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Allgemeine Zeitung. Nr. 55. Augsburg, 24. Februar 1840.

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Augsburger Allgemeine Zeitung.
Mit allerhöchsten Privilegien.
Montag
Nr. 55.
24 Februar 1840
Südamerika.

(M. Herald.) Nachrichten aus Montevideo dd. 30 Nov. bestätigen die frühere Nachricht, daß Rosas die gegen ihn ausgebrochene Empörung unterdrückt und viele der Insurgenten gefangen genommen. 6 bis 700, die entkommen waren, hatten sich an Bord der französischen Schiffe geflüchtet. In Montevideo glaubte man allgemein, Rosas werde die Güter der Theilnehmer an dem Aufstand, worunter viele wohlhabende Leute, mit Beschlag belegen, um dadurch theils seine eigene Macht zu verstärken, theils neue Widerstandsmittel gegen die Franzosen zu erhalten. Die unterwegs befindliche Verstärkung des französischen Blokadegeschwaders war bis zum 30 Nov. noch nicht im La Plata angekommen.

Mexico.

Mexicanische Blätter bis zum 1 Dec. v. J. enthalten eine von der Regierung dem Congreß gemachte Mittheilung, worin die Nothwendigkeit erörtert wird, nicht nur gegen den Einfall der Texaner auf mexicanisches Gebiet, wo sie die föderalistischen Empörer unterstützen, kräftige Maaßregeln zu ergreifen, sondern auch eine Expedition gegen Texas selbst auszurüsten. Der Congreß sollte dazu dem Kriegsministerium die erforderlichen Geldmittel bewilligen.

(Engl. Courier.) Privatbriefe aus Tampico, d. d. 4 Jan., die über Neu-Orleans eingelaufen sind, widersprechen geradezu den früheren Berichten in nordamerikanischen Blättern von der Erstürmung der Festung Matamoras durch die Föderalisten in Verbindung mit den Texanern. Im Gegentheil wird behauptet, die Föderalisten seyen von dem in der Festung commandirenden General Canalizo mit großem Verlust zurückgeschlagen worden. Die Conductas aus dem Innern mußten, um die beunruhigten Bezirke zu vermeiden, einen Umweg nehmen.

Spanien.

Man hat ein Rundschreiben der obersten Carlistischen Junta von Aragonien und Valencia aufgefangen, in welchem den Geistlichen und Behörden der von den Carlisten besetzten Ortschaften anbefohlen wird, wegen der erfolgten Wiederherstellung Cabrera's am 3 ein feierliches Tedeum singen zu lassen. Auch haben in jenen Gegenden vom 3 bis zum 5 große Festlichkeiten zur Feier jenes Ereignisses stattgefunden. Zwei Bürger von Madrid, die in Morella gefangen waren, und endlich für schweres Geld ihre Freiheit erhielten, ließ - so heißt es wenigstens - Cabrera vor ihrer Abreise zu sich rufen, damit sie sich überzeugen könnten, daß er sich wohl befände. Alle Chefs der Carlisten von Aragonien und Valencia waren zu einer Berathschlagung nach Morella berufen worden. Die Division Hoyos, bestehend aus 6 Bataillonen, 5 Schwadronen und 6 Kanonen, rückte am 4 von Cuenca aus, und schlug den nach Madrid führenden Weg ein. In Cuenca ging das Gerücht, diese Truppen würden in der Umgegend von Madrid bleiben, um zur Zeit der Eröffnung der Cortes über die Ruhe der Hauptstadt zu wachen. Am 7 befand sich diese Division in Carrascosa, und wollte wieder nach Cuenca zurückmarschiren. Auf diesem Marsche scheint sie mit dem Carlistischen Corps des Arnau bei Huete zusammen gestoßen zu seyn, und dieses versprengt zu haben. Arnau war nämlich mit 800 Mann Infanterie und der Cavallerie des Palillos von Valencia aus in die Mancha eingefallen, und hatte die Ortschaften am rechten Ufer des Xucar ausgeplündert. Am 1 griff er die Stadt la Roda an, wurde jedoch von den Einwohnern zurückgeschlagen. Am 5 zog er durch Huete, und warf sich, um der Division Hoyos auszuweichen, in die Alcarria. Der Generalcommandant der Provinz Guadalaxara zog sich darauf, weil man ihm die Stärke des Feindes auf 4000 Mann und 800 Pferde angab, von Brihuega nach Torija zurück, und in Guadalaxara selbst war man am 6 auf einen Angriff gefaßt. Am 8 rückte Arnau in Trillo ein, zog sich jedoch, vermuthlich um seinen Raub nach Beteta oder Cannete in Sicherheit zu bringen, von dort zurück, und scheint dann, wie bereits angegeben, durch Hoyos eine Niederlage erlitten zu haben.

