Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Arnold, Gottfried: Unpartheyische Kirchen- und Ketzer-Historie. Bd. 2 (T. 3/4). Frankfurt (Main), 1700.

Bild:
<< vorherige Seite

und Ezechiel Methen.
[Spaltenumbruch] Jahr
MDC.
biß
MDCC.
re schwermerey so wol in der Stadt als
auff dem lande auszubreiten sich unter-
stehen. Weil nun dem also/ als getrö-
sten wir uns zu E. E. A. inmassen wir
denn hiemit drum bitten/ sie werden sich
der reinen lehre GOttes/ desselben
Mi-
nisterii,
wie auch unsertreulich annehmen
und auff wege dencken.
Dabey bitten
Bitten
Commissi-
on
aus/
die Prediger um drey Commissarien aus dem
Rath/ neben welchen sie diese drey neue schwer-
merische Sönderlinge verhören wolten. Darauf
folget eine relation der Prediger von dieser ver-
hör/ so am 15. sept. geschehen/ und zwar erst-
und verhö-
ren
1. Grego-
tit
schen.
lich von Gregotitschen/ von welchem die ersten
11. puncte also referiret werden.

"21. Da ihm fürgehalten/ wie er sich son-
"derlicher offenbarungen rühmete/ hat er un-
"ter den reden des Herrn Superintendenten
"deutlich gesagt/ Ja GOTT lob! hat fer-
"ner in seiner antwort gesagt: Er wolte
"gern zu uns in die kirche gehen/ wenn
"wir Gottes wort predigten/ und Chri-

Welcher
wider sie
hefftig re-
det.
"sti diener wären. Da er nun weiter gefra-
"get: ob wir dann nicht Christi diener wä-
"ren? hat er sich zur meinung nein erkläret/
"und da es ihn der Herr Superintendens hat
"beweisen heissen/ hat er gesagt: Ja/ gebt mir
"nur die Bibel her. -- Da hat er das er-
"ste capitel Johannis aufgeschlagen/ und mit
"hefftigen worten urgiret/ ihm dasselbige zu er-
"klären. Und ob ihm wol darauf geantwor-
"tet/ das hätten wir offt in der kirchen erklä-
"ret/ so hat er doch mit ungestüm angehalten/
"mit vorwendung/ er hätte es nicht gehöret.
"Resp. die schuld wäre sein/ daß er dazu nicht
"kommen. Darauf hats der Herr Superinten-
"dens
fürgenommen/ und gelesen/ darauf dann
"erkläret/ daß Johannes von dem wesentlichen
Und von
CHristi
mensch-
werdung
in uns.
"wort Gottes rede/ es sey fleisch worden/ Gott
"sey mensch worden/ und habe unter uns ge-
"wohnet. Da er das wörtlein unter uns als
"falsch vertiret angefochten/ vermeinend die
"essentialem inhabitationem Christi zu erstrei-
"ten/ und was man diesem verdüsterten men-
"schen gesagt/ hat alles bey ihm nicht gelten
"wollen/ sondern auf das en emin gedrunge/ dar-
"auff hat der Herr Superintend. angefangen de
"quatuor modis praesentiae Dei,
und erstlich er-
"zehlet praesentiam essentialem Ps. CXXXIX.
"Jer. XXIII.
diese sey nicht eine ursach unserer se-
"ligkeit/ denn sie sey ignis consumens: sonst
"müsten fromme und gottlose/ ochsen/ kühe etc.
"selig werden. Damit Gregotitsch ad absur-
"dum & impossibile
dermassen redigirt wor-
"den/ daß er nichts zu antworten gewust/ der
"als ein fechter solche sachen nicht verstanden.
"2. praesentiam personalem, quae soli CHristo
"tribuitur Col. II. 3. praesentiam sacramenta-
"lem. 4. singularem & gratiosam, quae in piis
"per fidem habitat. Joh. XIV.
Aber dieser erklä-
"rung ungeachet ist der Gregotitsch auff dem en
emin bestanden/ da stünde es/ und wohnet in
Von dem
unkräffti-
gen predi-
gen.
"uns. Hierauff ist er wieder auff die vorige
"lästerung kommen/ daß wir nicht CHristi die-
"ner wären/ und solches aus diesen ursachen/
"1. wir predigten nicht GOttes wort/
"da er denn captiose verbum essentiale verstan-
"den. 2. weil bey unserm wort keine krafft
"wäre;
darauff ihm geantwortet worden/ dis-
"cernendo inter verbum essentiale & vocale,
[Spaltenumbruch] & inter ipsum quod per se potens Rom. I. & in-"
Jahr
MDC.
biß
MDCC.

ter auditorum contumaciam, quibus verbum"
vitae fiat odor mortis ad mortem 2. Cor. I.
"
Darauff Gregotitsch/ daß wir nicht CHristi"
diener wären vors 3. erweisen wollen/ weil"
wir unserm bekäntniß nach sündigten/"
wer aber sünde thue/ der sey vom teufel/"
so könne ja CHristus und
Belial nicht"
übereinstimmen etc.
Darauff geantwor-"
tet 1. per concessionem, wir seyn ja zwar sün-"
der/ aber nicht anders als Paulus Rom. VII."
und Joh. I. 2. per distinctionem peccatorum"
regnantium & adhaerentium ex Rom. VI.
"
7. 8. Auff die frage/ ob er denn nicht ein sün-"Von der
vollkom-
menheit.

der sey? ist der fechter fast unbeständig gewe-"
sen/ bald nein gesagt/ bald fürgegeben/ er sey"
zwar noch nicht vollkommen/ er strebe"
aber darnach.
Und da man ihm mit dem"
Vater unser begegnete/ hat er gesagt/ das"
Vater unser hätte CHristus für seine"
Jünger gestellt/ da sie aber wären voll-"
kommen worden/ hätten sie es nicht"
mehr bedurfft.
Ferner ist von unserer ge-"
rechtigkeit/ die für GOtt gilt/ gehandelt wor-"
den. Da vom Herrn Superintend. eine aus-"
führliche erklärung gethan worden de justitia"
Christi per fidem nobis imputata: item, de"
justitia inchoata, quam explicationem per-"
versus ille pugil Gregotianus pervertit atque"
sinisterrime intellexit.
Da man Gregotitsch"
um den glauben gefraget/ was er sey? hat er ge-"Vom
glauben.

