Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Arndt, Johann: Vom wahren Christenthumb. Bd. 2. Magdeburg, 1610.

Bild:
<< vorherige Seite

Was Busse thun hersse/
Ich sahe mich vmb/ Ich suchte vnter jh-
nen/ ob sich jemand zur Mawer machte/
vnnd wieder den Rieß stunde/ gegen mir
für das Land/ daß ichs nicht verderbte/
aber ich fand keinen. Darumb schüttet
Ich meinen Zorn vber sie/ vnd mit dem
Fewer meines Grimmes machte Ichs ein
ende vnd gab jhnen jhren Verdienst auff
jhren Kopffe.

Dan. 9.

Eine solche Mawer ist der Prophet
Daniel gewesen/ da er des gantzen Volckes
Sünde bekennet/ etc. Ein solch Bußfasten
beschreibt der Prophet Joel alhie/ da er
spricht: Blaset mit Posaunen zu Zion/ heili-
get eine Faste/ ruffet die Gemeine zusamen/
samlet die Eltesten/ heiliget das Volck/
bringet zusammen die jungen Kinder vnd
Seuglinge. Der Breutigam gehe aus
seiner Kammer/ vnd die Braut auß jh-
Beschrei-
bung des
allgemei-
nen Fa-
s[t]e[n]s.
rem Gemach. Last die Priester des HEr-
ren weinen vnd sagen: Herr/ schone
deines Volckes/ vnd laß dein Erbe nicht
zu schanden werden.

Solches Fasten sol dem gantzen Volck
ein grosser ernst sein ohne alle Heucheley.

Dann

Was Buſſe thun herſſe/
Ich ſahe mich vmb/ Ich ſuchte vnter jh-
nen/ ob ſich jemand zur Mawer machte/
vnnd wieder den Rieß ſtunde/ gegen mir
fuͤr das Land/ daß ichs nicht verderbte/
aber ich fand keinen. Darumb ſchuͤttet
Ich meinen Zorn vber ſie/ vnd mit dem
Fewer meines Grimmes machte Ichs ein
ende vnd gab jhnen jhren Verdienſt auff
jhren Kopffe.

Dan. 9.

Eine ſolche Mawer iſt der Prophet
Daniel geweſen/ da er des gantzẽ Volckes
Suͤnde bekennet/ ꝛc. Ein ſolch Bußfaſten
beſchreibt der Prophet Joel alhie/ da er
ſpricht: Blaſet mit Poſaunẽ zu Zion/ heili-
get eine Faſte/ ruffet die Gemeine zuſamẽ/
ſamlet die Elteſten/ heiliget das Volck/
bringet zuſammen die jungen Kinder vnd
Seuglinge. Der Breutigam gehe aus
ſeiner Kammer/ vnd die Braut auß jh-
Beſchrei-
bung des
allgemei-
nen Fa-
ſ[t]e[n]s.
rem Gemach. Laſt die Prieſter des HEr-
ren weinen vnd ſagen: Herr/ ſchone
deines Volckes/ vnd laß dein Erbe nicht
zu ſchanden werden.

Solches Faſten ſol dem gantzen Volck
ein groſſer ernſt ſein ohne alle Heucheley.

Dann
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0148" n="124"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Was Bu&#x017F;&#x017F;e thun her&#x017F;&#x017F;e/</hi></fw><lb/>
Ich &#x017F;ahe mich vmb/ Ich &#x017F;uchte vnter jh-<lb/>
nen/ ob &#x017F;ich jemand zur Mawer machte/<lb/>
vnnd wieder den Rieß &#x017F;tunde/ gegen mir<lb/>
fu&#x0364;r das Land/ daß ichs nicht verderbte/<lb/>
aber ich fand keinen. Darumb &#x017F;chu&#x0364;ttet<lb/>
Ich meinen Zorn vber &#x017F;ie/ vnd mit dem<lb/>
Fewer meines Grimmes machte Ichs ein<lb/>
ende vnd gab jhnen jhren Verdien&#x017F;t auff<lb/>
jhren Kopffe.</p><lb/>
          <note place="left">Dan. 9.</note>
          <p>Eine &#x017F;olche Mawer i&#x017F;t der Prophet<lb/>
Daniel gewe&#x017F;en/ da er des gantze&#x0303; Volckes<lb/>
Su&#x0364;nde bekennet/ &#xA75B;c. Ein &#x017F;olch Bußfa&#x017F;ten<lb/>
be&#x017F;chreibt der Prophet Joel alhie/ da er<lb/>
&#x017F;pricht: Bla&#x017F;et mit Po&#x017F;aune&#x0303; zu Zion/ heili-<lb/>
get eine Fa&#x017F;te/ ruffet die Gemeine zu&#x017F;ame&#x0303;/<lb/>
&#x017F;amlet die Elte&#x017F;ten/ heiliget das Volck/<lb/>
bringet zu&#x017F;ammen die jungen Kinder vnd<lb/>
Seuglinge. Der Breutigam gehe aus<lb/>
&#x017F;einer Kammer/ vnd die Braut auß jh-<lb/><note place="left">Be&#x017F;chrei-<lb/>
bung des<lb/>
allgemei-<lb/>
nen Fa-<lb/>
&#x017F;<supplied>t</supplied>e<supplied>n</supplied>s.</note>rem Gemach. La&#x017F;t die Prie&#x017F;ter des HEr-<lb/>
ren weinen vnd &#x017F;agen: <hi rendition="#g"><hi rendition="#k">Herr</hi></hi>/ &#x017F;chone<lb/>
deines Volckes/ vnd laß dein Erbe nicht<lb/>
zu &#x017F;chanden werden.</p><lb/>
          <p>Solches Fa&#x017F;ten &#x017F;ol dem gantzen Volck<lb/>
ein gro&#x017F;&#x017F;er ern&#x017F;t &#x017F;ein ohne alle Heucheley.<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Dann</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[124/0148] Was Buſſe thun herſſe/ Ich ſahe mich vmb/ Ich ſuchte vnter jh- nen/ ob ſich jemand zur Mawer machte/ vnnd wieder den Rieß ſtunde/ gegen mir fuͤr das Land/ daß ichs nicht verderbte/ aber ich fand keinen. Darumb ſchuͤttet Ich meinen Zorn vber ſie/ vnd mit dem Fewer meines Grimmes machte Ichs ein ende vnd gab jhnen jhren Verdienſt auff jhren Kopffe. Eine ſolche Mawer iſt der Prophet Daniel geweſen/ da er des gantzẽ Volckes Suͤnde bekennet/ ꝛc. Ein ſolch Bußfaſten beſchreibt der Prophet Joel alhie/ da er ſpricht: Blaſet mit Poſaunẽ zu Zion/ heili- get eine Faſte/ ruffet die Gemeine zuſamẽ/ ſamlet die Elteſten/ heiliget das Volck/ bringet zuſammen die jungen Kinder vnd Seuglinge. Der Breutigam gehe aus ſeiner Kammer/ vnd die Braut auß jh- rem Gemach. Laſt die Prieſter des HEr- ren weinen vnd ſagen: Herr/ ſchone deines Volckes/ vnd laß dein Erbe nicht zu ſchanden werden. Beſchrei- bung des allgemei- nen Fa- ſtens. Solches Faſten ſol dem gantzen Volck ein groſſer ernſt ſein ohne alle Heucheley. Dann

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/arndt_christentum02_1610
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/arndt_christentum02_1610/148
Zitationshilfe: Arndt, Johann: Vom wahren Christenthumb. Bd. 2. Magdeburg, 1610, S. 124. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/arndt_christentum02_1610/148>, abgerufen am 26.09.2020.