Der Correo nacional bestätigt in einem Schreiben aus Saragossa vom 8 Febr., daß die Operationen gegen Segura begonnen haben, und das Belagerungsgeschütz dorthin aufgebrochen ist. Man hoffte, Espartero werde sich vor Ende März Segura's bemächtigen können. Der Oberingenieur, welcher unter Cabrera die Festungsbauten von Segura leitete, war zu den Constitutionellen übergegangen; durch ihn hoffte man alle schwachen Seiten dieses wegen seiner Lage an der Straße nach Madrid so wichtigen Platzes kennen zu lernen.

Die Journale von Barcelona machen unterm 11 Febr. gleichfalls Erwähnung von dem gestern gemeldeten Treffen bei


Augsburger Allgemeine Zeitung.
Mit allerhöchsten Privilegien.
Montag
Nr. 55.
24 Februar 1840
Südamerika.

(M. Herald.) Nachrichten aus Montevideo dd. 30 Nov. bestätigen die frühere Nachricht, daß Rosas die gegen ihn ausgebrochene Empörung unterdrückt und viele der Insurgenten gefangen genommen. 6 bis 700, die entkommen waren, hatten sich an Bord der französischen Schiffe geflüchtet. In Montevideo glaubte man allgemein, Rosas werde die Güter der Theilnehmer an dem Aufstand, worunter viele wohlhabende Leute, mit Beschlag belegen, um dadurch theils seine eigene Macht zu verstärken, theils neue Widerstandsmittel gegen die Franzosen zu erhalten. Die unterwegs befindliche Verstärkung des französischen Blokadegeschwaders war bis zum 30 Nov. noch nicht im La Plata angekommen.

Mexico.

Mexicanische Blätter bis zum 1 Dec. v. J. enthalten eine von der Regierung dem Congreß gemachte Mittheilung, worin die Nothwendigkeit erörtert wird, nicht nur gegen den Einfall der Texaner auf mexicanisches Gebiet, wo sie die föderalistischen Empörer unterstützen, kräftige Maaßregeln zu ergreifen, sondern auch eine Expedition gegen Texas selbst auszurüsten. Der Congreß sollte dazu dem Kriegsministerium die erforderlichen Geldmittel bewilligen.

(Engl. Courier.) Privatbriefe aus Tampico, d. d. 4 Jan., die über Neu-Orleans eingelaufen sind, widersprechen geradezu den früheren Berichten in nordamerikanischen Blättern von der Erstürmung der Festung Matamoras durch die Föderalisten in Verbindung mit den Texanern. Im Gegentheil wird behauptet, die Föderalisten seyen von dem in der Festung commandirenden General Canalizo mit großem Verlust zurückgeschlagen worden. Die Conductas aus dem Innern mußten, um die beunruhigten Bezirke zu vermeiden, einen Umweg nehmen.

Spanien.

