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Adams, George: Versuch über die Electricität. Leipzig, 1785.

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Medicinische Elektricität.
ringste Merkmal einer Elektricität wahrnehmen; wenn er
sie aber in einer Entfernung von 5 - 6 Zoll ans Feuer
hielt, so wurden sie in kurzer Zeit stark elektrisch, und
noch stärker, wenn sie abkühlten. Diese Kugeln gaben
auch jederzeit, wenn sie erhitzt waren, an andere Körper
Elektricität ab, oder nahmen sie von ihnen an, je nach-
dem die in ihnen befindliche Elektricität positiv oder nega-
tiv war. Allzuöfteres Erwärmen verminderte ihre Kraft;
wenn man aber eine davon eine Woche lang unter Wasser
legte, so schadete ihr dies im geringsten nicht. Sie be-
hielten ihre Kraft auf sechs Jahre lang. Von dem Tur-
malin und vielen andern Edelsteinen ist ebenfalls bekannt,
daß sie durch Erwärmung elektrisch werden. Der Turma-
lin hat allemahl zugleich positive und negative Elektricität,
so, daß sich auf einer Seite die eine, auf der andern die ent-
gegengesetzte befindet. Man kann diese Elektricität sowohl
durch Reiben, als durch Erwärmen, ja sogar durch Ein-
senken des Steins in kochendes Wasser erregen.

204. Versuch.

Man isolire ein empsindliches Quecksilberthermome-
ter, und stelle die Kugel desselben zwischen zwo hölzerne
Kugeln, von denen die eine an den Conductor befestiget
ist, die andere aber mit der Erde in Verbindung steht,
so wird beym Durchgange der elektrischen Materie zwi-
schen beyden Kugeln das Quecksilber im Thermometer be-
trächtlich steigen. Bey einem Cylinder von 71/2 Zoll Durch-
messer, erhob die elektrische Materie, indem sie aus einer Ku-
gel von Lebensbaum in eine von Büchenholz übergieng, das
Quecksilber im Thermometer von 68° - 110°, und zum
2 tenmal bis 150°. Beym Uebergange aus einer Spitze von
Buchsbaum in eine von Lebensbaum stieg das Thermome-
ter von 68° - 85°; aus einer Spitze von Buchsbaum in eine
Kugel von Buchsbaum von 67° - 100°; aus einer Kugel
von Buchsbaum in eine messingne Spitze von 66° - 100°;
aus einer Kugel in die andere, wenn die Kugel des Ther-
mometers mit Flanell bedeckt war, von 69° - 100°.

Mediciniſche Elektricität.
ringſte Merkmal einer Elektricität wahrnehmen; wenn er
ſie aber in einer Entfernung von 5 – 6 Zoll ans Feuer
hielt, ſo wurden ſie in kurzer Zeit ſtark elektriſch, und
noch ſtärker, wenn ſie abkühlten. Dieſe Kugeln gaben
auch jederzeit, wenn ſie erhitzt waren, an andere Körper
Elektricität ab, oder nahmen ſie von ihnen an, je nach-
dem die in ihnen befindliche Elektricität poſitiv oder nega-
tiv war. Allzuöfteres Erwärmen verminderte ihre Kraft;
wenn man aber eine davon eine Woche lang unter Waſſer
legte, ſo ſchadete ihr dies im geringſten nicht. Sie be-
hielten ihre Kraft auf ſechs Jahre lang. Von dem Tur-
malin und vielen andern Edelſteinen iſt ebenfalls bekannt,
daß ſie durch Erwärmung elektriſch werden. Der Turma-
lin hat allemahl zugleich poſitive und negative Elektricität,
ſo, daß ſich auf einer Seite die eine, auf der andern die ent-
gegengeſetzte befindet. Man kann dieſe Elektricität ſowohl
durch Reiben, als durch Erwärmen, ja ſogar durch Ein-
ſenken des Steins in kochendes Waſſer erregen.