antwortet CHristus sey der glaube/ und"
solches zu erweisen vermeinet Gal. IV. 23, 25."
da ihm denn ein anders gewiesen/ was der"
glaube sey Ebr. XI. Da er gefraget/ wodurch"
er heilig und gerecht würde? Resp. durch"
CHristum.
Quaest. wie er CHristum erlan-"
ge? Resp. durch den glauben. Quaest."
woher er den glauben hätte? Resp. durch"
das lebendige wort GOttes.
Quaest."
Ob denn nicht Paulus dem gehör des gepre-"Gehör des
worts.

digten wortes zuschreibe/ daß dadurch der"
glaube herkomme? Resp. Erkönte daheim"
eben das lesen/ das wir predigten.
"
Darauff aber das dictum Pauli Rom. X. Fi-"
des ex auditu
neben andern sprüchen sehr ur-"
gi
rt worden. Hat er auch dürffen sagen:"Und der
heiligen
Schrifft.

Verflucht ist/ der ein ander buch hat"
und lieset dann die Bibel.

22. Hernach referirt das Ministerium von11. Me-
then.

Ezechiel Methen/ daß er sie erstlich bey der ver-
hör also gegrüsset: Die Herrn seyen gegrüs-
set in dem namen des lebendigen und kräff-
tigen worts JEsu CHristi in mir/ meines
getreuen vorfechters wieder alle höllische
und
Belialische waffen und lüste. Da man
ihm aber den gruß zu wiederholen befohlen/ hat
ers gethan/ und der Superintendens hat ihm ge-
antwortet: Jst dieser gruß gut gemeint/ so
nehmen wir ihn an. Jst er aber nicht gut
gemeint/ so fahre er wieder euch.
Resp.
Meth. So komme unser friede wieder zu
uns/ weil ihr euch desselben selbst un-
würdig achtet.
Und als der Superintendens
ferner gefraget/ warum er nicht zu dem nächsten
vorbescheid gekommen/ hat er geantwortet/
GOtt hätte es nicht haben wollen etc. Die
übrigen fragen und antworten kommen fast mit
den vorigen überein: Seine mutter hat eben-

fals
E 3

und Ezechiel Methen.
[Spaltenumbruch] Jahr
MDC.
biß
MDCC.
re ſchwermerey ſo wol in der Stadt als
auff dem lande auszubreiten ſich unter-
ſtehen. Weil nun dem alſo/ als getroͤ-
ſten wir uns zu E. E. A. inmaſſen wir
denn hiemit drum bitten/ ſie werden ſich
der reinen lehre GOttes/ deſſelben
Mi-
niſterii,
wie auch unſeꝛtꝛeulich annehmen
und auff wege dencken.
Dabey bitten
Bitten
Commiſſi-
on
aus/
die Prediger um drey Commiſſarien aus dem
Rath/ neben welchen ſie dieſe drey neue ſchwer-
meriſche Soͤnderlinge verhoͤren woltẽ. Darauf
folget eine relation der Prediger von dieſer ver-
hoͤr/ ſo am 15. ſept. geſchehen/ und zwar erſt-
und verhoͤ-
ren
1. Grego-
tit
ſchen.
lich von Gregotitſchen/ von welchem die erſten
11. puncte alſo referiret werden.

„21. Da ihm fuͤrgehalten/ wie er ſich ſon-
„derlicher offenbarungen ruͤhmete/ hat er un-
„ter den reden des Herrn Superintendenten
„deutlich geſagt/ Ja GOTT lob! hat fer-
„ner in ſeiner antwort geſagt: Er wolte
„gern zu uns in die kirche gehen/ wenn
„wir Gottes wort predigten/ und Chri-

Welcher
wider ſie
hefftig re-
det.
„ſti diener waͤren. Da er nun weiter gefra-
„get: ob wir dann nicht Chriſti diener waͤ-
„ren? hat er ſich zur meinung nein erklaͤret/
„und da es ihn der Herr Superintendens hat
„beweiſen heiſſen/ hat er geſagt: Ja/ gebt mir
„nur die Bibel her. — Da hat er das er-
„ſte capitel Johannis aufgeſchlagen/ und mit
„hefftigen worten urgiret/ ihm daſſelbige zu er-
„klaͤren. Und ob ihm wol darauf geantwor-
„tet/ das haͤtten wir offt in der kirchen erklaͤ-
„ret/ ſo hat er doch mit ungeſtuͤm angehalten/
„mit vorwendung/ er haͤtte es nicht gehoͤret.
Reſp. die ſchuld waͤre ſein/ daß er dazu nicht
„kommen. Darauf hats der Herr Superinten-
„dens
fuͤrgenom̃en/ und geleſen/ darauf dann
„erklaͤret/ daß Johannes von dem weſentlichen
Und von
CHriſti
menſch-
werdung
in uns.
„wort Gottes rede/ es ſey fleiſch worden/ Gott
„ſey menſch worden/ und habe unter uns ge-
„wohnet. Da er das woͤrtlein unter uns als
„falſch vertiret angefochten/ vermeinend die
eſſentialem inhabitationem Chriſti zu erſtrei-
„ten/ und was man dieſem verduͤſterten men-
„ſchen geſagt/ hat alles bey ihm nicht gelten
„wollen/ ſondern auf das ἐν ἡμῖν gedrungē/ dar-
„auff hat der Herꝛ Superintend. angefangen de
„quatuor modis præſentiæ Dei,
und erſtlich er-
„zehlet præſentiam esſentialem Pſ. CXXXIX.
„Jer. XXIII.
dieſe ſey nicht eine urſach unſerer ſe-
„ligkeit/ denn ſie ſey ignis conſumens: ſonſt
„muͤſten fromme und gottloſe/ ochſen/ kuͤhe ꝛc.
„ſelig werden. Damit Gregotitſch ad abſur-
„dum & impoſſibile
dermaſſen redigirt wor-
„den/ daß er nichts zu antworten gewuſt/ der
„als ein fechter ſolche ſachen nicht verſtanden.
„2. præſentiam perſonalem, quæ ſoli CHriſto
„tribuitur Col. II. 3. præſentiam ſacramenta-
„lem. 4. ſingularem & gratioſam, quæ in piis
„per fidem habitat. Joh. XIV.
Aber dieſer erklaͤ-
„rung ungeachet iſt der Gregotitſch auff dem ὲν
ήμίν beſtanden/ da ſtuͤnde es/ und wohnet in
Von dem
unkraͤffti-
gen predi-
gen.
„uns. Hierauff iſt er wieder auff die vorige
„laͤſterung kommen/ daß wir nicht CHriſti die-
„ner waͤren/ und ſolches aus dieſen urſachen/
„1. wir predigten nicht GOttes wort/
„da er denn captioſè verbum eſſentiale verſtan-
„den. 2. weil bey unſerm wort keine krafft
„waͤre;
darauff ihm geantwortet worden/ diſ-
„cernendo inter verbum eſſentiale & vocale,
[Spaltenumbruch] & inter ipſum quod per ſe potens Rom. I. & in-„
Jahr
MDC.
biß
MDCC.