Man hat ein Rundschreiben der obersten Carlistischen Junta von Aragonien und Valencia aufgefangen, in welchem den Geistlichen und Behörden der von den Carlisten besetzten Ortschaften anbefohlen wird, wegen der erfolgten Wiederherstellung Cabrera's am 3 ein feierliches Tedeum singen zu lassen. Auch haben in jenen Gegenden vom 3 bis zum 5 große Festlichkeiten zur Feier jenes Ereignisses stattgefunden. Zwei Bürger von Madrid, die in Morella gefangen waren, und endlich für schweres Geld ihre Freiheit erhielten, ließ – so heißt es wenigstens – Cabrera vor ihrer Abreise zu sich rufen, damit sie sich überzeugen könnten, daß er sich wohl befände. Alle Chefs der Carlisten von Aragonien und Valencia waren zu einer Berathschlagung nach Morella berufen worden. Die Division Hoyos, bestehend aus 6 Bataillonen, 5 Schwadronen und 6 Kanonen, rückte am 4 von Cuenca aus, und schlug den nach Madrid führenden Weg ein. In Cuenca ging das Gerücht, diese Truppen würden in der Umgegend von Madrid bleiben, um zur Zeit der Eröffnung der Cortes über die Ruhe der Hauptstadt zu wachen. Am 7 befand sich diese Division in Carrascosa, und wollte wieder nach Cuenca zurückmarschiren. Auf diesem Marsche scheint sie mit dem Carlistischen Corps des Arnau bei Huete zusammen gestoßen zu seyn, und dieses versprengt zu haben. Arnau war nämlich mit 800 Mann Infanterie und der Cavallerie des Palillos von Valencia aus in die Mancha eingefallen, und hatte die Ortschaften am rechten Ufer des Xucar ausgeplündert. Am 1 griff er die Stadt la Roda an, wurde jedoch von den Einwohnern zurückgeschlagen. Am 5 zog er durch Huete, und warf sich, um der Division Hoyos auszuweichen, in die Alcarria. Der Generalcommandant der Provinz Guadalaxara zog sich darauf, weil man ihm die Stärke des Feindes auf 4000 Mann und 800 Pferde angab, von Brihuega nach Torija zurück, und in Guadalaxara selbst war man am 6 auf einen Angriff gefaßt. Am 8 rückte Arnau in Trillo ein, zog sich jedoch, vermuthlich um seinen Raub nach Beteta oder Cañete in Sicherheit zu bringen, von dort zurück, und scheint dann, wie bereits angegeben, durch Hoyos eine Niederlage erlitten zu haben.

Der Correo nacional bestätigt in einem Schreiben aus Saragossa vom 8 Febr., daß die Operationen gegen Segura begonnen haben, und das Belagerungsgeschütz dorthin aufgebrochen ist. Man hoffte, Espartero werde sich vor Ende März Segura's bemächtigen können. Der Oberingenieur, welcher unter Cabrera die Festungsbauten von Segura leitete, war zu den Constitutionellen übergegangen; durch ihn hoffte man alle schwachen Seiten dieses wegen seiner Lage an der Straße nach Madrid so wichtigen Platzes kennen zu lernen.

Die Journale von Barcelona machen unterm 11 Febr. gleichfalls Erwähnung von dem gestern gemeldeten Treffen bei

