Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Dach, Simon: Christlicher Trost Welchen Bey frühzeitigem und kläglichem wiewol seligem Ableiben Der ... Fr. Catharinen Hawestättin/ Des ... Herrn Michael Eberts ... HaußFrawen. Königsberg, 1657.

Bild:
<< vorherige Seite
Wo ist nun ihre Freundlicheit?
Vnd ihrer reinen Vnschuld Kleid?
Wo ihre Zucht in den Geberden?
Gehört die Tugend auch der Erden?
Wo ewre Hoffnung und Genieß?
War sie euch nicht ein Paradieß?
Ein reicher Marckt der süssen Frewden?
Ein grosser Trost in allem Leiden?
Ja ewer bester Wunsch und Wahn?
Hätt' es wer erst euch kunt gethan
Sie würd' euch bleiben in den Wochen?
Wie hättet ihr ihm wiedersprochen/
Auff ihn getragen Zorn und Haß.
Wir halten sonst nicht wol das Maß/
Die Vngedult muß offt erscheinen
Geschweig in dem Verlust der Seinen.
Vieleicht strafft ihr den Höchsten wol
Der doch ist aller Vnschuld vol
Vnd möchtet auch mit ihm wol rechten
Wenn ihr nur köntet oder fechten.
Bedencket aber wer ihr seyd
Ein Bild der schnöden Eitelkeit
Gleich
Wo iſt nun ihre Freundlicheit?
Vnd ihrer reinen Vnſchuld Kleid?
Wo ihre Zucht in den Geberden?
Gehoͤrt die Tugend auch der Erden?
Wo ewre Hoffnung und Genieß?
War ſie euch nicht ein Paradieß?
Ein reicher Marckt der suͤſſen Frewden?
Ein groſſer Trost in allem Leiden?
Ja ewer beſter Wunſch und Wahn?
Haͤtt' es wer erſt euch kunt gethan
Sie wuͤrd' euch bleiben in den Wochen?
Wie haͤttet ihr ihm wiederſprochen/
Auff ihn getragen Zorn und Haß.
Wir halten ſonſt nicht wol das Maß/
Die Vngedult muß offt erſcheinen
Geſchweig in dem Verluſt der Seinen.
Vieleicht ſtrafft ihr den Hoͤchſten wol
Der doch iſt aller Vnſchuld vol
Vnd moͤchtet auch mit ihm wol rechten
Wenn ihr nur koͤntet oder fechten.
Bedencket aber wer ihr ſeyd
Ein Bild der ſchnoͤden Eitelkeit
Gleich
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <lg type="poem">
          <pb facs="#f0006"/>
          <lg>
            <l>Wo i&#x017F;t nun ihre Freundlicheit?</l><lb/>
            <l>Vnd ihrer reinen Vn&#x017F;chuld Kleid?</l><lb/>
            <l>Wo ihre Zucht in den Geberden?</l><lb/>
            <l>Geho&#x0364;rt die Tugend auch der Erden? </l>
          </lg><lb/>
          <lg>
            <l>Wo ewre Hoffnung und Genieß?</l><lb/>
            <l>War &#x017F;ie euch nicht ein Paradieß?</l><lb/>
            <l>Ein reicher Marckt der su&#x0364;&#x017F;&#x017F;en Frewden?</l><lb/>
            <l>Ein gro&#x017F;&#x017F;er Trost in allem Leiden? </l>
          </lg><lb/>
          <lg>
            <l>Ja ewer be&#x017F;ter Wun&#x017F;ch und Wahn?</l><lb/>
            <l>Ha&#x0364;tt' es wer er&#x017F;t euch kunt gethan</l><lb/>
            <l>Sie wu&#x0364;rd' euch bleiben in den Wochen?</l><lb/>
            <l>Wie ha&#x0364;ttet ihr ihm wieder&#x017F;prochen/ </l>
          </lg><lb/>
          <lg>
            <l>Auff ihn getragen Zorn und Haß.</l><lb/>
            <l>Wir halten &#x017F;on&#x017F;t nicht wol das Maß/</l><lb/>
            <l>Die Vngedult muß offt er&#x017F;cheinen</l><lb/>
            <l>Ge&#x017F;chweig in dem Verlu&#x017F;t der Seinen. </l>
          </lg><lb/>
          <lg>
            <l>Vieleicht &#x017F;trafft ihr den Ho&#x0364;ch&#x017F;ten wol</l><lb/>
            <l>Der doch i&#x017F;t aller Vn&#x017F;chuld vol</l><lb/>
            <l>Vnd mo&#x0364;chtet auch mit ihm wol rechten</l><lb/>
            <l>Wenn ihr nur ko&#x0364;ntet oder fechten. </l>
          </lg><lb/>
          <lg>
            <l>Bedencket aber wer ihr &#x017F;eyd</l><lb/>
            <l>Ein Bild der &#x017F;chno&#x0364;den Eitelkeit</l><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch">Gleich</fw><lb/>
          </lg>
        </lg>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0006] Wo iſt nun ihre Freundlicheit? Vnd ihrer reinen Vnſchuld Kleid? Wo ihre Zucht in den Geberden? Gehoͤrt die Tugend auch der Erden? Wo ewre Hoffnung und Genieß? War ſie euch nicht ein Paradieß? Ein reicher Marckt der suͤſſen Frewden? Ein groſſer Trost in allem Leiden? Ja ewer beſter Wunſch und Wahn? Haͤtt' es wer erſt euch kunt gethan Sie wuͤrd' euch bleiben in den Wochen? Wie haͤttet ihr ihm wiederſprochen/ Auff ihn getragen Zorn und Haß. Wir halten ſonſt nicht wol das Maß/ Die Vngedult muß offt erſcheinen Geſchweig in dem Verluſt der Seinen. Vieleicht ſtrafft ihr den Hoͤchſten wol Der doch iſt aller Vnſchuld vol Vnd moͤchtet auch mit ihm wol rechten Wenn ihr nur koͤntet oder fechten. Bedencket aber wer ihr ſeyd Ein Bild der ſchnoͤden Eitelkeit Gleich

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Preußen 17 digital - Digitalisierung des im VD 17 nachgewiesenen Bestandes preußischer Drucke der Staatsbibliothek zu Berlin: Bereitstellung der Bilddigitalisate. (2014-11-04T17:43:40Z)

Weitere Informationen:

Diese Transkription wurde automatisch durch OCR erfasst.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/636032574
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/636032574/6
Zitationshilfe: Dach, Simon: Christlicher Trost Welchen Bey frühzeitigem und kläglichem wiewol seligem Ableiben Der ... Fr. Catharinen Hawestättin/ Des ... Herrn Michael Eberts ... HaußFrawen. Königsberg, 1657, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/636032574/6>, abgerufen am 24.08.2019.