ter auditorum contumaciam, quibus verbum“
vitæ fiat odor mortis ad mortem 2. Cor. I.

Darauff Gregotitſch/ daß wir nicht CHriſti“
diener waͤren vors 3. erweiſen wollen/ weil“
wir unſerm bekaͤntniß nach ſuͤndigten/“
wer aber ſuͤnde thue/ der ſey vom teufel/“
ſo koͤnne ja CHriſtus und
Belial nicht“
uͤbereinſtimmen ꝛc.
Darauff geantwor-“
tet 1. per conceſſionem, wir ſeyn ja zwar ſuͤn-“
der/ aber nicht anders als Paulus Rom. VII.
und Joh. I. 2. per diſtinctionem peccatorum“
regnantium & adhærentium ex Rom. VI.

7. 8. Auff die frage/ ob er denn nicht ein ſuͤn-„Von der
vollkom-
menheit.

der ſey? iſt der fechter faſt unbeſtaͤndig gewe-“
ſen/ bald nein geſagt/ bald fuͤrgegeben/ er ſey“
zwar noch nicht vollkommen/ er ſtrebe“
aber darnach.
Und da man ihm mit dem“
Vater unſer begegnete/ hat er geſagt/ das“
Vater unſer haͤtte CHriſtus fuͤr ſeine“
Juͤnger geſtellt/ da ſie aber waͤren voll-“
kommen worden/ haͤtten ſie es nicht“
mehr bedurfft.
Ferner iſt von unſerer ge-“
rechtigkeit/ die fuͤr GOtt gilt/ gehandelt wor-“
den. Da vom Herꝛn Superintend. eine aus-“
fuͤhrliche erklaͤrung gethan worden de juſtitia“
Chriſti per fidem nobis imputata: item, de“
juſtitia inchoata, quam explicationem per-“
verſus ille pugil Gregotianus pervertit atque“
ſiniſterrimè intellexit.
Da man Gregotitſch“
um den glauben gefraget/ was er ſey? hat er ge-„Vom
glauben.

antwortet CHriſtus ſey der glaube/ und“
ſolches zu erweiſen vermeinet Gal. IV. 23, 25.“
da ihm denn ein anders gewieſen/ was der“
glaube ſey Ebr. XI. Da er gefraget/ wodurch“
er heilig und gerecht wuͤrde? Reſp. durch“
CHriſtum.
Quæſt. wie er CHriſtum erlan-“
ge? Reſp. durch den glauben. Quæſt.
woher er den glauben haͤtte? Reſp. durch“
das lebendige wort GOttes.
Quæſt.
Ob denn nicht Paulus dem gehoͤr des gepre-„Gehoͤr des
worts.

digten wortes zuſchreibe/ daß dadurch der“
glaube herkomme? Reſp. Erkoͤnte daheim“
eben das leſen/ das wir predigten.

Darauff aber das dictum Pauli Rom. X. Fi-“
des ex auditu
neben andern ſpruͤchen ſehr ur-“
gi
rt worden. Hat er auch duͤrffen ſagen:„Und der
heiligen
Schrifft.

Verflucht iſt/ der ein ander buch hat“
und lieſet dann die Bibel.

22. Hernach referirt das Miniſterium von11. Me-
then.

Ezechiel Methen/ daß er ſie erſtlich bey der ver-
hoͤr alſo gegruͤſſet: Die Herrn ſeyen gegruͤſ-
ſet in dem namen des lebendigen und kꝛaͤff-
tigen worts JEſu CHriſti in mir/ meines
getreuen vorfechters wieder alle hoͤlliſche
und
Belialiſche waffen und luͤſte. Da man
ihm aber den gruß zu wiederholen befohlen/ hat
ers gethan/ und der Superintendens hat ihm ge-
antwortet: Jſt dieſer gruß gut gemeint/ ſo
nehmen wir ihn an. Jſt er aber nicht gut
gemeint/ ſo fahre er wieder euch.
Reſp.
Meth. So komme unſer friede wieder zu
uns/ weil ihr euch deſſelben ſelbſt un-
wuͤrdig achtet.
Und als der Superintendens
ferner gefraget/ warum er nicht zu dem naͤchſten
vorbeſcheid gekommen/ hat er geantwortet/
GOtt haͤtte es nicht haben wollen ꝛc. Die
uͤbrigen fragen und antworten kommen faſt mit
den vorigen uͤberein: Seine mutter hat eben-

