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Herfardt, Hieremias: Moerentium asylum. Frankfurt (Oder), 1620.

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Christlichen zubereitung: wer vernünfftig vnd glück-
lich reisen wil/ muß vor allen dingen zuvor seine not-
turfft wol bedencken. Also hat es nun vnsere Fraw
Wätzmännin fürgenommen/ Denn nach dem sie der
liebe GOTt neben jrem hohen alter auch mit leibes
schwachheit angegrieffen/ also das sie fast jnner hal-
be jares frist nit wol fort kommen vnd außge[hen] kön-
nen: Hat sie solches für ein responsum mortis auffge-
nommen/ derwegen sich öffters mit der H. Absolution
vnd Hochw: Nachtmal/ daheime versehen lassen/ wie
noch newlich geschehen/ jre richtige gläubige bekänd-
nüß abgeleget/ mit hertzlichen gebetlein zu Gott ge-
seufftzet vmm gnedige dissolution vnd entbindung/ auch
jre liebe seele getröstet: Wz betrübstu dich meine see-
le/ vnd bist so sorgfeltig in mir[?] Harre auff Gott/ denn
ich werde jm noch dancken/ das er meines angesichts
hülffe vnd meinGott ist: Wie sie dann zu diesem ende
offtmals widerholet/ morgents vnd abents in jrem
munde geführet dz vber gold vnd fein gold wehren-
de sprüchlein/ Joh: 3. Also hat Gott die Welt gelie-
bet/ das er seinen eingebornen Sohn gab/ auff dz alle
die an jn gläuben/ nit verloren werden/ sondern das
ewige leben haben. Jn welchem allen dann die rechte
sterbekunst beruhet. Darnach so sehen wirs auch ex
ejusdem continuatione,
auß der beständigkeit. Vnser
HErr Gott ist der Gott der nicht allein giebet das

wöllen/

Chriſtlichen zubereitung: wer vernuͤnfftig vñ gluͤck-
lich reiſen wil/ muß vor allen dingen zuvor ſeine not-
turfft wol bedencken. Alſo hat es nun vnſere Fraw
Waͤtzmaͤnnin fuͤrgenommen/ Denn nach dem ſie der
liebe GOTt neben jrem hohen alter auch mit leibes
ſchwachheit angegrieffen/ alſo das ſie faſt jnner hal-
be jares friſt nit wol fort kom̃en vnd außge[hen] koͤn-
nen: Hat ſie ſolches fuͤr ein reſponſum mortis auffge-
nom̃en/ derwegen ſich oͤffters mit der H. Abſolution
vñ Hochw: Nachtmal/ daheime verſehen laſſen/ wie
noch newlich geſchehẽ/ jre richtige glaͤubige bekaͤnd-
nuͤß abgeleget/ mit hertzlichen gebetlein zu Gott ge-
ſeufftzet vm̃ gnedige diſſolution vnd entbindũg/ auch
jre liebe ſeele getroͤſtet: Wz betruͤbſtu dich meine ſee-
le/ vnd biſt ſo ſorgfeltig in mir[?] Harre auff Gott/ deñ
ich werde jm noch dancken/ das er meines angeſichts
huͤlffe vnd meinGott iſt: Wie ſie dann zu dieſem ende
offtmals widerholet/ morgents vnd abents in jrem
munde gefuͤhret dz vber gold vnd fein gold wehren-
de ſpruͤchlein/ Joh: 3. Alſo hat Gott die Welt gelie-
bet/ das er ſeinen eingebornẽ Sohn gab/ auff dz alle
die an jn glaͤuben/ nit verloren werden/ ſondern das
ewige leben haben. Jn welchem allen dann die rechte
ſterbekunſt beruhet. Darnach ſo ſehen wirs auch ex
ejuſdem continuatione,
auß der beſtaͤndigkeit. Vnſer
HErr Gott iſt der Gott der nicht allein giebet das

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Zitationshilfe: Herfardt, Hieremias: Moerentium asylum. Frankfurt (Oder), 1620, S. [50]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/523949/50>, abgerufen am 11.12.2019.