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[0433/0001] Augsburger Allgemeine Zeitung. Mit allerhöchsten Privilegien. Montag Nr. 55. 24 Februar 1840 Südamerika. (M. Herald.) Nachrichten aus Montevideo dd. 30 Nov. bestätigen die frühere Nachricht, daß Rosas die gegen ihn ausgebrochene Empörung unterdrückt und viele der Insurgenten gefangen genommen. 6 bis 700, die entkommen waren, hatten sich an Bord der französischen Schiffe geflüchtet. In Montevideo glaubte man allgemein, Rosas werde die Güter der Theilnehmer an dem Aufstand, worunter viele wohlhabende Leute, mit Beschlag belegen, um dadurch theils seine eigene Macht zu verstärken, theils neue Widerstandsmittel gegen die Franzosen zu erhalten. Die unterwegs befindliche Verstärkung des französischen Blokadegeschwaders war bis zum 30 Nov. noch nicht im La Plata angekommen. Mexico. Mexicanische Blätter bis zum 1 Dec. v. J. enthalten eine von der Regierung dem Congreß gemachte Mittheilung, worin die Nothwendigkeit erörtert wird, nicht nur gegen den Einfall der Texaner auf mexicanisches Gebiet, wo sie die föderalistischen Empörer unterstützen, kräftige Maaßregeln zu ergreifen, sondern auch eine Expedition gegen Texas selbst auszurüsten. Der Congreß sollte dazu dem Kriegsministerium die erforderlichen Geldmittel bewilligen. (Engl. Courier.) Privatbriefe aus Tampico, d. d. 4 Jan., die über Neu-Orleans eingelaufen sind, widersprechen geradezu den früheren Berichten in nordamerikanischen Blättern von der Erstürmung der Festung Matamoras durch die Föderalisten in Verbindung mit den Texanern. Im Gegentheil wird behauptet, die Föderalisten seyen von dem in der Festung commandirenden General Canalizo mit großem Verlust zurückgeschlagen worden. Die Conductas aus dem Innern mußten, um die beunruhigten Bezirke zu vermeiden, einen Umweg nehmen. Spanien. _ Madrid, 12 Febr. Man hat ein Rundschreiben der obersten Carlistischen Junta von Aragonien und Valencia aufgefangen, in welchem den Geistlichen und Behörden der von den Carlisten besetzten Ortschaften anbefohlen wird, wegen der erfolgten Wiederherstellung Cabrera's am 3 ein feierliches Tedeum singen zu lassen. Auch haben in jenen Gegenden vom 3 bis zum 5 große Festlichkeiten zur Feier jenes Ereignisses stattgefunden. Zwei Bürger von Madrid, die in Morella gefangen waren, und endlich für schweres Geld ihre Freiheit erhielten, ließ – so heißt es wenigstens – Cabrera vor ihrer Abreise zu sich rufen, damit sie sich überzeugen könnten, daß er sich wohl befände. Alle Chefs der Carlisten von Aragonien und Valencia waren zu einer Berathschlagung nach Morella berufen worden. Die Division Hoyos, bestehend aus 6 Bataillonen, 5 Schwadronen und 6 Kanonen, rückte am 4 von Cuenca aus, und schlug den nach Madrid führenden Weg ein. In Cuenca ging das Gerücht, diese Truppen würden in der Umgegend von Madrid bleiben, um zur Zeit der Eröffnung der Cortes über die Ruhe der Hauptstadt zu wachen. Am 7 befand sich diese Division in Carrascosa, und wollte wieder nach Cuenca zurückmarschiren. Auf diesem Marsche scheint sie mit dem Carlistischen Corps des Arnau bei Huete zusammen gestoßen zu seyn, und dieses versprengt zu haben. Arnau war nämlich mit 800 Mann Infanterie und der Cavallerie des Palillos von Valencia aus in die Mancha eingefallen, und hatte die Ortschaften am rechten Ufer des Xucar ausgeplündert. Am 1 griff er die Stadt la Roda an, wurde jedoch von den Einwohnern zurückgeschlagen. Am 5 zog er durch Huete, und warf sich, um der Division Hoyos auszuweichen, in die Alcarria. Der Generalcommandant der Provinz Guadalaxara zog sich darauf, weil man ihm die Stärke des Feindes auf 4000 Mann und 800 Pferde angab, von Brihuega nach Torija zurück, und in Guadalaxara selbst war man am 6 auf einen Angriff gefaßt. Am 8 rückte Arnau in Trillo ein, zog sich jedoch, vermuthlich um seinen Raub nach Beteta oder Cañete in Sicherheit zu bringen, von dort zurück, und scheint dann, wie bereits angegeben, durch Hoyos eine Niederlage erlitten zu haben. Der Correo nacional bestätigt in einem Schreiben aus Saragossa vom 8 Febr., daß die Operationen gegen Segura begonnen haben, und das Belagerungsgeschütz dorthin aufgebrochen ist. Man hoffte, Espartero werde sich vor Ende März Segura's bemächtigen können. Der Oberingenieur, welcher unter Cabrera die Festungsbauten von Segura leitete, war zu den Constitutionellen übergegangen; durch ihn hoffte man alle schwachen Seiten dieses wegen seiner Lage an der Straße nach Madrid so wichtigen Platzes kennen zu lernen. Die Journale von Barcelona machen unterm 11 Febr. gleichfalls Erwähnung von dem gestern gemeldeten Treffen bei

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Zitationshilfe: Allgemeine Zeitung. Nr. 55. Augsburg, 24. Februar 1840, S. 0433. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/augsburgerallgemeine_055_18400224/1>, abgerufen am 09.08.2020.