fals
E 3
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0049" n="37"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">und Ezechiel Methen.</hi></fw><lb/><cb/><note place="left">Jahr<lb/><hi rendition="#aq">MDC.</hi><lb/>
biß<lb/><hi rendition="#aq">MDCC.</hi></note><hi rendition="#fr">re &#x017F;chwermerey &#x017F;o wol in der Stadt als<lb/>
auff dem lande auszubreiten &#x017F;ich unter-<lb/>
&#x017F;tehen. Weil nun dem al&#x017F;o/ als getro&#x0364;-<lb/>
&#x017F;ten wir uns zu E. E. A. inma&#x017F;&#x017F;en wir<lb/>
denn hiemit drum bitten/ &#x017F;ie werden &#x017F;ich<lb/>
der reinen lehre GOttes/ de&#x017F;&#x017F;elben</hi><hi rendition="#aq">Mi-<lb/>
ni&#x017F;terii,</hi><hi rendition="#fr">wie auch un&#x017F;e&#xA75B;t&#xA75B;eulich annehmen<lb/>
und auff wege dencken.</hi> Dabey bitten<lb/><note place="left">Bitten<lb/><hi rendition="#aq">Commi&#x017F;&#x017F;i-<lb/>
on</hi> aus/</note>die Prediger um drey <hi rendition="#aq">Commi&#x017F;&#x017F;ari</hi>en aus dem<lb/>
Rath/ neben welchen &#x017F;ie die&#x017F;e drey neue &#x017F;chwer-<lb/>
meri&#x017F;che So&#x0364;nderlinge verho&#x0364;ren wolt&#x1EBD;. Darauf<lb/>
folget eine <hi rendition="#aq">relation</hi> der Prediger von die&#x017F;er ver-<lb/>
ho&#x0364;r/ &#x017F;o am 15. <hi rendition="#aq">&#x017F;ept.</hi> ge&#x017F;chehen/ und zwar er&#x017F;t-<lb/><note place="left">und verho&#x0364;-<lb/>
ren<lb/>
1. <hi rendition="#aq">Grego-<lb/>
tit</hi>&#x017F;chen.</note>lich von <hi rendition="#aq">Gregotit</hi>&#x017F;chen/ von welchem die er&#x017F;ten<lb/>
11. <hi rendition="#aq">punct</hi>e al&#x017F;o <hi rendition="#aq">referir</hi>et werden.</p><lb/>
          <p>&#x201E;21. Da ihm fu&#x0364;rgehalten/ wie er &#x017F;ich &#x017F;on-<lb/>
&#x201E;derlicher offenbarungen ru&#x0364;hmete/ hat er un-<lb/>
&#x201E;ter den reden des Herrn <hi rendition="#aq">Superintenden</hi>ten<lb/>
&#x201E;deutlich ge&#x017F;agt/ <hi rendition="#fr">Ja <hi rendition="#g">GOTT</hi> lob!</hi> hat fer-<lb/>
&#x201E;ner in &#x017F;einer antwort ge&#x017F;agt: <hi rendition="#fr">Er wolte<lb/>
&#x201E;gern zu uns in die kirche gehen/ wenn<lb/>
&#x201E;wir Gottes wort predigten/ und Chri-</hi><lb/><note place="left">Welcher<lb/>
wider &#x017F;ie<lb/>
hefftig re-<lb/>
det.</note><hi rendition="#fr">&#x201E;&#x017F;ti diener wa&#x0364;ren.</hi> Da er nun weiter gefra-<lb/>
&#x201E;get: ob wir dann nicht Chri&#x017F;ti diener wa&#x0364;-<lb/>
&#x201E;ren? hat er &#x017F;ich zur meinung nein erkla&#x0364;ret/<lb/>
&#x201E;und da es ihn der Herr <hi rendition="#aq">Superintendens</hi> hat<lb/>
&#x201E;bewei&#x017F;en hei&#x017F;&#x017F;en/ hat er ge&#x017F;agt: Ja/ gebt mir<lb/>
&#x201E;nur die Bibel her. &#x2014; Da hat er das er-<lb/>
&#x201E;&#x017F;te capitel Johannis aufge&#x017F;chlagen/ und mit<lb/>
&#x201E;hefftigen worten <hi rendition="#aq">urgi</hi>ret/ ihm da&#x017F;&#x017F;elbige zu er-<lb/>
&#x201E;kla&#x0364;ren. Und ob ihm wol darauf geantwor-<lb/>
&#x201E;tet/ das ha&#x0364;tten wir offt in der kirchen erkla&#x0364;-<lb/>
&#x201E;ret/ &#x017F;o hat er doch mit unge&#x017F;tu&#x0364;m angehalten/<lb/>
&#x201E;mit vorwendung/ er ha&#x0364;tte es nicht geho&#x0364;ret.<lb/>
&#x201E;<hi rendition="#aq">Re&#x017F;p.</hi> die &#x017F;chuld wa&#x0364;re &#x017F;ein/ daß er dazu nicht<lb/>
&#x201E;kommen. Darauf hats der Herr <hi rendition="#aq">Superinten-<lb/>
&#x201E;dens</hi> fu&#x0364;rgenom&#x0303;en/ und gele&#x017F;en/ darauf dann<lb/>
&#x201E;erkla&#x0364;ret/ daß Johannes von dem we&#x017F;entlichen<lb/><note place="left">Und von<lb/>
CHri&#x017F;ti<lb/>
men&#x017F;ch-<lb/>
werdung<lb/>
in uns.</note>&#x201E;wort Gottes rede/ es &#x017F;ey flei&#x017F;ch worden/ Gott<lb/>
&#x201E;&#x017F;ey men&#x017F;ch worden/ und habe unter uns ge-<lb/>
&#x201E;wohnet. Da er das wo&#x0364;rtlein <hi rendition="#fr">unter uns</hi> als<lb/>
&#x201E;fal&#x017F;ch <hi rendition="#aq">verti</hi>ret angefochten/ vermeinend die<lb/>