204. Verſuch.

Man iſolire ein empſindliches Queckſilberthermome-
ter, und ſtelle die Kugel deſſelben zwiſchen zwo hölzerne
Kugeln, von denen die eine an den Conductor befeſtiget
iſt, die andere aber mit der Erde in Verbindung ſteht,
ſo wird beym Durchgange der elektriſchen Materie zwi-
ſchen beyden Kugeln das Queckſilber im Thermometer be-
trächtlich ſteigen. Bey einem Cylinder von 7½ Zoll Durch-
meſſer, erhob die elektriſche Materie, indem ſie aus einer Ku-
gel von Lebensbaum in eine von Büchenholz übergieng, das
Queckſilber im Thermometer von 68° – 110°, und zum
2 tenmal bis 150°. Beym Uebergange aus einer Spitze von
Buchsbaum in eine von Lebensbaum ſtieg das Thermome-
ter von 68° – 85°; aus einer Spitze von Buchsbaum in eine
Kugel von Buchsbaum von 67° – 100°; aus einer Kugel
von Buchsbaum in eine meſſingne Spitze von 66° – 100°;
aus einer Kugel in die andere, wenn die Kugel des Ther-
mometers mit Flanell bedeckt war, von 69° – 100°.

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[197/0217] Mediciniſche Elektricität. ringſte Merkmal einer Elektricität wahrnehmen; wenn er ſie aber in einer Entfernung von 5 – 6 Zoll ans Feuer hielt, ſo wurden ſie in kurzer Zeit ſtark elektriſch, und noch ſtärker, wenn ſie abkühlten. Dieſe Kugeln gaben auch jederzeit, wenn ſie erhitzt waren, an andere Körper Elektricität ab, oder nahmen ſie von ihnen an, je nach- dem die in ihnen befindliche Elektricität poſitiv oder nega- tiv war. Allzuöfteres Erwärmen verminderte ihre Kraft; wenn man aber eine davon eine Woche lang unter Waſſer legte, ſo ſchadete ihr dies im geringſten nicht. Sie be- hielten ihre Kraft auf ſechs Jahre lang. Von dem Tur- malin und vielen andern Edelſteinen iſt ebenfalls bekannt, daß ſie durch Erwärmung elektriſch werden. Der Turma- lin hat allemahl zugleich poſitive und negative Elektricität, ſo, daß ſich auf einer Seite die eine, auf der andern die ent- gegengeſetzte befindet. Man kann dieſe Elektricität ſowohl durch Reiben, als durch Erwärmen, ja ſogar durch Ein- ſenken des Steins in kochendes Waſſer erregen. 204. Verſuch. Man iſolire ein empſindliches Queckſilberthermome- ter, und ſtelle die Kugel deſſelben zwiſchen zwo hölzerne Kugeln, von denen die eine an den Conductor befeſtiget iſt, die andere aber mit der Erde in Verbindung ſteht, ſo wird beym Durchgange der elektriſchen Materie zwi- ſchen beyden Kugeln das Queckſilber im Thermometer be- trächtlich ſteigen. Bey einem Cylinder von 7½ Zoll Durch- meſſer, erhob die elektriſche Materie, indem ſie aus einer Ku- gel von Lebensbaum in eine von Büchenholz übergieng, das Queckſilber im Thermometer von 68° – 110°, und zum 2 tenmal bis 150°. Beym Uebergange aus einer Spitze von Buchsbaum in eine von Lebensbaum ſtieg das Thermome- ter von 68° – 85°; aus einer Spitze von Buchsbaum in eine Kugel von Buchsbaum von 67° – 100°; aus einer Kugel von Buchsbaum in eine meſſingne Spitze von 66° – 100°; aus einer Kugel in die andere, wenn die Kugel des Ther- mometers mit Flanell bedeckt war, von 69° – 100°.

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Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte: Bereitstellung der Texttranskription. (2013-06-18T11:17:52Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Elena Kirillova: Bearbeitung der digitalen Edition. (2013-06-18T11:17:52Z)
Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-06-18T11:17:52Z)

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Zitationshilfe: Adams, George: Versuch über die Electricität. Leipzig, 1785, S. 197. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/adams_elektricitaet_1785/217>, abgerufen am 28.10.2020.