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Schellenberger, Christoph: Leichpredig Bey der Christlichen Bestattung. Gießen, 1618.

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Christliche Leichpredig.
nuß der Sünden/ vnnd hertzlich Rew vnnd Leyd über die
Sünde in vnsere menschlichen Kräfften nicht stehe bezeu-
get der Prophet Ezechiel cap. 36. v. 20. mit deme/ das
er deß Menschen Hertz ein Steinern Hertz nennet/ daß
sich von sich selbs weder lencken nach kehren kan. Jtem daß der
Glaub in Menschlichen Kräfften nicht stehe/ bezeuget nit al-
lein S. Paulus 2. Thes. 3. v. 3 da er spricht: Der Glaube ist
nicht Jedermans Ding.
Sondern es bezeugets auch der
HErr Christus selber Joh. 6. v. 29. wann er spricht: Das
ist Gottes Werck/ das jhr glaubt an den/ den er
gesandt hat.

Also/ daß die gute Werck als Früchte deß Glaubens in
Menschlichen Kräfften nicht stehen/ bezeuget abermahl nicht
allein S. Paulus 2. Cor. 3. v. 5. da er spricht: Auß vns sel-
ber/ als auß vns selber/ sind wir nicht
Tüchtig et-
was gutes zugedencken (viel weniger etwas Gutes zu thun)
Sondern es bezeugets auch der HErre Christus selber/ wann
Sed
[Ex] Christo
per verbun
& Sacra-
menta eum
operante.
er Johan. 15. v. 5. spricht: Ohne mich könnet jhr nichts
thun.

Kommet also abermahl alles vff den HErren Christum/
der muß alles geben/ vnd gibt alles/ aber nit ohne mittel/ son-
dern durch mittel/ nemlich/ durch das heylige Predigampt/
durch sein Wort/ vnd die heylige Hochwürdige Sacramenta.

Durch das Wort deß Gesetzes gibt er Erkantnuß der
Sünden/ Rom. 3. v. 20. Drewet Zeitliche vnd Ewige Straffe
Deut. 27. v. 26.

Durch das Wort deß Evangelii/ vnd durch die heylige
Hochwürdige Sacramenta tröstet er die geengste vnd zer-
schlagene Hertzen wider/ vnd erwecket in jhnen ein Geistliches

Leben

Chriſtliche Leichpredig.
nuß der Suͤnden/ vnnd hertzlich Rew vnnd Leyd uͤber die
Suͤnde in vnſere menſchlichen Kraͤfften nicht ſtehe bezeu-
get der Prophet Ezechiel cap. 36. v. 20. mit deme/ das
er deß Menſchen Hertz ein Steinern Hertz nennet/ daß
ſich von ſich ſelbs weder lencken nach kehren kan. Jtem daß der
Glaub in Menſchlichen Kraͤfften nicht ſtehe/ bezeuget nit al-
lein S. Paulus 2. Theſ. 3. v. 3 da er ſpricht: Der Glaube iſt
nicht Jedermans Ding.
Sondern es bezeugets auch der
HErꝛ Chriſtus ſelber Joh. 6. v. 29. wann er ſpricht: Das
iſt Gottes Werck/ das jhr glaubt an den/ den er
geſandt hat.

Alſo/ daß die gute Werck als Fruͤchte deß Glaubens in
Menſchlichen Kraͤfften nicht ſtehen/ bezeuget abermahl nicht
allein S. Paulus 2. Cor. 3. v. 5. da er ſpricht: Auß vns ſel-
ber/ als auß vns ſelber/ ſind wir nicht
Tuͤchtig et-
was gutes zugedencken (viel weniger etwas Gutes zu thun)
Sondern es bezeugets auch der HErꝛe Chriſtus ſelber/ wann
Sed
[Ex] Chriſto
per verbũ
& Sacra-
mẽta eum
operante.
er Johan. 15. v. 5. ſpricht: Ohne mich koͤnnet jhr nichts
thun.

Kommet alſo abermahl alles vff den HErꝛen Chriſtum/
der muß alles geben/ vnd gibt alles/ aber nit ohne mittel/ ſon-
dern durch mittel/ nemlich/ durch das heylige Predigampt/
durch ſein Wort/ vnd die heylige Hochwuͤrdige Sacramenta.

Durch das Wort deß Geſetzes gibt er Erkantnuß der
Suͤnden/ Rom. 3. v. 20. Drewet Zeitliche vnd Ewige Straffe
Deut. 27. v. 26.

Durch das Wort deß Evangelii/ vnd durch die heylige
Hochwuͤrdige Sacramenta troͤſtet er die geengſte vnd zer-
ſchlagene Hertzen wider/ vnd erwecket in jhnen ein Geiſtliches

Leben
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[12/0012] Chriſtliche Leichpredig. nuß der Suͤnden/ vnnd hertzlich Rew vnnd Leyd uͤber die Suͤnde in vnſere menſchlichen Kraͤfften nicht ſtehe bezeu- get der Prophet Ezechiel cap. 36. v. 20. mit deme/ das er deß Menſchen Hertz ein Steinern Hertz nennet/ daß ſich von ſich ſelbs weder lencken nach kehren kan. Jtem daß der Glaub in Menſchlichen Kraͤfften nicht ſtehe/ bezeuget nit al- lein S. Paulus 2. Theſ. 3. v. 3 da er ſpricht: Der Glaube iſt nicht Jedermans Ding. Sondern es bezeugets auch der HErꝛ Chriſtus ſelber Joh. 6. v. 29. wann er ſpricht: Das iſt Gottes Werck/ das jhr glaubt an den/ den er geſandt hat. Alſo/ daß die gute Werck als Fruͤchte deß Glaubens in Menſchlichen Kraͤfften nicht ſtehen/ bezeuget abermahl nicht allein S. Paulus 2. Cor. 3. v. 5. da er ſpricht: Auß vns ſel- ber/ als auß vns ſelber/ ſind wir nicht Tuͤchtig et- was gutes zugedencken (viel weniger etwas Gutes zu thun) Sondern es bezeugets auch der HErꝛe Chriſtus ſelber/ wann er Johan. 15. v. 5. ſpricht: Ohne mich koͤnnet jhr nichts thun. Sed Ex Chriſto per verbũ & Sacra- mẽta eum operante. Kommet alſo abermahl alles vff den HErꝛen Chriſtum/ der muß alles geben/ vnd gibt alles/ aber nit ohne mittel/ ſon- dern durch mittel/ nemlich/ durch das heylige Predigampt/ durch ſein Wort/ vnd die heylige Hochwuͤrdige Sacramenta. Durch das Wort deß Geſetzes gibt er Erkantnuß der Suͤnden/ Rom. 3. v. 20. Drewet Zeitliche vnd Ewige Straffe Deut. 27. v. 26. Durch das Wort deß Evangelii/ vnd durch die heylige Hochwuͤrdige Sacramenta troͤſtet er die geengſte vnd zer- ſchlagene Hertzen wider/ vnd erwecket in jhnen ein Geiſtliches Leben

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Zitationshilfe: Schellenberger, Christoph: Leichpredig Bey der Christlichen Bestattung. Gießen, 1618, S. 12. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/523612/12>, abgerufen am 21.05.2019.