&#x201E;<hi rendition="#aq">e&#x017F;&#x017F;entialem inhabitationem</hi> Chri&#x017F;ti zu er&#x017F;trei-<lb/>
&#x201E;ten/ und was man die&#x017F;em verdu&#x0364;&#x017F;terten men-<lb/>
&#x201E;&#x017F;chen ge&#x017F;agt/ hat alles bey ihm nicht gelten<lb/>
&#x201E;wollen/ &#x017F;ondern auf das &#x1F10;&#x03BD; &#x1F21;&#x03BC;&#x1FD6;&#x03BD; gedrung&#x0113;/ dar-<lb/>
&#x201E;auff hat der Her&#xA75B; <hi rendition="#aq">Superintend.</hi> angefangen <hi rendition="#aq">de<lb/>
&#x201E;quatuor modis præ&#x017F;entiæ Dei,</hi> und er&#x017F;tlich er-<lb/>
&#x201E;zehlet <hi rendition="#aq">præ&#x017F;entiam es&#x017F;entialem P&#x017F;. CXXXIX.<lb/>
&#x201E;Jer. XXIII.</hi> die&#x017F;e &#x017F;ey nicht eine ur&#x017F;ach un&#x017F;erer &#x017F;e-<lb/>
&#x201E;ligkeit/ denn &#x017F;ie &#x017F;ey <hi rendition="#aq">ignis con&#x017F;umens:</hi> &#x017F;on&#x017F;t<lb/>
&#x201E;mu&#x0364;&#x017F;ten fromme und gottlo&#x017F;e/ och&#x017F;en/ ku&#x0364;he &#xA75B;c.<lb/>
&#x201E;&#x017F;elig werden. Damit <hi rendition="#aq">Gregotit</hi>&#x017F;ch <hi rendition="#aq">ad ab&#x017F;ur-<lb/>
&#x201E;dum &amp; impo&#x017F;&#x017F;ibile</hi> derma&#x017F;&#x017F;en <hi rendition="#aq">redigi</hi>rt wor-<lb/>
&#x201E;den/ daß er nichts zu antworten gewu&#x017F;t/ der<lb/>
&#x201E;als ein fechter &#x017F;olche &#x017F;achen nicht ver&#x017F;tanden.<lb/>
&#x201E;2. <hi rendition="#aq">præ&#x017F;entiam per&#x017F;onalem, quæ &#x017F;oli CHri&#x017F;to<lb/>
&#x201E;tribuitur Col. II. 3. præ&#x017F;entiam &#x017F;acramenta-<lb/>
&#x201E;lem. 4. &#x017F;ingularem &amp; gratio&#x017F;am, quæ in piis<lb/>
&#x201E;per fidem habitat. Joh. XIV.</hi> Aber die&#x017F;er erkla&#x0364;-<lb/>
&#x201E;rung ungeachet i&#x017F;t der <hi rendition="#aq">Gregotit</hi>&#x017F;ch auff dem &#x1F72;&#x03BD;<lb/>
&#x1F75;&#x03BC;&#x03AF;&#x03BD; be&#x017F;tanden/ da &#x017F;tu&#x0364;nde es/ <hi rendition="#fr">und wohnet in</hi><lb/><note place="left">Von dem<lb/>
unkra&#x0364;ffti-<lb/>
gen predi-<lb/>
gen.</note><hi rendition="#fr">&#x201E;uns.</hi> Hierauff i&#x017F;t er wieder auff die vorige<lb/>
&#x201E;la&#x0364;&#x017F;terung kommen/ daß wir nicht CHri&#x017F;ti die-<lb/>
&#x201E;ner wa&#x0364;ren/ und &#x017F;olches aus die&#x017F;en ur&#x017F;achen/<lb/>
&#x201E;1. <hi rendition="#fr">wir predigten nicht GOttes wort/</hi><lb/>
&#x201E;da er denn <hi rendition="#aq">captio&#x017F;è verbum e&#x017F;&#x017F;entiale</hi> ver&#x017F;tan-<lb/>
&#x201E;den. 2. <hi rendition="#fr">weil bey un&#x017F;erm wort keine krafft<lb/>
&#x201E;wa&#x0364;re;</hi> darauff ihm geantwortet worden/ <hi rendition="#aq">di&#x017F;-<lb/>
&#x201E;cernendo inter verbum e&#x017F;&#x017F;entiale &amp; vocale,<lb/><cb/>
&amp; inter ip&#x017F;um quod per &#x017F;e potens Rom. I. &amp; in-&#x201E;</hi><note place="right">Jahr<lb/><hi rendition="#aq">MDC.</hi><lb/>
biß<lb/><hi rendition="#aq">MDCC.</hi></note><lb/><hi rendition="#aq">ter auditorum contumaciam, quibus verbum&#x201C;<lb/>
vitæ fiat odor mortis ad mortem 2. Cor. I.</hi>&#x201C;<lb/>
Darauff <hi rendition="#aq">Gregotit</hi>&#x017F;ch/ daß wir nicht CHri&#x017F;ti&#x201C;<lb/>
diener wa&#x0364;ren vors 3. erwei&#x017F;en wollen/ <hi rendition="#fr">weil&#x201C;<lb/>
wir un&#x017F;erm beka&#x0364;ntniß nach &#x017F;u&#x0364;ndigten/&#x201C;<lb/>
wer aber &#x017F;u&#x0364;nde thue/ der &#x017F;ey vom teufel/&#x201C;<lb/>
&#x017F;o ko&#x0364;nne ja CHri&#x017F;tus und</hi> <hi rendition="#aq">Belial</hi> <hi rendition="#fr">nicht&#x201C;<lb/>
u&#x0364;berein&#x017F;timmen &#xA75B;c.</hi> Darauff geantwor-&#x201C;<lb/>
tet 1. <hi rendition="#aq">per conce&#x017F;&#x017F;ionem,</hi> wir &#x017F;eyn ja zwar &#x017F;u&#x0364;n-&#x201C;<lb/>
der/ aber nicht anders als <hi rendition="#aq">Paulus Rom. VII.</hi>&#x201C;<lb/>
und <hi rendition="#aq">Joh. I. 2. per di&#x017F;tinctionem peccatorum&#x201C;<lb/>
regnantium &amp; adhærentium ex Rom. VI.</hi>&#x201C;<lb/>
