn Oloodemus/ der ſich damals bey jhm befandt/ auch vermahnete/ antwortete jhm Schrifftlich in ſolcher Meinung; Es ſey nichts rathſamer/ als daß ſelbiges Armbandt/ weil es Eri- ſtenes in Verwahrung hielte/ vergifftet wurde. Wann es Poliarchus empfienge/ wuͤrde er es ohn Zweiffel vmbmachen/ vnd durch ſeine Hitze die Gifft in die edelſten Gliedmaſſen ziehen. Gebe es a- ber der Koͤnig der Argenis/ ſo muͤſte man auff die Zeit achtung haben. Dann die Gifft ſchade nicht alsbald von der beruͤhrung/ derowegen koͤnten ſie hernach vnter einer Beſchoͤnung vor der anfallen- den Seuche ſo darinnen ſteckte warnen/ vnd das Lob einer groſſen Trew darvon bringen/ wann ſie alle Schuldt auff den Kauffman legten. Eriſtenes hat- te ſolche Gifft bey ſich/ welche von Ephyreern zube- reitet worden jhre Feinde entweder mit vergifftung der Becher oder Pfeile hinzurichten; wie ſie dann mit dergleichen Sachen ſonderlich koͤnnen vmbge- hen. Dieſe als ſie in Sicilien ſich niedergelaſſen/ vnd

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626/270
Zitationshilfe: Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626, S. 226. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626/270>, abgerufen am 19.09.2020.