7. 8. Auff die frage/ ob er denn nicht ein &#x017F;u&#x0364;n-&#x201E;<note place="right">Von der<lb/>
vollkom-<lb/>
menheit.</note><lb/>
der &#x017F;ey? i&#x017F;t der fechter fa&#x017F;t unbe&#x017F;ta&#x0364;ndig gewe-&#x201C;<lb/>
&#x017F;en/ bald nein ge&#x017F;agt/ bald fu&#x0364;rgegeben/ <hi rendition="#fr">er &#x017F;ey&#x201C;<lb/>
zwar noch nicht vollkommen/ er &#x017F;trebe&#x201C;<lb/>
aber darnach.</hi> Und da man ihm mit dem&#x201C;<lb/>
Vater un&#x017F;er begegnete/ hat er ge&#x017F;agt/ <hi rendition="#fr">das&#x201C;<lb/>
Vater un&#x017F;er ha&#x0364;tte CHri&#x017F;tus fu&#x0364;r &#x017F;eine&#x201C;<lb/>
Ju&#x0364;nger ge&#x017F;tellt/ da &#x017F;ie aber wa&#x0364;ren voll-&#x201C;<lb/>
kommen worden/ ha&#x0364;tten &#x017F;ie es nicht&#x201C;<lb/>
mehr bedurfft.</hi> Ferner i&#x017F;t von un&#x017F;erer ge-&#x201C;<lb/>
rechtigkeit/ die fu&#x0364;r GOtt gilt/ gehandelt wor-&#x201C;<lb/>
den. Da vom Her&#xA75B;n <hi rendition="#aq">Superintend.</hi> eine aus-&#x201C;<lb/>
fu&#x0364;hrliche erkla&#x0364;rung gethan worden <hi rendition="#aq">de ju&#x017F;titia&#x201C;<lb/>
Chri&#x017F;ti per fidem nobis imputata: item, de&#x201C;<lb/>
ju&#x017F;titia inchoata, quam explicationem per-&#x201C;<lb/>
ver&#x017F;us ille pugil Gregotianus pervertit atque&#x201C;<lb/>
&#x017F;ini&#x017F;terrimè intellexit.</hi> Da man <hi rendition="#aq">Gregotit</hi>&#x017F;ch&#x201C;<lb/>
um den glauben gefraget/ was er &#x017F;ey? hat er ge-&#x201E;<note place="right">Vom<lb/>
glauben.</note><lb/>
antwortet <hi rendition="#fr">CHri&#x017F;tus &#x017F;ey der glaube/</hi> und&#x201C;<lb/>
&#x017F;olches zu erwei&#x017F;en vermeinet <hi rendition="#aq">Gal. IV.</hi> 23, 25.&#x201C;<lb/>
da ihm denn ein anders gewie&#x017F;en/ was der&#x201C;<lb/>
glaube &#x017F;ey <hi rendition="#aq">Ebr. XI.</hi> Da er gefraget/ wodurch&#x201C;<lb/>
er heilig und gerecht wu&#x0364;rde? <hi rendition="#aq">Re&#x017F;p.</hi> <hi rendition="#fr">durch&#x201C;<lb/>
CHri&#x017F;tum.</hi> <hi rendition="#aq">Quæ&#x017F;t.</hi> wie er CHri&#x017F;tum erlan-&#x201C;<lb/>
ge? <hi rendition="#aq">Re&#x017F;p.</hi> <hi rendition="#fr">durch den glauben.</hi> <hi rendition="#aq">Quæ&#x017F;t.</hi>&#x201C;<lb/>
woher er den glauben ha&#x0364;tte? <hi rendition="#aq">Re&#x017F;p.</hi> <hi rendition="#fr">durch&#x201C;<lb/>
das lebendige wort GOttes.</hi> <hi rendition="#aq">Quæ&#x017F;t.</hi>&#x201C;<lb/>
Ob denn nicht <hi rendition="#aq">Paulus</hi> dem geho&#x0364;r des gepre-&#x201E;<note place="right">Geho&#x0364;r des<lb/>
worts.</note><lb/>
digten wortes zu&#x017F;chreibe/ daß dadurch der&#x201C;<lb/>
glaube herkomme? <hi rendition="#aq">Re&#x017F;p.</hi> <hi rendition="#fr">Erko&#x0364;nte daheim&#x201C;<lb/>
eben das le&#x017F;en/ das wir predigten.</hi>&#x201C;<lb/>
Darauff aber das <hi rendition="#aq">dictum Pauli Rom. X. Fi-&#x201C;<lb/>
des ex auditu</hi> neben andern &#x017F;pru&#x0364;chen &#x017F;ehr <hi rendition="#aq">ur-&#x201C;<lb/>
gi</hi>rt worden. Hat er auch du&#x0364;rffen &#x017F;agen:&#x201E;<note place="right">Und der<lb/>
heiligen<lb/>
Schrifft.</note><lb/><hi rendition="#fr">Verflucht i&#x017F;t/ der ein ander buch hat&#x201C;<lb/>
und lie&#x017F;et dann die Bibel.</hi></p><lb/>
          <p>22. Hernach <hi rendition="#aq">referi</hi>rt das <hi rendition="#aq">Mini&#x017F;terium</hi> von<note place="right">11. Me-<lb/>
then.</note><lb/>
Ezechiel Methen/ daß er &#x017F;ie er&#x017F;tlich bey der ver-<lb/>
ho&#x0364;r al&#x017F;o gegru&#x0364;&#x017F;&#x017F;et: <hi rendition="#fr">Die Herrn &#x017F;eyen gegru&#x0364;&#x017F;-<lb/>
&#x017F;et in dem namen des lebendigen und k&#xA75B;a&#x0364;ff-<lb/>
tigen worts JE&#x017F;u CHri&#x017F;ti in mir/ meines<lb/>
getreuen vorfechters wieder alle ho&#x0364;lli&#x017F;che<lb/>
und</hi> <hi rendition="#aq">Beliali</hi><hi rendition="#fr">&#x017F;che waffen und lu&#x0364;&#x017F;te.</hi> Da man<lb/>
ihm aber den gruß zu wiederholen befohlen/ hat<lb/>
ers gethan/ und der <hi rendition="#aq">Superintendens</hi> hat ihm ge-<lb/>
antwortet: <hi rendition="#fr">J&#x017F;t die&#x017F;er gruß gut gemeint/ &#x017F;o<lb/>
nehmen wir ihn an. J&#x017F;t er aber nicht gut<lb/>
gemeint/ &#x017F;o fahre er wieder euch.</hi> <hi rendition="#aq">Re&#x017F;p.</hi><lb/>
Meth. <hi rendition="#fr">So komme un&#x017F;er friede wieder zu<lb/>
uns/ weil ihr euch de&#x017F;&#x017F;elben &#x017F;elb&#x017F;t un-<lb/>
wu&#x0364;rdig achtet.</hi> Und als der <hi rendition="#aq">Superintendens</hi><lb/>
ferner gefraget/ warum er nicht zu dem na&#x0364;ch&#x017F;ten<lb/>
vorbe&#x017F;cheid gekommen/ hat er geantwortet/<lb/><hi rendition="#fr">GOtt ha&#x0364;tte es nicht haben wollen</hi> &#xA75B;c. Die<lb/>
u&#x0364;brigen fragen und antworten kommen fa&#x017F;t mit<lb/>
den vorigen u&#x0364;berein: Seine mutter hat eben-<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">E 3</fw><fw place="bottom" type="catch">fals</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[37/0049] und Ezechiel Methen. re ſchwermerey ſo wol in der Stadt als auff dem lande auszubreiten ſich unter- ſtehen. Weil nun dem alſo/ als getroͤ- ſten wir uns zu E. E. A. inmaſſen wir denn hiemit drum bitten/ ſie werden ſich der reinen lehre GOttes/ deſſelben Mi- niſterii, wie auch unſeꝛtꝛeulich annehmen und auff wege dencken. Dabey bitten die Prediger um drey Commiſſarien aus dem Rath/ neben welchen ſie dieſe drey neue ſchwer- meriſche Soͤnderlinge verhoͤren woltẽ. Darauf folget eine relation der Prediger von dieſer ver- hoͤr/ ſo am 15. ſept. geſchehen/ und zwar erſt- lich von Gregotitſchen/ von welchem die erſten 11. puncte alſo referiret werden. Jahr MDC. biß MDCC. Bitten Commiſſi- on aus/ und verhoͤ- ren 1. Grego- titſchen. „21. Da ihm fuͤrgehalten/ wie er ſich ſon- „derlicher offenbarungen ruͤhmete/ hat er un- „ter den reden des Herrn Superintendenten „deutlich geſagt/ Ja GOTT lob! hat fer- „ner in ſeiner antwort geſagt: Er wolte „gern zu uns in die kirche gehen/ wenn „wir Gottes wort predigten/ und Chri- „ſti diener waͤren. Da er nun weiter gefra- „get: ob wir dann nicht Chriſti diener waͤ- „ren? hat er ſich zur meinung nein erklaͤret/ „und da es ihn der Herr Superintendens hat „beweiſen heiſſen/ hat er geſagt: Ja/ gebt mir „nur die Bibel her. — Da hat er das er- „ſte capitel Johannis aufgeſchlagen/ und mit „hefftigen worten urgiret/ ihm daſſelbige zu er- „klaͤren. Und ob ihm wol darauf geantwor- „tet/ das haͤtten wir offt in der kirchen erklaͤ- „ret/ ſo hat er doch mit ungeſtuͤm angehalten/ „mit vorwendung/ er haͤtte es nicht gehoͤret. „Reſp. die ſchuld waͤre ſein/ daß er dazu nicht „kommen. Darauf hats der Herr Superinten- „dens fuͤrgenom̃en/ und geleſen/ darauf dann „erklaͤret/ daß Johannes von dem weſentlichen „wort Gottes rede/ es ſey fleiſch worden/ Gott „ſey menſch worden/ und habe unter uns ge- „wohnet. Da er das woͤrtlein unter uns als „falſch vertiret angefochten/ vermeinend die „eſſentialem inhabitationem Chriſti zu erſtrei- „ten/ und was man dieſem verduͤſterten men- „ſchen geſagt/ hat alles bey ihm nicht gelten „wollen/ ſondern auf das ἐν ἡμῖν gedrungē/ dar- „auff hat der Herꝛ Superintend. angefangen de „quatuor modis præſentiæ Dei, und erſtlich er- „zehlet præſentiam esſentialem Pſ. CXXXIX. „Jer. XXIII. dieſe ſey nicht eine urſach unſerer ſe- „ligkeit/ denn ſie ſey ignis conſumens: ſonſt „muͤſten fromme und gottloſe/ ochſen/ kuͤhe ꝛc. „ſelig werden. Damit Gregotitſch ad abſur- „dum & impoſſibile dermaſſen redigirt wor- „den/ daß er nichts zu antworten gewuſt/ der „als ein fechter ſolche ſachen nicht verſtanden. „2. præſentiam perſonalem, quæ ſoli CHriſto „tribuitur Col. II. 3. præſentiam ſacramenta- „lem. 4. ſingularem & gratioſam, quæ in piis „per fidem habitat. Joh. XIV. Aber dieſer erklaͤ- „rung ungeachet iſt der Gregotitſch auff dem ὲν ήμίν beſtanden/ da ſtuͤnde es/ und wohnet in „uns. Hierauff iſt er wieder auff die vorige „laͤſterung kommen/ daß wir nicht CHriſti die- „ner waͤren/ und ſolches aus dieſen urſachen/ „1. wir predigten nicht GOttes wort/ „da er denn captioſè verbum eſſentiale verſtan- „den. 2. weil bey unſerm wort keine krafft „waͤre; darauff ihm geantwortet worden/ diſ- „cernendo inter verbum eſſentiale & vocale, & inter ipſum quod per ſe potens Rom. I. & in-„ ter auditorum contumaciam, quibus verbum“ vitæ fiat odor mortis ad mortem 2. Cor. I.“ Darauff Gregotitſch/ daß wir nicht CHriſti“ diener waͤren vors 3. erweiſen wollen/ weil“ wir unſerm bekaͤntniß nach ſuͤndigten/“ wer aber ſuͤnde thue/ der ſey vom teufel/“ ſo koͤnne ja CHriſtus und Belial nicht“ uͤbereinſtimmen ꝛc. Darauff geantwor-“ tet 1. per conceſſionem, wir ſeyn ja zwar ſuͤn-“ der/ aber nicht anders als Paulus Rom. VII.“ und Joh. I. 2. per diſtinctionem peccatorum“ regnantium & adhærentium ex Rom. VI.“ 7. 8. Auff die frage/ ob er denn nicht ein ſuͤn-„ der ſey? iſt der fechter faſt unbeſtaͤndig gewe-“ ſen/ bald nein geſagt/ bald fuͤrgegeben/ er ſey“ zwar noch nicht vollkommen/ er ſtrebe“ aber darnach. Und da man ihm mit dem“ Vater unſer begegnete/ hat er geſagt/ das“ Vater unſer haͤtte CHriſtus fuͤr ſeine“ Juͤnger geſtellt/ da ſie aber waͤren voll-“ kommen worden/ haͤtten ſie es nicht“ mehr bedurfft. Ferner iſt von unſerer ge-“ rechtigkeit/ die fuͤr GOtt gilt/ gehandelt wor-“ den. Da vom Herꝛn Superintend. eine aus-“ fuͤhrliche erklaͤrung gethan worden de juſtitia“ Chriſti per fidem nobis imputata: item, de“ juſtitia inchoata, quam explicationem per-“ verſus ille pugil Gregotianus pervertit atque“ ſiniſterrimè intellexit. Da man Gregotitſch“ um den glauben gefraget/ was er ſey? hat er ge-„ antwortet CHriſtus ſey der glaube/ und“ ſolches zu erweiſen vermeinet Gal. IV. 23, 25.“ da ihm denn ein anders gewieſen/ was der“ glaube ſey Ebr. XI. Da er gefraget/ wodurch“ er heilig und gerecht wuͤrde? Reſp. durch“ CHriſtum. Quæſt. wie er CHriſtum erlan-“ ge? Reſp. durch den glauben. Quæſt.“ woher er den glauben haͤtte? Reſp. durch“ das lebendige wort GOttes. Quæſt.“ Ob denn nicht Paulus dem gehoͤr des gepre-„ digten wortes zuſchreibe/ daß dadurch der“ glaube herkomme? Reſp. Erkoͤnte daheim“ eben das leſen/ das wir predigten.“ Darauff aber das dictum Pauli Rom. X. Fi-“ des ex auditu neben andern ſpruͤchen ſehr ur-“ girt worden. Hat er auch duͤrffen ſagen:„ Verflucht iſt/ der ein ander buch hat“ und lieſet dann die Bibel. Welcher wider ſie hefftig re- det. Und von CHriſti menſch- werdung in uns. Von dem unkraͤffti- gen predi- gen. Jahr MDC. biß MDCC. Von der vollkom- menheit. Vom glauben. Gehoͤr des worts. Und der heiligen Schrifft. 22. Hernach referirt das Miniſterium von Ezechiel Methen/ daß er ſie erſtlich bey der ver- hoͤr alſo gegruͤſſet: Die Herrn ſeyen gegruͤſ- ſet in dem namen des lebendigen und kꝛaͤff- tigen worts JEſu CHriſti in mir/ meines getreuen vorfechters wieder alle hoͤlliſche und Belialiſche waffen und luͤſte. Da man ihm aber den gruß zu wiederholen befohlen/ hat ers gethan/ und der Superintendens hat ihm ge- antwortet: Jſt dieſer gruß gut gemeint/ ſo nehmen wir ihn an. Jſt er aber nicht gut gemeint/ ſo fahre er wieder euch. Reſp. Meth. So komme unſer friede wieder zu uns/ weil ihr euch deſſelben ſelbſt un- wuͤrdig achtet. Und als der Superintendens ferner gefraget/ warum er nicht zu dem naͤchſten vorbeſcheid gekommen/ hat er geantwortet/ GOtt haͤtte es nicht haben wollen ꝛc. Die uͤbrigen fragen und antworten kommen faſt mit den vorigen uͤberein: Seine mutter hat eben- fals 11. Me- then. E 3

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/arnold_ketzerhistorie02_1700
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/arnold_ketzerhistorie02_1700/49
Zitationshilfe: Arnold, Gottfried: Unpartheyische Kirchen- und Ketzer-Historie. Bd. 2 (T. 3/4). Frankfurt (Main), 1700, S. 37. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/arnold_ketzerhistorie02_1700/49>, abgerufen am 21.09.2020.